Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 58 (22.7.1897)
- Date
- 1897-07-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M SS. -xan'xyrm y-v , XXXVIII. Jahrgang. Ein Der Israelit Eenlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudentßum. Begründet von Dr ITefjmttun in Haiitj. Donnerstag, den 22 Juli 5657 (1897). Wr Wlnvlr abonnirt man bei allen Poftanstallen für die Monate W Aagast and September N auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchalter des Wohnorte» de» Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Grpe-ttLon des „Israelit". Leitender Artikel. Sprüche der Water. Sechstes Buch. XXII. Mainz, 21. Juli. iow^i rms pnno uw „Wer sich nicht selbst Beifall spendet." Wir glauben nicht, daß unsere Boraitha mit diesen Worten daffelbe sagen will, wie Rabbi Jochanan ben SakkaNm zweiten Buche unserer Sprüche. Dort heißt es '2 -jcso?1? raio pnrrn tot ravr rrm mch cm trau "pi\ „Wenn du viel Thora gelernt hast, so rhue dir nichts darauf zu gut, denn dazu bist du geschaffen worden." Dort im zweit; n Buche hat R. Jochanan b. Sakkai einen Jeoen im Auge, der viel Zeit auf das Studium des Gesetzes verwendet und einen großen Theil desselben in sich ausgenommen hat, ein solcher glaube nicht besonderes Lob oder besonderen Lohn dafür beanspruchen zu können, denn der Mensch ist ja dazu nur geschaffen worden. Au unserer Stelle dagegen haben wir eine pädagogische Warnung für denjenigen, der durch Scharfsinn und Gedächtniß, durch hervorragende Begabung neue Wege findet, unerwartete Ausschlüsse geben kann, die Mitstrebenden weit überflügelt. Dieser wird ermahnt, nicht in der Freude über dar Erreichte, im Jubel über den Sieg stolz und selbstzufrieden zu werden, dem Beifall, den ihm Andere spenden, sich nicht selbst anzuschließen. In Bezug auf irdische Güter ist Selbstzufriedenheit und Genügsamkeit das höchste Glück, geistigem Besitz gegenüber die größte Gefahr. Für diejenigen, die Besitz und Erwerb anstreben, sollte es ein Ziel geben, nach dessen Erreichung sie jedes Jagen nach Gewinn zufrieden einstellen. Wer soviel sich erworben hat, daß er sorglos mit seinen Kindern leben kann, ruhig der Zukunft entgegenzusehen vermag, der sollte von der Arbeit für Geld und Gut sich Ruhe gönnen. Das Ziel, welches der wahre Freund der Wissenschaft sich stecken muß, ist so schwer, ja unmöglich zu erreichen, daß der Arbeiter auf diesem Gebiete nie ruhen, nie selbstgefällig auf das Erreichte zurückschauen dürste. Jedoch das Umgekehrte ist meist der Fall. Die irdischen Güter, sie sättigen nur Wenige, während der geistige Arbeiter oft auf halbem Wege stehen bleibt, weil er glaubt genug gethan, genug erreicht zu haben. Nur der sollte sich K-8 Erfolges freuen, der sein Ziel erreicht hat. Wie viele Männer der Wissenschaft gibt es, die wohl noch weit von ihrem Ziele entfernt sind, die sich jedoch veßhalb als erfolgreich rühmen, weil die Schaar der Mitstrebenden weit hinter ihnen zurückgeblieben ist! Gewährt es dagegen bei der Jagd nach irdischem Gut den Unersättlichen, den Unzufriedenen Trost und Beruhigung, daß er es weiter gebracht hat, daß er reicher geworden ist, als die große Mehrzahl der Menschen, die ja Alle gleich ihm, um irdische Güter ringen? Unsere Wersen zeigen uns den rechten Lebensweg. Dem Materiellen gegenüber freue dich mit deinem Theile, mit dem was zu erreichen dir ver-