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Der Israelit · 1897-07-12 · Heft 55 (12.7.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 55 (12.7.1897)
Date
1897-07-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1075 reinen und unreinen Vogel." Levit. 20; 25. Also das Erkennen der verschiedenen Vögel. Welchen Zweck verfolgte die Zoologie, als sie ihre Classification vornahm? „Unterscheiden zu wissen die einen von den anderen", sagte Geoffrov St. Hilarie, das ist nothwendigerweise die erste zu lösende Aufgabe, wer auf irgend einer Weise in einen der Zweige der Thicrkunde tiefer eindringen will. de XIX siMe. Also auch hier wird als Hauptzweck der Zoologie das Erkennen und Unterscheiden der Thiere angegeben." Das bisherige Ornithologische System hat dieser Erwartung durchaus nicht entsprochen; in seinen verschiedenen Eintheilungen war es durchaus nicht leicht, oftmals unmöglich über zusammen- oder nichtzusammcngehörige Vögel sich zu orientiren. Nach Anführung der talnludischen Merkmale, im kommenden Abschnitt schon, wird jeder sofort von selbst und auf das leichteste erkennen, daß die talmudische Systematik auf viel soliderer Basis, als die allgemeine beruht, und folglich möglichst gute und untrügliche Schlüsse gestattet. Zeitungsnachrichten und Correspondeuze«. Deutschland. kanten, 8. Juli. Der „X. Bote" schreibt: Am vergangenen Dienstag waren es 8 Jahre, daß .lauten zu einer traurigen Berühmtheit in der ganzen Welt wurde durch den hier ausgeführten Knabenmord. Das Dunkel, welches den grausamen und unmenschlichen Thäter umgiebt, ist heute noch nicht gelichtet, allein die Erinnerung an die Begebenheit ist noch nicht geschwunden. In allen Gesellschaften tauchte es am Dienstag wie mit einem Male in der Erinnerung auf: „Sieh', heut' ist Peter und Paul, heut' ist ein für .lauten sehr trauriger Gedenktag!" Und dann wurde erzählt und gefragt. Erlebtes imb Gedichtetes wieder neu aufgetischt, Gerichtsverhandlung, Zeugenverhör, Bufchhoff u. s. w. Zwar ist ja nichts so sein gesponnen, es kommt endlich an die Sonne, allein, daß der wirkliche Mörder noch einmal dem Arme irdischer Gerechtigkeit überliefert wird, das scheint in dieser Knabenmordsaffaire von Tag zu Tag unwahrscheinlicher. Gottes Rache wird er nicht entgehen." (Auch wir schließen uns mit aufrichtigem Herzen dem Wunsche an, daß einmal Licht in dieses dunkle Ereigniß dringen möge, damit Wahn und Aberglauben endlich schwinden nnd die Ammenmärchen in ihr Nichts zerfallen mögen. O e si >' r r. U n g a r. M o n a r ch i e. ** Wien, 4. Juli. Aus dem Heimathlande der polnischen Wirthschafi, aus Galizien, bringt das „Wiener Tagblatt" die folgende Mittheilung: Ein seit Bestand der Schwurgerichte noch nicht dagewesener Fall von Beeinflussung eines Geschworenen-Verdikts beschäftigt gegenwärtig als Einspruch gegen ein Urtheil des Zloczower Schwurgerichtes das Oberlandesgericht in Lemberg und das Justizministerium. Nach einer dreitägigen Verhandlung vor dcm Schwurgerichte Zloczow wurde am 23. November 1895 der Mehlhändler Salomon David Heilpern, dessen Tochter Ehissre und dessen Commis Moses Eisenschmied wegen Verbrechens des Meineides, respektive Mitschuld mit acht gegen vier, die beiden Letzteren mit neun gegen drei Stimmen schuldig gesprochen und wurde David Heilpern vom Gerichtshöfe zu zweieinhalb, Chiffre Heilpern und Moses Eisenschmied zu je anderthalb Jahren schwerem Kerker verurtheilt. Die Geschworenen richteten an den Vertheioiger der Angeklagten, kurze Zeit nach der Verhandlung, eine Eingabe, in welcher sie erklärten, daß sie als unwissende Landleute von dem Obmanne der Jury, einem Gutsbesitzer, veranlaßt worden seien, das Schuldverdikt zu fällen. Der Obmann habe sie hiezu veranlaßt, indem er ihnen erklärte, daß sie sich, im Falle sie die Schuldfrage verneinten, einer strafbaren Handlung schuldig machen würden. Ihr bedrücktes Gewissen veranlasse sie zu öiefer Mittheilnng. Türkei. ** Bagdad im Juni. Der religiöse Fanatismus hat ein neues Verbrechen, dessen Opfer einer unserer Glaubensbrüder in Hanaquine geworden ist, gezeitigt. Hanaquine, an der türkisch-persischen Grenze, zählt ungefähr 800 jüdische Seelen, welche bis jetzt in größter Sicherheit lebten und besser behandelt wurden, als in den anderen Theilen von Kurdistan und Irak. Da kam eines Tages ein religiöser Führer, ein „Alem" dorthin, der sich mit einer großen Menge von Schülern, die er in die Gebräuche und Betrachtungen eines engherzigen Puritanismus einweihte, umgah. Diese Lehren haben einen ihrer Anhänger zum Morde geführt. Dieser Sektirer fragte seinen Lehrer, welches Schicksal der verdiene, der, nachdem er einmal zum Islam übergetreten war, in seine alten „Irrlehren" zurückfalle; der Geistliche antwortete, ihn zu tödten wäre eine Thal der Frömmigkeit. In Hanaquine giebt cs einige Juden, welche, um den Verfolgungen, denen sie in Persien ausgesetzt waren, zu entgehen, zum Islam übergegangen waren, aber sobald sie sich in der Türkei, wo die Behörden den Juden sehr wohlwollend sind, niederlaffen durften, ihren alten Glauben wieder annahmen. Einer von ihnen, ein Barbier, wohnte seit zwanzig Jahren in Hanaquine. Am Montag kam ein Geistlicher zu ihm und bat ihn, ihn in einem benachbarten Garten am Arm zur Ader zu lassen. Der Jude ging mit ihm. Zwei Geistliche saßen an der Thüre. Zweifellos hatten

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