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Der Israelit · 1897-05-24 · Heft 41 (24.5.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 41 (24.5.1897)
Date
1897-05-24
Page
– (sequence 12)
Language
German
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766 Aereinsnachrichlen. ** Hamburg, 20. Mai. Der isr. Unterstützungs- Verein für den einjährig-freiwilligen Dienst versendet soeben seinen Jahresbericht pro 1896. Wir entnehmen demselben das Folgende: An Mitgliedsbeiträgen wurden im verflossenen Jahre 3865 M. 90 Pjg. vereinnahmt, und an Rückzahlungen früherer Unterstützungen 15OO M. eingenommen; der Rest des zweifelhaften Postens von 550 M. ist in diesem Jahre von Freunden des Vereins abgetragen worden. Bei Beginn des Jahres 1896 waren zwei Einjahrig-Freiwillige zu unterstützen, im Lause des Jahres wurden ferner zwei Unterstützungen bewilligt. Auf die letzteren ist ein Theil der bewilligten Beiträge erst in diesem Jahre zu bezahlen. Um auch ferner im vollen Umfange die Zwecke des Vereins erfüllen zu können, hat es sich als nothwendig erwiesen, in besonders dringenden Fällen schon vor der Dienstzeit Garantie dafür zu stellen, daß die zu Unterstützenden während ihres Dienstjahres Mittel vom Verein erhalten, weil sie nur auf Grund dieser Bürgschaft den Berechtigungsschein erhalten können, wenn die Eltern nicht im Stande sind, genügende Garantie hierfür zu geben. Im Jahre 1896 hat der Verein solche Bürgschaften in drei Fällen mit zusammen 2400 M. übernommen. Der Vorstand bemerkt hierzu, daß er bemüht ist, dafür zu sorgen, daß die bisherige Art seiner Thätigkeit dadurch nicht beschränkt zu werden braucht. Der Verein hat laut Verzeichniß 305 Mitglieder, während das Vereinsvermögen, das theils in ersten Hypothekpoften, theils bei der Sparkasse belegt ist, jetzt auf 14 158 M. 15 Pfg. angewachsen ist. Der Vorstand des Vereins besteht zur Zeit aus den Herren E. C. Hamberg (in Firma L. Behrens u. Söhnej als Vorsitzender, S. B. Guttentag, Schriftführer, Otto Rosenstern, Cafsirer, Victor I. Michael, I. Stavenhagen, James KallmeS und Herrmann Hamberg, die sämmtlich gern bereit sind, Anmeldungen neuer Mitglieder, sowie Spenden für den Verein entgegenzunehmen. Stratzburg i. E., im Mai. Der hier seit längerer Zeit bestehende israelitische Literaturverein tok nctr hat, seitdem Herr I. Haas in der letzten Generalversammlung zum Präsidenten gewählt wurde, an Milgliederzahl stark zugenommen. Der Vereinspräsident, sowie der Vereinsrabbiner, Herr I. Glaser, haben es sich zum Ziele gesteckt in den jüdischen jungen Männern den Eifer zum Studium der Thora zu wecken und sie mit den heiligen Schätzen unserer Literatur bekannt zu machen. Wirkt hierzu einerseits die direkte Propaganda des Präsidenten, so secundirt ihn hierbei Herr Rabbiner Glaser, indem dessen Vorträge sehr anziehend auf die Zuhörer wirken, weswegen die Zuhörerschaft sich jedesmal vergrößert. So hielt Herr Glaser vorige Woche einen vortrefflichen Vortrag im überfüllten Vereinslokal, in welchem i derselbe hervorhob, anschließend an die Worte der Schrift pan neu daß das eigentliche Band, das die Juden an einander knüpft und zusammenhält, die hebräische Sprache sei, in der die Thora für alle Ewigkeit zur Stütze unseres Bestehens ppn -!>**? uns gegeben wurde. Der Herr Vortragende würzte seine schöne Rede mit vielen Cilaten aus der Schrift, aus dem Talmud und Midrasch. Der Beifall war auch ungelheilt und allgemein. Liegt nun der Hauptzweck des Vereins auf dem Gebiete jüdischen Wissens, so überläßt er die Ueberschnsse seiner Erträgnisse an die dem Verein einverleibte Casse für err» r»:an, um fremde mittellose Glaubensgenossen aus ihrer Durchreise in anständiger Weise zu beköstigen. Auf diese Weise nun sorgt der Verein nex ner für die geistige Nahrung seiner Mitglieder und für die leibliche Kost seiner armen Glaubensbrüder. Möge der Verein auch ferner blühen und gedeihen, und mögen die jungen Männer, die dem Verein noch nicht beigetreteu sind, zu ihrem eigenen Nutzen und Frommen dem Beispiele ihrer zahlreichen Altersgenossen recht bald folgen. Dem Herrn Präsidenten aber, der durch seine Bemühung den Verein zu solcher Blüthe gebracht, sowie dem Herrn Rabbiner Glaser, der durch seine uneigennützige und segensreiche Thätigkeit zum Bestand und zur Sicherung des Vereins ungemein beiträgt, rufen wir hiermit ein kräftiges nip-' zu. Briefkasten der Redaktion. RellgtonSlehrer H.r Ms Probe von den dichterischen Ergüssen, die uns manchmal übersendet werden, mag der erste Theil Ihres Poöm's hier eine stelle finden : Die Antisemiten und ungläubige Israeliten Sind bei Gott nicht gut gelitten; Von den Antisemiten wird das Volk verhetzt, Von den Israeliten werden die Gottcsgebotc verletzt. Das Thun beider findet Ausdruck sehr scharf, Psalm 81, V. 14 u. 15 aus der Daoid'schen Harf! Letzte Nachrichten. Mainz, 24. Mai. Aus Frankfurt a. M. erhalten wir die erschütternde Nachricht, daß Herr Theodor H o m b u r g e r, Mitglied des Vorstandes der isr. Religionsgesrllschajt, sowie der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums, gestern plötzlich im 61. Lebensjahre verschieden ist. Bad-Ems. Unser altrenommirtes, feit 30 Jahren bestehendes Hotel Löwenstein hat, wie ich zu meiner Freude erfahren habe, und zur Beruhigung der orthodoxen Glaubensgenossen, seit 1. Mai dieses Jahres — trotzdem bisher strengreligiös geführt — noch eine von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Weingarten engagirte Dame zur Beaufsichtigung der Küche im Hause. Hotel Löwenstein ist bis jetzt das einzige Hotel am Platze, dem ohne Weiteres das volle Vertrauen geschenkt werden kann. A. (3169

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