Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 48 (16.6.1897)
- Date
- 1897-06-16
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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942 1 ,U.».LM!Ul>.iM.i|pu. . war die Sache noch nicht abgethan. Sie verlangte im Gemeindehaus behördliche Intervention, und der arme Jude wurde auf die Beschuldigung der Oberin arretirt. Erst als die Bäuerin seine Unschuld nachwies, wurde er freigelaffen.. — Anläßlich des internationalen Moskauer Aerztekongreffes sollte nach den Meldungen der Preffe die Vidimirung der Pässe seitens der russischen Consulate aus keine Schwierigkeiten stoßen, wenn Aerzte jüdischen Glaubens an demselben theilnehmen wollen. „Pesti Hirlap" veröffentlicht aber heute einen ministeriellen Erlaß, der folgendermaßen lautet: „An die Municipalität der Stadt Großwardein. Das Gesuch des Großwardeiner Arztes Dr. Wilhelm Rövösz um Herausgabe eines Auslandspaffes zur Reise zum Moskauer Congreffe sende ich anbei behufs weiterer Verständigung mit dem Bemerken zurück, daß der russische Consul in Budapest die Vidimirung des Paffes verweigerte, weil der Genannte Jude ist"' Amerika. ** New Nork. (Ein Kiddusch Ha-CHammah mit Hindernissen.) Im Tompkins Square war früh schon vor Sonnenaufgang große Ansammlung. Auf allen Bänken saßen Mitglieder der Gemeinde Brith Schalom 54 Pitt Sic., erwartungsvoll, denn ihr Rabbiner Rev. Moses Wechsler sollte die „neue Sonne" begrüßen. Den Park-Polizisten Hampshire und Foley kam die Sache nicht verständlich vor und als der Rabbi um 8 Uhr Morgens eintraf, hielten sie ihn an und fragten, ob er ein Permit erwirkt habe, im Park zu predigen. Rev. Wechsler hatte kein solches Papier; seine Vorstellungen, daß es sich um einen heiligen, alten Gebrauch handle, fruchteten nichts. Die Polizisten wiesen ihn und den ebenfalls gekommenen Rabbiner Stein an, oen Park zu verlassen; Stein zog sich zurück, aber Rev. Wechsler weigerte sich und schritt dazu, die religiöse Ceremonie auszuführen. Als er sein Gesicht der aufgegangenen Sonne zuwandte, sprangen die wartenden Gläubigen auf und umringten den die Hände erhebenden Rabbiner. Tiefe Stille herrschte und die eindrucksvolle Feier wäre wohl still vorübergegangen, ohne daß irgend einem Menschen daraus ein Schaden erwachsen wäre, hätte die Herren Polizisten nicht der Uebereifer erfaßt. Die beiden Polizisten drängten sich durch den dichten Kreis, nahmen den im vollen Vortrag begriffenen Rabbiner am Arm und zerrten ihn von der Stelle, mit der Erklärung, er sei verhaftet. Es kam zu einem furchtbaren Tumult unter den inmitten ihrer frommen Feier gestörten Juden; nur den ermahnenden Worten des Rabbiners ist es zu verdanken, daß die Polizisten nicht thätlich angegriffen wurden. Rev. Wechsler wurde nach dem Stationshaus abgeführt, eine riesige und höchst erregte Menschenmenge folgte ihm auf dem Fuße. Vom Stationshaus an der 5. Straße wurde Herr Wechsler sofort nach dem Effex Market-Gericht gebracht. Vorher stellte sich heraus, daß die Mitglieder verschiedener jüdischer Gemeinden gekommen waren, um mit ihren Rabbinern an der Ceremonie theilzunehmen, aber den Gottesdienst abbrachen, sobald die beiden Polizisten eingriffen. Viele derselben drängten sich in das Lffex Market-Gericht, wo Magistrat Cornell sofort den Fall aufrief." „Es ist eine Schmach; ein unverantwortlicher Uebergriff der Polizei!" rief Rabbi Wechsler. „In einer halben Stunde wäre die von den heiligen Satzungen gebotene Ceremonie vorüber gewesen und sie hätte Niemand gestört oder beleidigt. Soweit aus den Aussagen der erregten Zeugen entnommen werden konnte, schloß oder begann an besagtem Morgen der 28jährige Cyclus der Erschaffung der Sonne. Nach 26 Jahren, lehren die alten Schriften , steht die Sonne an demselben Fleck, an welchem sie entflammte, als der Schöpfer das allmächtige Wort sprach: Es werde Licht! Nun fei es Gebot für die Gläubigen, das lebenspendende Gestirn mit Gebet zu begrüßen und zugleich dem allgütigen Gott für alle Wohlthaten und Segnungen zu danken, die er der Menschheit durch die Sonne zu Theil werden ließ. „Haben wir keine Rechte in diesem Lande," rief der empörte Rabbi, „garantirt nicht die Constitution volle Religionsfreiheit? Warum versperrt man meinen Glaubensgenoffen den Park, den jeder Bürger betreten darf?" Magistrat Cornell beschwichtigte schließlich die Aufgeregten. Dann entschied er, daß die Polizisten nur ihre Pflicht thaten, als sie die ohne Permit abgehaltene „Versammlung" unterbrachen und deßhalb nicht zu tadeln seien. „Aber," fuhr der Richter fort, „eben so fest bin ich davon überzeugt, daß die Rabbiner und ihre Gemeindemitglieder keine Absicht hatten, das Gesetz zu verletzen." Rev. Wechsler wurde demgemäß freigesprochen und entlaffen, mußte aber vorher dem Magistrat versprechen, daß er keine Anklagen gegen die Polizisten erheben werde. Rev. Osias Hochglück. Vermischtes. Frankfurt a. M Es dürfte mir, als dem ältesten ünitf an der Jsr. Religionsgesellschaft wohl gestattet sein, Herrn Theodor Hamburger dem letzten Mitglied des Vorstandes, welcher mich vor 30 Jahren engagierte, einige Worte des Nachrufs zu widmen. — Was der Verblichene seiner Gemeinde und den vielen Vereinen, denen er angehörte, war. brauche ich nicht zu schildern: ein jeder weiß es. Niemand ahnte, daß dieser gottesfürchtige Mann leider so früh uns entrissen werden sollte. Aber T3y Tuy warm no >2. Wir hatten geglaubt ihn noch □'JP □'■'iitfj/i HND an der