Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-05-20 · Heft 40 (20.5.1897) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 40 (20.5.1897)
Date
1897-05-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448743--43923-2492994
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

(Mit Portrait.) für dasL^ ÄrthodoM NuderrlhuridÄ aronin Klara von L-ZM 7^- mm Baronin Clara von Hirsch, die Wittwe des seligen Baron Moritz von Hirsch, erfreut sich nicht ausschließlich bei ihren Glaubensgenossen der größten Verehrung und Liebe, auch bei Andersgläubigen ist ihr Name einer der höchst geachteten und beliebtesten. Wohl ist nach den Worten des weisen Königs die Anmuth Lüge und nichtig die Schönheit, wo aber diese beiden hervorragenden Eigenschaften eines Weibes sich mit der herrlichen Tugend der im größten Maßstabe geübten Wohlthätigkeit verbinden, wic dies bei Frau von Hirsch der Fall, da mag es wohl gestattet sein ein Weib zu rühmen bbnbi mw» cnwa und in den Thoren ihre Thaten zu preisen. Ja, wenn auf eine Frau der Ausspruch des herrlichen Liedes vom Biederweib, der da lautet nnfrp rr-m -oy1? wid heo anwendbar ist, so ist es auf die in der Ueberschrift genannte Dame. Sie war es, die ihren Gemahl zu dem größten Philantropen der Welt gemacht hat, sie war die Seele aller diesbezüglichen Unternehmungen, sie hat den Ausspruch gethan, daß der Reichthum ihres Mannes nur ein Unterpfand sei, auf das nach dem Tode ihres Sohnes die Armen und Unglücklichen ihrer Nation ein Recht hätten. Bei Lebzeiten des seligen Herrn Baron hat sich Clara von Hirsch an allen seinen menschenfreundlichen Werken in hohem Maße betheiligt und nach seinem Ableben, als das ganze Vermögen in ihre Hände gelegt wurde, da konnte sie ihren verstorbenen Gatten nicht höher ehren, ihm kein herrlicheres Denkmal setzen, als daß sie die von ihm begonnenen Liebeswerke in noch intensiverer Weise fortsetzte, indem sie sich ganz dem erhabenen Beruf einer thränenstillenden, sorgenverscheuchenden Spenderin hiugab. Bereits im ersten Jahre nach dem Tode ihres Gemahls vertheilte Baronin von Hirsch über fünfzehn Millionen Franks und das repräsentirt nur die Summen, deren Kenntniß in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, wie viel mag sie erst im Geheimen gegeben haben an verschämte Arme, die sich unglücklich halten würden, wenn jemals ein Laut an die Oeffentlichkeit dränge davon, daß sie Frau von Hirsch die Fortdauer ihrer Existenz zu verdanken haben. Die Gebete dieser Geretteten, die sie für das Wohl ihrer Retterin emporsenden, sie sind es, die zuerst an den Thron des Allmächtigen gelangen, weil nur Er allein von der Nothlage erfahren. Die Lebensgeschichte dieser Escheth Chajil, der Tochter des Senators Bischossheim von Brüssel, eines geborenen Mainzers, ist unseren Lesern bekannt; mit dem Bildniß derselben, aus dem Tugend und Gutherzigkeit spricht, glauben wir Jedem, der cs erblickt, eine besondere Freude zu bereiten. Gebe der Allgütige der theuren Frau langes Leben und Gesundheit, Frohsinn und Heiterkeit des Gemüths — das wünschen wir und die Millionen derer, die ehrfurchtsvoll zu ihr aufblicken.*) *) Einem mehrfach geäußerten Wunsche aus dem Kreise unserer Leser entsprechend, werden wir demnächst in diesen Blättern von all den vielen uns zugegangenen Gedächtnißreden als einzige die schöne Gedenkrede wiedergeben, welche der Director der Israel. Waisenanstalt für das Königreich Bayern in Fürth, Herr Rabbiner Dr. D e u t sch, am 7. Jjar dss. Jahres zu Ehren des verstorbenen Baron Moritz von Hirsch vor den Zöglingen seines Hauses gehalten hat. (Redaction des JSraelit.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.