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Der Israelit · 1897-06-03 · Heft 44-45 (3.6.1897) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 44-45 (3.6.1897)
Date
1897-06-03
Page
– (sequence 25)
Language
German
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irdische Wollige in Uußland. Von Arthur Eugen Sirrrson. vcc=>ccdx> Rußland, das äußerste Land Europa's gegen die asiatische Welt im Osten, ist bis auf den heutigen Tag ein Gebiet der eigenthümlichsten Mischungen. Schon die ältesten Nachrichten, welche der weitgereiste Grieche Herodot im fünften Jahrhundert vor der christlichen Zeitrechnung über die Ufer des Tnjepr gibt, weisen eins der buntesten Völkergemische auf. Und so geht es fort durch die Jahrhunderte bis heut. Selbst Petersburg, diese so junge Anlage im nordwestlichen Theil des Reichs, überrascht durch das Gemisch der verschiedensten Trachten. Da wandert der Frack des Westens neben dein langen, breitgegürteten Rock des Alt-Ruffen und dem schwarz-seidenen Kaftan des Juden, der hohe französische Hut der europäischen Kaufleute und der Gutsbesitzer aus den Ostsee-Provinzen neben dem niedrigen des Russen, dem Turban des Muhamedaners und der hohen Mütze auf dem geschorenen Haupt des Tartaren, der silberne Panzer und das Stahlnetz der Tscherkessen neben den Uniformen des einheimischen Militärs und denen der zahlreichen Civilbeamten. Und kommen wir gar nach Moskau, der alten Czarenstadt, und schauen von der Terrasse unterhalb des Czarenpalastes im Kreml über die Stadt — welch wunderbares, fremdartiges Bild entrollt sich da nicht vor unfern Blicken! Diese Menge von KolokolnikS (Glockenthürmen) — das ist kaum eine europäische Stadt. Wo sähe man sonst noch — vielleicht in Konstantinopel — dieses Gewirr von Kuppeln an und über Kuppeln, zwiebelartig und birnenförmig mit der Spitze nach oben, aus schlanken Thür- (Nachdruck verboten.) inen ooer vielinehr Pfeilern von den Seilen und der Mitte der Kirche emporragen? Der Halbmond stebt über allen, aber mitten in ihm erhebt sich das Kreuz, mit goldenen oder vergoldeten Ketten an die gleichfalls in Gold oder Purpur, in Grün und Ultramarin, strahlenden Kuppeln und Kuppelchen befestigt. Aber das Volk zwischen beiden Städten und auf den ungeheuer» Ebenen von Moskau südlich und ästtich und westlich, bis zum Schwarzen Meer und der Wolga und dem Donetz, bildet heut ein inniges Ganzes; der großen Mehrzahl nach ist es der griechischen Kirche zugehörig, die seit achthundert Jahren die herrschende geworden. Die letzten Reste des Islam, die Tartaren der Krim, und jetzt auch die Tscherkessen des Kaukasus, sind nach Klein-Asien hinübergegangen; außer wenigen Lutheranern und Mennoniten und den polnischen Katholiken bewohnen noch etwa.'l,200,M0 Juden das weite Gebiet des Czaren, die größte jüdische Bevölkerung, welche sich in einem Lande der Erde findet. Wann die ersten Juden in diese Länder gekommen, ist dunkel. Sie kamen aber unstreitig von Persien herein, wo schon sehr früh zahlreiche und bedeutende Judengemeinden bestanden. Im sechsten Jahrhundert nach der christlichen Zeitrechnung versuchte jedoch König Kobad von Persien sie zu seiner Religion, der Anbetung des heiligen Feuers, zu bekehren, und es begannen grausame Verfolgungen. Damals wandten sich einige siebenzig Familien nach Indien und fanden dort freundliche Aufnahme. Wahr

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