Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-07-26 · Heft 59 (26.7.1897) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 59 (26.7.1897)
Date
1897-07-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448761--44308-2493397
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

1155 kunft zu gewähren. Kunstkenner und Beobachter von Volks- und Stammesiypen werden di.se Sammlung von ..Heenes juives ' mit gleichem Interesse beobachten. Und je langer mau diese oft seltsamen, oft rührenden, oft fremdartig anmuthenden, aber stets interesianten Typen aus dein jüdischen Leben beobachtet, desto lebhaftere Theilnahme wird man für sie und für den Zeichner empfinden, oer diese lebenswahren Figuren zu verkörpern wußte. Aus den ersten Augenblick wird man sich über die Bedeutung dieser anscheinend mit wenigen großen Strichen flott hingeworfenen Figurenbilder nicht ganz klar; wenigstens wird man ihnen nicht in vollem Umfange ge» recht. Je gründlicher man sich aber in das Studium der Arbeiten Alvbouse L.vys vertieft, desto mehr kommt man zum Bewußtsein, daß das Leistungen eines Zeichners ersten Ranges sind. Werke, bei denen jeder Zug, jede Linie mit einer gradezu liebevollen Sorgfalt und peinlicher Genauigkeit ausgesührt sind, Werke, die nur ein ganz genauer Kenner des altehrwürdigen jüdischen Cultus und des alten anmuthigcn jüdischen Familienleben schaffen konnte. Wie Sacher Masoch und Karl Emil Franzos mit Tinte und Feder in Worten, so malt uns Alphonse Levy mit dem Bleistift in Strichen den alkerr Landrabbiner mit der Brille und dem doppeltgegabelten Langbart, der das Dorsklnd in me; und nretre, twein unterrichtet, die betende Gemeinde mit den pSen auf und den v'ri'b« über den Kops. Das 7722 Fest in der Synagoge, wo der rzx wdL' und die Gemeinde das Sn Gebet mit den '-i in der Hand verrichten. Den mir, der vor der nmtr das -Sn und nach der nurur das geschlachtete Geflügel untersucht. Der jüdische Hausherr, wie er an Freitag Morgen einen großen Fisch am Fischnrark rctr nach Hause bringt und selbst zubereitel, die jüdische Hausfrau, die rcir i'zzb mSn zurechtmacht, die n.2ir. Lächler ar.zündet und mit ausgebreitenden Händen über dieselbe die nrc ausspricht, und noch viele andere altjüdischen Typen, von denen manche heutzutage bei vielen jüdischen Familien aus dem wirklichen Leben geschwunden sind und nur noch in der Erinnerung fortlcben. Alle echt bis in die Fingerspitzen, scharf beobachtet, sein empfunden, treu wiedergegeben. Fast unglaublich ist es, daß einzelne, in meiner nächsten Rahe stehende Beobachter und Bewunderer in LevyS Bildern eine antisemitische Tendenz entdecken wollten und es laut ausiprachen. Ich war schon im Begriffe, dieses falsche Urlheil mit dem Bemerken zu widerlegen: gegen emen solchen Verdacht sollte den berühmten Zeichner schon einfach sein Name und der Aussteller schützen. Allein, ich kam nicht zum Wort, denn Herr Alphonse Levy, der im Laden des Herrn S. Wolf anwesend, dieses falsche Urtheil hörte, rnischte sich sogleich in die Menge und wies entrüstet diesen Vorwurf mit den Worten zurück: Ae fais vrai et ne saurais farder la verit6. Mes types sont des portraits et ont veou! Zabern, 22. Juli. Daß die hiesige Synagoge wegen ihrer Baufälligkeit nur noch bis zu einer bestimmten Zeit benutzt weiden kann, daher der Bau einer neuen Synagoge seit langer Zeit in Aussicht genommen und als Bauplatz das Anwesen Recht an der Lützelburgerstraße angekauft worden ist, habe ich den Lesern Ihres geschätzten Blattes vor Jahresfrist mitgetheilt. Nunmehr ist seitens der Reaierung die Genehmigung zuin Beginn des aus 60,000 M. veranschlagten Baues eingetroffen. Nächstes Frühjahr wird dieselbe in Angriff genommen. Daß diese seitens der Landesverwaliung getroffene Genehmigung die Frucht unseres, bei der Regierung im hohen Ansehen stehenden, thalkräftigen Rabbiners, Herrn Dr. Staripolsky ist, der unermüdlich weder Zeit noch Mühe, Anstrengung und Geld spart, so es sich um die Erhaltung und Förderung nmpn uiuiök und heiliger Institutionen handelt, wird hier allgemein anerkannt. Als Beweis ihrer Anerkennung beabsichtigt die hiesige Synagogenverwaltung ihrem hochgeschätzten, geistigen Oberhauptc, im engsten Anschluß an vie neue Synagoge eine standesgemäße, geräumige Amtswohnung rrx Herstellen zu taffen. Durch die Realisicung dieser Vornahme wird die hiesige Gemeinde nicht nur ihrem Rabbiner, sondern sich selber ein für lange Zeiten andauerndes Ehrendenkmal setzen. t'3k England.? London. Die hiesige Mission erläßt einen Ausruf zu Geldsammlungen, um arme, jüdische Kinder in Ferienkolonien zu schicken Dem gegenüber weist das Comite für jüdische Ferienkolonien darauf hin, daß durch seine Anstrengung im vorigen Jahr 1130 jüdische Kinder auf das Land gesandt werden konnten, um dort mindestens 14 Tage zu bleiben. Amerika. ** New-Nork, im Juli. Ein Fund, der einem Attentat so ähnlich sieht wie ein Ei dem andern, hat die jüdischen Bewohner der unteren Ostseite in Aufregung versetzt und beschäftigt die Polizei. In der Synagoge der Gemeinde „Ansche Minsk", 47 — 49 Pike Str., wurde eine große Menge Schießbaumwolle entdeckt. Wie der Explosivstoff dorthin gekommen, ist ein Räthsel. Die Synagoge befindet sich im untersten Stockwerk des siebenstöckigen Gebäudes, deffen obere Räume ausschließlich Schwitzshop-Zwecken dienen. Moses Scherduyck, von 49 Eldridge Str., der als Cultusbeamter und gleichzeitig als Verwalter der Synagoge fungirt, fand beim Reinmachen sechs Packele Schießbaumwolle unter einer Bank. Gleich darauf ent-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.