Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 56 (15.7.1897)
- Date
- 1897-07-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXVffl. Jahrgang. M 56. «rV' J Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von Dr ITeJjmjum in Htnins Donnerstag, ven 15. Juli 5657 (1897), Leitender Artikel Zionismus und Zion. Mainz, 14. Juli. Man hat in der jüngsten Zeit so unendlich viel gegen den Zionismus, aber so wenig für Zion geschrieben. Wohl haben die Rabbinen erklärt, daß die zionistischen Bestrebungen den messianischen Verheißungen widersprechen, aber sie haben sich nur aus diese kurze Miitheilung beschränkt. Es dürfte daher und in Anbetracht der nun beginnenden Naüonal-Trauerzeit wohl am Platze sein Einiges über unseren „Zionismus", über unsere Aussassung der Wiedererstehung Zions zu schreiben. Ein merkwürdiger Wandel der Zeiten. Vor dreißig Jahren mußte das winzige Häuflein der am Gesetze Fefthaltenden den Messiasglauben und den Opferkultus gegen die erdrückende Majorität der Reformer vertheidigen, eine sogenannte jüdische Synode konnte noch Ende der Siebziger Jahre in Augsburg Beschlüste fasten, welche den jüdischen Nationalitäts-Gedanken perhorrescirten und dafür den Beifall der großen Menge unserer modernen Brüder ernteten, und heute schützt das gesamnite Judenthum, Neu und Alt, orthodox und neolog, den Glauben an die messtanische Verheißung vor der verhältnißmäßig unbedeutenden Partei der Zionisten. Wer vermag darin nicht einen deutlichen Fingerzeig Gottes zu erkennen, der vielleicht gerade deßhalb die zionistische Bewegung hat entstehen lasten, um im Gegensatz zu ihr, die Gesammtheit Israels zum Glauben an den Erlöser zurückzuführen. Einer der größten rabbinischen Autoritäten und der größte Philosoph seiner Zeit, MaimonideS spricht sich über die Frage des Wiedererstehens von Zion, wie folgt aus: häh* -m note *vtnr6i -may^i Tny nnwsn ■jten,, pwn Stoa” ffu ppai enpon ruui ruwmn vhvacb„ pmsv„ |W' nianp pnnpo D"npe wa DnoMWSi pvxv uw « by, rrnro .Tnoxr» nrns» ^33 mbym 1D13 XH 13^3 0W3J *1KP2 xf? MX'3^> N3NV UW 'S 13 „ 2tt>: iöxjb^ vbv rrryn rmm w i:’2i ruresi miro xbx„ “5£’oo “ib*x o'oyn ^ro -ptspi 2tn *]omi 1M3V nx x*n„ Dtyoi KTJ *]5t3p’ LL'2 3'0S»N NLp2 1NN0 ''7!' ox .nvrr» X'.1„ p2'VN' NriLN'1 ^'t7!3X ISN' 1S»X piX7s ^x X'N 1X'37N .-snp'„ v3 ybb'Q cn miro n’^nicon ona-in 1^x1 , “prruxö *p‘im„ .->21 vm'rrn bs ’*y r«aKa\? Bna-tn,, „Der König Messias wird einst aufstehen und das Reich David in seiner ehemaligen Gestalt und Herrschaft wieder Herstellen,- er wird das Heiligthum erbauen und die zerstreuten Israeliten zusammenführen; alle Rechtswahrheiten kehren wieder zur Gesetzeskraft für das praktische Leben zurück; man bringt wieder Opfer dar und führt Erlaß- und Jobeljahre ein, ganz nach Vorschrift der Thora. Wer daran nicht glaubt oder, wer nicht hofft auf das Kommen des Messias, der leugnet nicht blos die Worte der anderen Propheten ab, sondern der ist ein Leugner der Thora und des Moscheh unseres Lehrers. Die Thora selbst spricht sich folgendermaßen aus: So wird der Ewige dein Gott zurückführen deine Gefangenen und sich dein erbarmen und dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin der Ewige dein Gott dich zerstreut haben wird. Wenn auch deine Verstoßenen sein werden am Ende des Himmels, von dorther wird dich sammeln der Ewige dein Gott und von dort dich holen. Und der Ewige dein Gott wird dich bringen in das Land, das deine Väter besessen; du wirst es in Besitz nehmen und er wird dir wohlthun und dich vermehren, mehr als deine Väter." Hier haben wir es klar und unzweideutig ausgesprochen, daß, wer nicht glaubt an das persönliche Erscheinen des königlichen Erlösers und an die einstige Rückkehr in das heilige Land unter ihm oder nicht hofft und sich nicht sehnt nach dieser messianischen Zeit, der ist ein Leugner des jüdischen Retigionsgesetzes und hat sich vom wahren Judenthume losgesagt. Ebensowenig aber wie die Negierung des Messias-