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Der Israelit · 1897-07-15 · Heft 56 (15.7.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 56 (15.7.1897)
Date
1897-07-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1100 Und von den am Bau beschäftigten Handwerkern und Lieferanten in Davos selbst ca. Frs. 30 000. Das erforderliche Baukapital beträgt 250000 Frs., wovon Frs. 80 000 durch 1. Hypothek gedeckt, die noch verbleibenden Frs. 1 70 000, eingetheilt in 340 Partial. Obligationen ä Frs. 500 bilden eine geschloffene II. Hypothek mit gleichen Rechten. Alles notariell eingetragen im Pfandprotokoll III. 8ud. Nr. 1054 der Landschaft Davos. Diese Partial- Obligationen sind bis auf noch fehlende ca. 3 0 000 Frs. bereits placirt worden, welche verhältnißmäßig kleine Summe noch aufzubringen ist und die Herr Hirsch gewiß ohne große Mühe von gutsituirten, edeldenkenden Glaubensgenoffen erlangen wird, so daß auch die finanzielle Seite jedenfalls gesichert ist. Was die rituelle Seile betrifft, so dürfte es genügen, darauf hinzuweisen, daß ein von Herrn Rabbiner Dr. Ehr mann defignirter verheiratheter Beamter da» ganze Kaschrus übernehmen wird, derselbe wird auch die Funktionen in der im Anbau über den Speisesaal sich befindlichen Synagoge versehen, die, ebenso wie eine Mikwa vorgesehen ist. Obwohl das Sanatorium nach jeder Richtung hin den rigorosesten Ansprüchen oes Religionsgesetzes entsprechen wird, soll dasselbe doch nichts von den Schattenseiten haben, die — ob mit Recht oder Unrecht soll hier nicht erörtert werden — jüdischen Pensionen und Hotels vielfach zuerkannt wird. — Das Sanatorium soll, was Bau, Einrichtung, Küche, Personal u. s. w. betrifft, eine Anstalt ersten Ranges werden, so daß sie auch den weitgehendsten Ansprüchen entsprechen wird. Wir wünschen dem Unternehmen den besten Erfolg und hoffen über das Fortschreiten des Baues und seine für die Wintersaison projektirte Fertigstellung unseren Lesern eingehenden Bericht mittheilen zu können. vermischtes. Heppenheim a d. B., 9. Juli. Die Herren Gebr. Hirsch aus London, welche letzten Sonntag wieder ihrer alten Heimath dahier einen Besuch abstatteten, stifteten bei dieser Gelegenheit dauernd jährlich 500 Mk. zur Verthei'.ung unter die Ortsarmen, außerdem 3000 Mk. zur sofortigen Gercheiluttg. Den Bau einer Synagoge haben sie aus ihre Kosten übernommen. Diese Herren haben den hiesigen Armen schon viele Tausende gespendet. Wien. Der Ziomsten-Congreß wird nicht in München, sondern in Basel, u. zw. in den letzten Tagen des August stattfinden. — Ein kleines Expeditionscorps von fünf jüngeren Wiener. Aerzten, das sich zu Beginn des türkisch-griechischen Krieges der türkischen Negierung in ganz selbstloser Weise angeboten hatte und dessen Dienste von erfterer mit großer Bereitwilligkeit acceptirt worden waren, ist wohlbehalten wieder nach Wien heimgekehrt. Es sind dies die Doctoren Schallt, Metall, Schwarz, Stern und Dornreich. Die Herren hatten sich zu Beginn de« Krieges an den hiesigen türkischen Botschafter mit einer Eingabe an die türkische Regierung gewendet, daß sie als Juden den Beschluß gefaßt hätten, aus Dank für die Wohlthaten, welche ihre Glaubensgenossen in der Türkei seitens des Sultans genießen, ihre ärztlichen Dienste ohne Entschädigung der türkischen Armee im Felde anzubieten. Budapest. Durch allerhöchste Entschließung wurde für den erledigten Lehrstuhl der höheren Mathematik an der Klausenburger Universität der außerordentliche Professor in Bonn, Dr. Ludwig Schlesinger berufen Bologna. Der hiesige Oberrabbiner Marco Mom i g l i a n o feierte am vergangenen Schowuotfeste den 50. Jahrestag seiner Erwählung zum Rabbiner -- er wurde am Schowuotfeste 1847 als Rabbiner installirt — und wurde dieser Ehrentag von unserer Gemeinde und den zahlreichen Freunden und Verehrern des Jubilars festlich begangen. Derselbe wurde feierlich zur Thora gerufen und erhielt er auch zahlreiche Gratulationen und Geschenke. Gibraltar. Um die Jubelfeier der Königin Victoria festlich zu begehen, sollte auch hier eine große Armenspeisung geplant werden. Da dieselbe jedoch nicht sich arrangiren ließ, so übergab die Firma Levy u. Co. dem Rabbiner Moses Benaim 200 Pfd. Mehl und 500 Pfd. Brot für die jüdischen Armen, ebenso dem Bischof von Lystra 650 Pfd. Mehl und 1100 Pfd. Brot für die katholischen und dem Archidiakon Govitt 150 Pfd. Mehl und 400 Pfd. Brot für die protestantischen Armen. Jerusalem, im Juni. In der hiesigen deutsch-evangelischen Gemeinde wild mit aller Bestimmtheit versichert, daß Kaiser Wilhelm n"T i.n Herbste 1898 nach der heiligen Stadt kommen werde, um hier der Einweihung einer protestantischen Kirche anznmohncn. Diese Nachricht hat nicht verfehlt, auch unter den Israeliten Jerusalems, selbst unter solchen, die nicht der deutschen Zunge angehören, eine freudige Stimmung zu erwecken und dieselben gedenken nun, dem mächtigen und mildregiercnden deutschen Herrscher einen feierlichen Empfang hier zu bereiten. Es wird jetzt so das zweite Mal sein, daß ein deutscher Kaiser Jerusalem besucht. Der erste deutsche Kaiser, der hierher kam, war bekanntlich Kaiser Friedrich II., der Hohenstaue, der sich hier auch zum Könige von Jerusalem kröncn ließ 1869 hatten wir bekanntlich das Glück, den Kronprinzen Friedrich Wilhelm, späteren Kaiser Friedrich III., in unseren Mauern zu begrüßen. Einige Tage nach der Abreise dieses deutschen Prinzen hielt Kaiser Franz Josef, der Herrscher Oesterreich- Ungarns, seinen Einzug in der heiligen Stadt Letzte Nachrichten. Wien, 14. Juli. Eine imposante Kundgebung der Wiener Sozialdemokraten fand gestern gegen den antisemitischen Gemeinderath statt. Aus etwa 10,000 Kehlen erscholl das „Nieder mit Lueger." Briefkasten der Redaction. Egamet Frankfurt a« M. Soll bei passender Gelegenheit und sobald Raum vorhanden, mit einigen Abänderungen Verwendung finden. E L. in AhauS r Der 3. October 1864 war der 15. Tischri; der Knabe wird demgemäß am ersten Tage Sukkoth Barmizwah. I. G. in K.: Das Gewicht des biblischen Kikar be trägt 210, Kilo. Briefkasten -er Erpevition A. S.r Mk. 2.— haben wir erhalten und zu den be stimmten Zwecken verwendet.

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