Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 48 (16.6.1897)
- Date
- 1897-06-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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iiti. ,'J1-1!-' ih■ XilTüI Jahrgang. 3nu'itc BrUagr;u M 48 oes Jtarntlit“. Literarischer Bericht Ein neuer Maphteach, Schlüssel zur leichten Umrechnung jüdischer und christlicher Daten, sowie zur Bestimmung des Wochentags eines jeden beliebinen Datums für dieJahre410.ii—57(10 a. m. — 345—2000 a. ehr. nebst einer Tabelle über die Wochenabschnitte für alle Sabbate des Jahres. Von Tr. M. Simon, Berlin und V.'brcr L. Cohen, Rees a. Rh. Berlin 1807. Verlag von 415 Poppe lau er. Unter obigem Titel buben die beiden genannten Verfasser, die schon längst als Kenner des jüdischen Kalenderwesens vortboilbaft bekannt sind, ein Werk geschaffen, das nach verschiedenen Seiten von äußerst praktischem Werth ist. Wie oft kömmt es vor, daß oer Wochen- und Monatstag für eine Jabrzeit oder die Sidra für einen Barmizwoy genau bestimmt werden sollen, was bisher nur mit Hilfe ein.er alten Lunch oder auf Grund wissenschaftlicher Berechnung möglich war. In vorliegenden! Werke sind für den Zeitraum von 1655 Jahren Tabellen angesertigt, die es Jedermann ermöglichen, ohne irgendwelche Vorkenntnisse, jedes beliebige Datum aus der christlichen Zeitrechnung in die jüdische und umgekehrt zu übertragen. Hierbei braucht nicht gerechnet, sondern einfach abgelesen zu werden. Die Erläuterungen, die dem Werk vorangeschickt und, zeigen in kurzen Worten uns faßlicher Darstellung die bequeme Handhabung oer Tabellen. Das Buch ist deßhalb nicht nur für den Geschichtsforscher von großem Werth, es bietet auch den: Laien durch seine Kürze und praktische Ausstellung vielfache Vortheile. Wenn wir schließlich noch hervorheben, daß dasselbe j außer in der deutschen, noch in französischer und eng- : lischer Sprache geschrieben ist und so gleichzeitig drei Texte liefert, so dürsten hinreichend Gründe dafür gegeben sein, um dessen Anschaffung Jedermann dringend zu empfehlen, zumal da Truck und Ausstattung nichts zu wünschen lassen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. O e st e rr.-Ungar. Monarchie. ** Kremsier, 31. Mai. Wie alljährlich, wurden auch heute, am Sterbetage Wilhelm L ö w's, zwei arme Mittelschüler, die die Talmud-Thora-Schule besuchen, im Sinne des Stifters mit dem von diesem errichteten Stipendium betheill. Wilhelm Löw war der Vater des derzeitigen clerical-antisemitischen Wiener Agitators Dr. Max Anton Löw, der wiederholt in öffentlichen Versammlungen über den Glauben seiner Väter in der unflätbigsten Weise losgezogen ist. Testamentarisch wurde Dr. Max Löw, der einzige Sohn des Erblassers, mit der Verwaltung der Stiftung betraut. Er hat nach dem Tode seines Vaters diese Pflicht eine Zeit lang aus persönlicher Freundschaft Herrn Jsak Werner .iberlassen, nach dessen Hinsche!deit aber die Verwaltung rer Stiftung selbst in Anspruch genommen. Er that dies in einem vom 15. September 1883 OalLten Schreiben in dem es wörtlich heißt: „Ich halte es nun für meine Pflicht, mich selbst mit der Sache zu befassen, weil es der Wille meines Vate.'s war, uni außerdem gewährt es mir Freude, da ich ja dadurch noch das Glück genieße, mit meiner Vaterstadt und deren Bewohnern immer im Verkehr' za bleiben. Möge die löbliche Cultusgemeinde von der Ueberzeugung durworungen sein, daß ich, wenn auch in der Ferne weilend, erireut sein werde, fördern zu können das Woal unserer gemeinsamen, so schönen Vaterstadt." Zum Schluffe spricht Dr. Löw dem Cultusvorüande seine „ausgezeichnet - Verehrung" aus. — Das aber war vor 15 Jahren. Seither he.t Dr. Löw nicht blos seinen Glauben geändert, sondern er ist auch ein fanatischer Parteigänger Schneider's und ecu Verlheidiger aller gegen die Inden verü-.uen Niederträchtigkeiten eines Pfarrers Deckeigeworden. Er ha: jetzt selbstverständlich keine Zeit mehr, sich um den letzten Willen seines braven Vaters zu bekümmern. Im Gegentheil, er hat sich erst vor wenigen Jahren in einer öffentlichen Versammlung gerühmt, daß -w seine Eltern verleugnet habe, um der beiliwn katholischen Kirche dienen zu können. ** Pesth Das Blutmärchen Guckt wieder einmal in verschiedenen Theiten des Landes. In Nagy- Kallo gab das Verschwinden eines Kindes, das spater aus einer Janya. wohin eS sich verirrte, gesunden wurde, Anlaß, die Blutbeschuldigung wieder auszusriichcn. In BaeS-Almas war es eine Nonne, die gegen einen armen Hausierer dieselbe aberwitzige Klage erhob. Ein armer alter Jude aus Baja, Namens Denneberg kam in das Dorf, um von einer Bäueriil Bettsedern zu kaufen. Als er mit dieser handelseins geworden, machte sie ihn aufmerksam, daß auch ihre Schwester Federn zu verkaufen habe. Da der alle Mann ihre Wohnung nicht kannte, gab ihm die Frau ihr siebenjähriges Töchterchen als Wegweiserin mit. Als sie vor der Nonnenschule vorbeikamen und die Oberin ihrer ansichtig wurde, rief sie dem Kinde nach: „Komm schnell in die Schule, der Jude wird Dich abschlachten l" Damit