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Der Israelit · 1897-05-26 · Heft 42 (26.5.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 42 (26.5.1897)
Date
1897-05-26
Page
– (sequence 11)
Language
German
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781 paßt es uns, zu übertreiben, wenn wir von dei lebt, in demselben herangewachsen ist, an Schulen Reichthum der Juden sprechen. Wenn wir vor der und Universitäten Diplome erlangt, als Soldat dem Reichthum der Juden erschrecken, so thun wir ei Vaterlande gedient hat und nicht das geringste Recht weil wir nicht die Höhe des greifbaren, wirkliche in diesem Lande besitzen, angeblich ein Vaterland für Besitzes des Einzelnen zu beurtheilen vermöger sich beanspruchen und nicht als Sohn dieses Vater- Wir sehen diesen angeblichen Reichthum in bi landes betrachtet werden soll, trotzdem man es liebt, ständiger Bewegung, und als Facit derselben finan wie der beste Rumäne selbst. Die Anhänglichkeit der zielle und commercielle Transactionen, sehen eil Juden an unser Vaterland kann der Liebe eines fortwährend vorhandenes, bewegliches Kapital un! Findlings zu seinen Adoptiv-Eltern, der seine wahren verwechseln gar oft den Umsatz, den Kredit de> Eltern nie gekannt hat, verglichen werden; während Einzelnen mit seinem eigenen, wirklichen Betriebs die Zuneigung der fremden, unser Land bewohnenden kapital. Deshalb kommt es uns vor, daß unser Völker der Liebe jenes Kindes gleichkommt, welches Juden ein fabelhaftes Vermögen besitzen, während ir seine wahren Eltern genau kennt, und bei welchem Wirklichkeit selbst die Reichsten unter ihnen Nichte trotz aller Liebe und Erkenntlichkeit für die Adoptivweiter als unbedeutende kleine Händler mit klingender Eltern die echte, natürliche Kindesliebe für die wahren Münze neben unseren großen Grundherren sind . . . Eltern doch nie erstickt werden wird."_ Alle Wege, die zu auszeichnender Thätigkeit führen, sind den Juden abgesperrt, alle Ehrungen und Anerkennungsbezeugungen für Gemeinwohl — Leistungen existiren nicht für die Juden, sie haben weder An- Vereinsnachrichten. recht auf öffentliche Aemter, noch auf Ehrenstellen, München, 20. Mai. Der „Verein zur Fördewir haben sie mit Unehren überhäuft, wir haben rung jüdischer Wissenschaft Ohel Jakob" hielt in den ihnen Alles verboten, nur Eines nicht: Kreuzer und letzten Tagen seine VIII. ordentliche General-Ver- Münzen beiseite zu legen, zu sparen; denn was man sammlung ab. Bekanntlich war es die zielbewußte auch über den Besitz des Juden sagen mag, er und energische Initiative einer verhältnismäßig gerepräsentirt doch nur die Frucht seines Fleißes und ringen Anzahl von opferfreudigen und gottbegeisterten seiner Fähigkeit, sich Entbehrungen aufzuerlegen." Mitgliedern dieses Vereins, welche vor etwa fünf Einen tiefen völkerpsychologischen Blick bekundet Jahren ohne jeden Zuschuß Seitens der großen Geauch Kogalniceanu, wenn er weiter sagt: „Das Unmeinde ein Gotteshaus erstehen ließ, das seiner recht, das wir an den Juden begehen, steht nicht bei! äußeren und inneren Ausstattung nach als - ein uns vereinzelt da; es wird überall geübt, wo es würdiges und imposantes erscheinen muß. Obwohl Unterdrücker und Unterdrückte gibt; so schieben im nun damals mit einem zu erwartenden Zuwachs von türkischen Reich die Türken, wie wir es mit den Svnagogenbesuchern entsprechend gerechnet wurde, Juden thun, alle möglichen Laster den dort wohnenden indem die Anzahl der Beiplätze auf die doppelte Höhe Andersgläubigen zu; in Griechenland thun es so die I der in dem früher vom Verein Ohel Jakob innege- Griechen mit den Türken und nicht besser machen es habten Betsaale vorhanden gewesenen gebracht wurde, Chinesen und Japanesen unter einander. Genau beso sind die Erwartungen von der Wirklichkeit doch trachtet, sind aber diese Laster bei weitem nicht so noch überholt worden. Wie der Rechenschaftsbericht schlimm, als man sie schildert, und wenn wir zur hervorhebt, ist die Zahl der eigentlichen Mitglieder Nutzanwendung kommen, verwechseln wir die Ursache seit dem Vorjahre zwar stabil geblieben, dagegen hat mit der Wirkung; denn es steht fest und ist so ursich die Zahl der Miether von Betplätzen neuerdings alt wie die Welt selbst, daß nicht das Vorhandenerhöht. Hierdurch ist das Bedürfniß nach Schaffung sein von Lastern Ursache zu Verfolgungen bietet, neuer Plätze zu einem dringlichen geworden, und die sondern daß immer Verfolgungen Laster gezeitigt Vereinsleitung bereitet geeignete Maßnahmen vor, haben." um zunächst wenigstens den unabweislichen Anforde- Das sind goldene Wahrheiten, die auch für rungen genügen zu können. Hier zeigt es sich also, andere Länder gelten. Und wer sein Land nicht daß die für das erhabene Ziel gebrachten Opfer auch vom Standpunkte einer Partei, sondern als wahrer nach dieser Richtung hin nicht vergeblich waren, in- Patriot liebt, der beherzige auch den flammenden dem Gabenfreudigkeit und Ueberzeugungstreue für Appell, den Kogalniceanu an seine Connationalen eine heilige Sache immer von Neuem Anhänger und mit folgenden Worten richtet: „Es ist wahrhaft Mitkämpfer werben. Als ein weiteres, unabweisschmerzlich, geradezu unmenschlich, ja man verliert bares Bedürfniß bezeichnet der Rechenschaftsbericht am Ende das Unterscheidungsvermögen zwischen die Mehrung der Unterrichtsgelegenheit für die her- Recht und Unrecht, wenn man sich deffen bewußt anwachsenden Söhne und Töchter. Da die für den wird, daß man seit Generationen in diesem Lande I Religionsunterricht vorhandenen Lehrkräfte bereits so

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