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Der Israelit · 1897-06-14 · Heft 47 (14.6.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 47 (14.6.1897)
Date
1897-06-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVIII Jahrgang. M 47, Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr ITefjrmamt in Mainz Montag, tun 14. Juni 5657 (1897), Abonnements für die Sommerfrische. Wir liefern nach jeder nnS aufzugebenden Adresse in Deutschland und Oesterreich den „Israelit" für 14 Tage Mk 0.60, „ 4 Wochen „ 120, „ « - 180 gegen vorherige Einsendung des Betragein Briefmarken. Rach dem Au-laude entsprechend höher. Postabonnenten wollen ev. Ueberweisung nach einem anderer» Ort bei ihrem dortigen Postamt veranlassen Die Erpedilion ürs Israelit. Leitender Artikel. Zur GrWHtt der pefotmüemrguna in fiantbntg. Wir haben bereits vor einiger Zeit unsere geehrten Leser auf die ebenso werthvolle, wie interessante Arbeit aufmerksam gemacht, die Herr Dr. L. M ü n z, Rabbiner in Kempen, mit der Lebensbeschreibung seines Großvate rs, des Rabbi Eleasars, genannt Schemen Rokeach, der liicrarisch-jüdischen Welt geschenkt hat.*) Heute möchten wir aus diesem Werke diejenige Episode aus dem Leben des bedeutenden Mannes wiedergeben, welche uns zeigt, wie das Wort unserer Weisen wsx *;ny osn sich stets glänzend bewährt. Rabbi Eleasar sagt unseren abgefallenen Brüdern alles das voraus, was sie Jahrzehnte nachher zu ihrem Schmerze am eigenen Leibe erfahren mußten und die Warnungen, die der Weise hier ertheilt, lauten wie die Worte eines Propheten. Nachdem Herr Dr. Münz die Thätigkeit Rabbi Rabbi Eleasar, genannt Schemen Rokeach. Eine Lebensbeschreibung, zugleich eine Einführung in den Gedankengang und die Lehrmethode des rabbinischen Schristthums von Dr. L. Münz, Rabbiner in Kempen (Prov. Posen). Trier. Verlag von Siegmund Mayer. Eleasars in Triesch geschildert hat, fährt derselbe fort: Der Mf des Rabbi Eleasar war damals in die weitesten Gegenden gedrungen; er wurde überall als eine der ersten Autoritäten anerkannt. Wie von verschiedenen anderen Seiten, so wandte man sich damals auch von einer fernen Gemeinde, vom Gestade der Nordsee in einer hochwichtigen Angelegenheit an ihn. Der erste größere Tempel, in dem der Geist der Reform zur Herrschaft gelangte, wurde im Jahre 1818 in Hamburg errichtet. Das Programm, welches die Reformpartei bei der Umgestaltung de- Gottesdienstes aufstellte, bestand seinem wesentlichen Inhalte nach in drei Punkten. Es sollten erstendie seit altersher üblichen Gebete abgeändert und aus denselben Alles entfernt werden, was auf die messianische Hoffnung und Erlösung Bezug hat; es sollten zweitens viele deutsche Gebete, theils Uebersetzungen der alten hebräischen Gebete, theils ganz neu verfaßt, in den Gottesdienst ausgenommen werden; es sollte drittens nach dem Muster der nichtjüdischen Gebethäuser auch in den jüdischen Tempeln die Orgel eingeführt werden. Als diese Tendenzen der Reformpartei bekannt wurden, entstand unter dem weitaus größeren Theil der alten ehrwürdigen Hamburger Gemeinde eine gewaltige Erregung, und das Rabbinatskollegium erklärte die geplanten Neuerungen für ein Vorhaben, das mit den Religionsgesetzen des Judenthums in Widerspruch steht und dessen Geist verleugnet. Da die Entscheidung der religiösen Behörde von den Neuerungssüchtigen nicht beachtet wurde, wandte sich das Rabbinatskollegium in Hamburg an die berühmtesten Rabbiner der damaligen Zeit, um von ihnen Gutachten über die betreffende Frage zu erlangen. Zu den drei großen talmudischen Autoritäten in Oesterreich-Ungarn, von denen das Hamburger Rabbinat Gutachten einholte, gehörte auch der Geistesheld unserer Erzählung. Neben Rabbi Moses Sofer in Preßburg und Rabbi

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