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Der Israelit · 1897-07-01 · Heft 52 (1.7.1897) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 52 (1.7.1897)
Date
1897-07-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1006 Todesfälle unter Juden kamen vor: Erwachsene über 15 Jahre 4086 (3874) Kinder unter 15 Jahre 1497 (1499) 5583 (5373) Schon 1894 wies eine sehr günstige Ziffer für die Sterblichkeit auf, diejenige von 1895 ist trotz der kleinen Steigerung immer noch günstig zu nennen. Jntereffant ist ein Vergleich mit der allgemeinen Ziffer. Es starben 1895: Kinder unter 15 1.364,402, es kämen auf d.Jud. 4081 geg 1497 Erwachs, über „ „ 325,227 „ „ „ „ „ 3642 „ 4086 Diese Gegenüberstellung zeigt also, daß die günstige Gesammtziffer nur von der geringen Kindersterblichkeit herrührt, daß dagegen die Todesziffer bei den Erwachsenen viel höher ist als bei den Nichtjuden. Die letztere Thatsache läßt auf eine ungünstige Vertheilung der Altersklaffen bei unseren Glaubensgenoffen schließen, offenbar hervorgerufen durch die seit zwei oder drei Jahrzehnten sehr niedrige Geburtenziffer und die Auswanderung derselben im lebenskräftigsten Alter. Dadurch wächst im Verhältniß zur Gesammtzahl der Antheil der höheren Altersklassen und die Zahl der Todesfälle. Die Zahl der Geburten dagegen ist gering. Aus rem jüdischen Ehen 7811 (6084) unehelische Kinder jüdischer Mütter 260 (273) aus Mischehen. jüdischer Vater evangelische Mutter 232 (236) „ „ katholische „ 59 (49) „ „ sonst christl. „ 12 (3) evangel. „ jüdische 212 (205) kathol. „ „ 65 (54) sonst christl., „ „ 12 (16) 592 (563) 296 (282) 8367 (8639) Die Geburtenziffer ist also wieder heruntergegangen, wie das seit vielen Jahren ständig der Fall ist. Gegenüber der allgemeinen Summe von Geburten 1 208 215 hätten die Juden 13 532 Geborenen haben müffen, sie haben also nur 620/0 der Ziffer aufzuweisen. Dementsprechend hätte ihre Quote bei der Kindersterblichkeit auf 2 530 statt 4 081 heruntergehen sollen. Sie ist indeffen bis auf 1 497 gefallen, also in der Thal überaus günstig und ein glänzendes Zeugniß für die Sorgfalt, welche wir Juden unseren Kindern widmen. Die Eheschließungen sind etwas gestiegen, leider ist aber auch die Zahl der Mischehen neuerdings gewachsen und damit der immer steigende Verlust, den wir Juden dadurch erleiden. Die Mischehen werden nachgerade zu einer ernsten Gefahr, die nicht genügende Beachtung findet. Es wurden Ehen geschloffen 1895 (1894): rein jüdische Ehen. 2502 (2383) Frau 182 1133) „ 39 (20) „ 6 (5) „ 115 (113) „ 48 (34) „ 7 (5) Mischehen: jüdischer Mann evangelische „ „ katholische „ „ sonst christl. evangelischer Mann jüdische katholischer „ „ sonst christl. „ „ _ 397 (310) Wenn wir demnach den 2502 rein jüdischen Ehen noch die Hälfte der Mischehen zurechnen, kommen wir auf die Summe von 2700, während gegenüber den insgesammt 253 729 Ehen in Preußen auf die Juden 2842 entfallen würden. Die Eheziffer ist demnach keine allzuungünstige, nur die Mischehen üben einen so bösen Einfluß aus. Noch einen intereffanten Vergleich. Auf 2502 rein jüdische Ehen kommen 7811 Kinder, d. h. auf 100 Ehen 312 Kinder, dagegen bei 397 Mischehen nur 592 Kinder oder auf 100 Ehen 148 Kinder, abermals ein intereffanter Beweis für die schädliche Wirkung der Mischehe. Versonatien. ■+ Wrefchen, 25. Juni. Gestern früh starb plötzlich der hochbetagte Kürschnermeister Julius Joseph, ältestes Mitgiied der hiesigen israelitischen Gemeinde. Ein Stück Weltgeschichte wird mit dem Entschlafenen zu Grabe getragen. Im Besitze eines selten treuen Gedächtnisses, wußte er von Erlebnissen bis auf seine früheste Kindheit zurückführend in ruhigem und bescheidenen Tone zu erzählen. Die allmähligen Entwickelungen im Staate sowohl, wie in der Provinz und ganz besonders im engeren Heimathsorte, wofür er durch vieles Reisen großes Jntereffe hegte, blieben ihm stets im Gedächtnisse. Wie so Mancher in hiesiger Stadt, Jude und Christ, lauschte gern den patriarchalischen Worten des Verblichenen. Zeit- und Personenverhältniffe verstand er bis in das Kleinlichste wiederzugeben. Für so manche Familie war er die personifizirte Chronik; über Geburten, Verehelichungen und Sterbefälle konnte er jederzeit genaue Mittheilungen machen. Auch zeichnete er sich durch Frömmigkeit und Bravheit aus und war ein immer thätiger Mann. Häufig sah man ihn Nächte hindurch bei schwachem Lampenscheine arbeitend am Tische sitzen. Jede Gabe war ihm zuwider, wiewohl er mit &tüdögütern nur wenig gesegnet war. Im Gotteshaufe, früh und spät, Sommer und Winter war er der Erste und Letzte. An seinem Todestage, ein Jahr vorher, starb seine Gattin, mit der er nicht lange vorher das eheliche Jubiläum feierte, bei welcher Gelegenheit er von Sr. Majestät dem Kaiser die Jubiläumsmedaille erhielt. Das Leichenbegängniß heute Vormittag zeigte / f < » 1

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