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Der Israelit · 1897-06-16 · Heft 48 (16.6.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 48 (16.6.1897)
Date
1897-06-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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935 x - -- - — hochherzige Gabe sage ich hierdurch meinen wärmsten Dank. Abraham Nachmanson." Eine solche weitherzige Wohlthätigkeit von christlicher Seite gehört auch hier zu den Seltenheiten, wenngleich wir in Schweden Gottlob keinen Antisemitismus kennen. Die Namen der Geber werden trotz der Anonymität ihres Briefes jetzt überall mit Verehrung genannt. Es sind nämlich Herr Konsul Ekman und Gemahlin, welche aus Anlaß ihrer silbernen Hochzeit viele wohlthätige Anstalten mit großen Summen bedachten und dabei, wie wir gesehen, auch der jüdischen Armen in Stockholm nicht vergessen haben. Die edle That hat Aufsehen erregt, und uns Juden berührt eine solche humane Gesinnung in diesen schweren Zeiten doppelt angenehm. England.? London. Am Sonnaben) 30./5. fand bei den Maccabäaus ein großes Festessen zu Ehren der von der Palaftinare.se zurückgekehrten Ges.Uschaft statt, bei dem Herbert Bentwich und Zangwill Die hauptsächlichsten Sprecher waren. Beide erzählten von den Eindrücken, die sie auf der Reise empfangen haben; aber die Resultate, zu denen beide Redner kamen, waren doch recht verschieden. Bentmich sprach als Mann des praktischen Lebens, freilich sehr enthusiastisch und er schilderte, was er gesehen und von anderen gehört hatte und er verglich dasielbe mit den beängstigenden Schilderungen, die inan von dem heiligen Lande entworf.n hatte. Wenn schon die Gegenwart sich soviel besser erwies, so . sah er für die Zukunft die besten Erfolge voraus. Zangwill dagegen war skeptischer und meinte, daß die bisherigen Erfolge, die er gesehen, nicht gar so groß seien, um von einer Zukunft des Landes sprechen zu können. Allerdings gab er zu, er habe nur einige Städte gesehen und die große Karamancrlftraße, während er über die übrigen Tycile des Landes fein Urtheil habe. Von der Kolonisation selbst habe er nur ganz wenig gesehen, eigentlich nur Rischon, Lezion, das allerdings einer Oase in der Wüste gleiche. Sehr günstig sprach sich der Rev. Emanuel, auch einer der Theilnehmer dieser Reise, über die Kolonisation aus und betonte, daß man eben im heiligen Lande zwischen den Inden in Jerusalem, Tiberias, Hebron und Safed einerseits und denen in Jaffa und den Kolonien andererseits unterscheiden müsse. Während die ersteren ihm ein wenig antipathisch waren, hätten die anderen alle seine Sympathien gefunden. Zangwill und Emanuel warnten beide vor dem Nationalismus Herzls, der dein gesunden Kern der zionistischen Bewegung nur schaden könne. Auf denselben Standpunkt haben sich die Londoner Chawawe Zion gestellt, sie haben nicht nur die Betheiligung an dein Münchener Congreß, den Herzl veranstaltet hat. abgelehnt, sondern auch sich energisch gegen den Kongreß erklärt. Im Vordergründe der jüdischen Jnteresien steht die Feierde« 60jährigen Jubiläums der Königin, deren Vorbereitungen alle Welt beschäftigen. Von allgemeinem Jntereffe ist es, daß der Oberrabbiner Adler als Vertreter der jüdischen Gemeinden zu dem feierlichen Gottesdienst in der Kathredale von St. Paul offiziell eingeladen ist. Uebrigens regen sich die Juden auch in den Kolonien. So haben sich auf Anregung der Melbourne»: Gemeinde unsere Glaubensgenoffen in folgenden Städten zu einer gemeinsamen Adresse zusammen gethan: Ballarat, Bendigo, Geitong, Adelaide, Brisbane, Hobart, Perth, Dunedin, Auckland, Wellington und die Fidjiinfeln. — Wir berichteten schon jüngst von einem jüdischen Farmer in Effex, wir sind jetzt in der Lage hinzuzufügen, daß auch in anderen Theilen Englands solche Farmer, wenn auch vereinzelt, existiren. So hat z. B. ein Herr Michaelsen in Coganvill, Süd Wales, seit 8 Jahren schon 25 Preise für seine Gemüse, Kartoffeln rc. in ländlichen Ausstellungen errungen. Amerika. Philadelphia. Die neunte Generalversammlung der Jewish Publication Society fand am Sonntag, den 24. Mai, unter reger Betheiligung, besonders der Mitglieder der hiesigen Gemeinden, statt. Der Bericht dieser Gesellschaft ist auch für europäische Leser interaffant genug, denn er schildert das rege Wachsthum des Juterreffes für die jüdische Literatur, welches sich Dank der unausgesetzten Bemühungen dieser Gesellschaft bei den Juden Americas zeigt. Die Gesellschaft zählt 4 100 Mitglieder über die ganzen Vereinigten Staaten zerstreut, welche die Bücher der Gesellschaft laufend erhalten. Im letzten Jahr sind erschienen im Verlage der Gesellschaft: „Jüdisches Leben im Mittelalter" von Israels Abrahams, dann „In Colen" von Henry Pliowizi, unter den zukünftig erscheinenden ein „Effay über den Talmud" von Arsene Darmefteter, aus dem Französischen übersetzt von Henrietta Szold. Die Einnahmen der Gesellschaft beliefen sich auf rund 60 000 Mk., die Ausgaber etwa eben so hoch, während die Gesellschaft über einen eisernen Fonds von ca. 70 000 Mk. verfügt. Vermischtes. Aus Baden Die von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Löwenstcin in Mosbach vor einiger Zeit veröffentlichte Arbeit über die Juden in der Kurpfalz hat allseitig eine so günstige Aufnahme gefunden, daß der Verfasser sich entschlossen hat, den Anschaffungspreis aus 3 M. herabzusetzen. Einsender glaubt des Dankes der geschätzten Leser dieser Zeitung sich versichert halten dürfen, wenn er die Anschaffung

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