Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1897)
- Date
- 1897-07-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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j +»i >mpwj rjr 1020 ist aber fern von Aufgeblasenheit und Stolz, fern von jenem Gecken- und Gigerlthum, das man leider bei manchem jungen Collegen findet, und das den Stand und Beruf entwürdigt. Die Selbsthilfe stößt bei keinem anderen Stande auf fo große Schwierigkeiten wie gerade bei dem Lehrerstande. Die Würde des Standes verbietet, Mittel zu gebrauchen, die mancher andere Stand unbedenklich ergreifen würde, und so muß der Lehrerstand feine Generaltugend, die größte Geduld, auch hier üben. Was aus kleinen Anfängen und mit steter Geduld und Ausdauer erzielt werden kann, das zeigt die Eingangs erwähnte „Achawa." Wir sind überzeugt, die Mitgliederzahl derselben wäre die doppelte und dann auch die Wirksamkeit eine verhältnißmäßig größere, wenn — der isr. Lehrer nicht um einen Hungerlohn arbeiten müßte, der ihm nicht gestattet, auch nur einen Pfennig für die Tage der Roth und des Alters zmückzulegen. Wohl sind Vorschläge gemacht worden, die traurige Lage des isr. Lehrerstandes zu bessern. Aber alle die Vorschläge laufen mehr oder weniger auf ein Almosen fhinaus, auf eine Unterstützung, das wohl die Geber ehren kann, das aber die Empfänger drücken und beschämen muß. Eine Hilfe ist nur dann möglich, wenn die Lehrer derart gestellt und besoldet werden, daß sie eine Kasse gründen können, zu der sie alle beitragen, und auf deren Hilfe sie alsdann gegebenen Falls ein Anrecht haben, was in dieser Kasse ist, das bleibt auch in der Kasse und keine Versicherungsgesellschaft schöpft ihr den Rahm ab. Will alsdann ein Lehrerfreund feine Dankbarkeit dem Lehrerstand bezeugen, so kann er dieser Kasse Kapitalien zuführen, die sie stärken. Werden doch alljährlich viele Taufende an die Armen aller Länder gespendet, weßhalb sollte die Pensions-, Alters- und Wittwen , Waisen- und Jnvaliditätskasse der isr. Lehrer nicht bedacht werden! Nur auf diese Weife ist eine Selbsthilfe möglich. Vom Staat und von den Gemeinden ist wenig zu erwarten. Den Arbeiter schützt im Fülle der Krankheit die Krankenkasse und die Berufsgenossenschaft vor der größten Noth. Gründen wir eine solche Genossenschast, zu der alle Gemeinden und alle Lehrer beitragen müssen und die in gegebenen Fällen vor dem Schlimmsten, dem Hunger und dem Elende schützt. Vor allen Dingen aber darf kein Lehrer eine Stelle annehmen, die ihn nicht auskömmlich nährt, die ihn zwingt, sich Nebenverdienst zu suchen und, will er nicht hungern, auf das jwem zu speculiren. Das ist unsere Selbsthilfe. Wo nichts ist, hat selbst der Kaiser kein Recht, sagt das Sprichwort, und erst wenn die isr. Lehrer materiell so gestellt sind, daß sie den Beitrag zu einer Kasse leisten können, erst dann können wir daran denken, uns selbst zu helfen. Daß dieses aber recht bald geschehe, das walte Gott. Berger. Aus diesem Artikel lesen wir nur heraus, daß etwas geschehen muß. Die Vorschläge selbst sind theils nicht klar genug gegeben, theils völlig undurchführbar. Wir bringen daH Mahnwort, das uns aus Lehrer, kreisen zugeht, um auch andere Lehrer zum Nachdenken anzuregen. Viele Köpfe, viele Sinne. Vielleicht bringt gerade die so naheliegende Kritik das hier Vorgeschlagenc den Einen oder den Anderen aus einen förderlichen nutzbringenden Gedanken zu der Frage, wie der traurigen Lage so vieler jüdischer Lehrer abzuhelsen ist. Wir sind gerne bereit, solchen Darlegungen durch unser Blatt weitere $erfcrcitimg zu geben. Red. d. Bl. f. d. isr. Schule. Anzeigen. -W» Für dm folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich /Ltesucht zum sofortigen E>ntritt ein junges, tüchtiges Mädchen, aus achtbarer Familie, zur Stütze der Hausfrau. Salair nach Uebereinkunft. Familienanschluß zugesiärert. Frau Siegmund Levy, Jever i. Oldenburg, Bahnholstr. (9624) ein Mädchen v. 20 Jahren, mit allen Handarbeiten gründlich vertraut, sucht per sofort, oder pr. 15. Juli Stelle, auch auf dem Lande. Offerten bitte u. 3663 an die Geschä'tSst. dfS. BlatteS zu senden. GGGGGGGOOGOG Großes Lager in Chnmoschim Machsorim, Schulbücher Gebetbücher mit und ohne Uebcrsetzung in einfachen bis zu den feinsten Einbänden. U"' , hebräische Buchhandlung, Frankfurt a. M. Allerherligenstraße 87. (1136 Großes Lager in wollenen und seidene« Talesim, Zizis, Tefillln, Mesusos, sowie in sämmtlichen Ritualien. Billigste Bezugsquelle für Wiederverkäufer LetMÜHA aus streng relig. Hausemit guter Schulbildung per 1. August gesucht. L. Grüubauru, Fabrik- und Exportgeschäft, Nürnberg. \3691 sLm junge?, relig. erz. Mäd V' chen, daö einen Haushalt führen kann, sucht Stelle als Stütze einer Hausfrau, event. auch einer kl. Familie. Familienanschluß itt erwünscht. Offerten unter Nr. 3694 an die Geschäftsstelle d. Bl. 05