Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 38 (13.5.1897)
- Date
- 1897-05-13
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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’.lv3 '■; -lUfuywp» ' 712 pikante Würze. Und jetzt erfährt man erst, die Schulgcldbesreiungen sind keine sozialpolitische Vorsicht, durch die es der Gesetzgeber vermeiden will, daß das Studium zum Monopol der Besitzenden, das Wissen zum Alleineigenthum der Reichen, die Bildung zum Privileg der oberen Zehntausend werde. Nein, vom Schulgeld wird an den communalen Schulen derjenige befreit, der den antisemitischen Stadträthen zu Gesicht steht. Nicht die fleißigsten, die sittsamsten, die talentirteften, sondern die unbeschnittensten Schüler, lind die würdigsten. Die armen Judenkinder sind niedergeworsen, zerschmettert, deeimirt, sie haben die Gewalt, die Machtvollkommenheit des antisemitischen Stadtrathes kennen gelernt. Als sie weinend vor ihren Lehrern standen, die ibnen selbst mit bebender Stimme das Ausweisungsedict des Stadtrathes mittheilten, als sie schluchzten und stammelten, daß sie ihre Studien ausgeben müßten, da ihre Ellern kaum das nackte Leben fristen könnten, da mag in diesen jugendlichen Gehirnen die Erkenntnis; ausgedämmert sein, was man heute christlich schilt und sozial schimpft. Der antisemitische Kinderkreuzzug bedeutet vielleicht den Höhepunkt dieses gottvergessenen Treibens. R u ß l a n d. Kiew, im Mai. Unter Tbeilnahme der geistlichen Spitzen unserer Stadt, Professoren, Acrztc :c. ist der neugebaute Thcil des jüdischen Hospitals eröffnet worden, welchen der bekannte Philantrop Lazar Brodsky aus seine Kotten hat Herstellen lassen. Der neue Theil enthält 32 Betten und ist speziell zu einem Frauenkrankenhaus bestimmt. Der Generalgouverneur von Kiew hat aber gleichwohl zur selben Zeit verboten, daß jüdische Geschäftsinhaber Warrendepots in Städten oder Dörfern errichten, wo sie kein Ansiedlungsrccht haben. Bis jetzt war cs ihnen unbenommen, in Eisenbahnstationen Waaren aufzuspeichern, z. B. Petroleumbassins anzulegen zc. Noch 1885 wurde ihnen dieses Recht bestätigt, das ihnen der neue Kurs entzogen hat. Moskau. (I u d e n k r a w a l l e.) Im Flecken Kantakusav haben arge Judenkrawalle stattgefunden. Fast der ganze Ort ist zerstört, viele Einwohner fino verwundet. Den Anlaß zu den Ausschreitungen bot ein Streit zwischen eine.n Handelsmann und einem Bauern. Man befürchtet ein weiteres Umsichgreifen der Bewegung. P a l ä st i n a. Jericho. Jenseits des Jordans, und nur wenige Wegstunden von hier entfernt, befinden sich die Ruinen des Städtchens Medaba (des »rro der Bibel, Numeri XXI, 30) das einst, wie eben diese Ruinen beweisen, ein blühendes Gemeinwesen gewesen sein muß. Man sieht hier noch die Ueberreste von Gebäuden, die eher Paläste, als einfache Wohnhäuser waren. Die Fußböden in diesen Palästen bestehen gewöhnlich aus Mosaik, zu dem die benachbarten Berge, so auch der Berg Nebo {'.z: m), das nöthige Gestein lieferte. Kürzlich wurde nun dort zwischen diesen Ruinen ein besonders kühn entworfener und fein gearbeiteter Mosaikfußboden entdeckt, der ausführlich geschildert zu werden verdient. Derselbe stellt nämlich die Karte von Palästina vor, und erstreckt sich dieselbe vom Bache Egyptens hn: im Süden bis zum Karmelgebirge im Norden, und vom Jordan im Osten bis zum Mittelmecre im Westen. Schwarze Linien stellen die Flüsse, Häusergruppen wieder die Städte vor. Jerusalem mit dem Tempelberg ist besonders schön gearbeitet. Die Karte dürfte im dritten Jahrhundert nach der Zerstörung des zweiten Tempels angefertigt worden sein und zwar auf Befehl des griechischen Statthalters jenseits des Jordans, der so von Palästina, das gleichfalls zu seinem Verwaltungsgebiete gehörte, eine klare und deutliche Uebersicht haben wollte. w Anzeigen. Für beit folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich Großer Lager in €hamoschim Machsorim, Schulbücher Gebetbücher mit und ohne Uebersetzung in einfachen bis zu den feinsten Etubiiube«. 11, Hofmann, i hebräische Buchhandlung, | Frankfurt a. M.! Allerheiligenstraße 87. (113« Großes Lager in woveue« und seid eue« Talesim, Zizis, Teflllin, Mesnsos, sowie in sämmtlichen Ritualien. Bezugsquelle für »iederverküufer. Für Zuckerkranke frisch und billigst Karlsbader Wasser and Salze. Heidelbeer- Extract „Unger“, Sacharintabletten 300 Stück 1.50 Mk., Diabetiker Zwieback — Unger —100 St. 5.50 Mk. frei Diabetiker Brod — Unger — 4 St. 2.90 Mk. frei. Beide Präp: vielfach ärztl. empfohlen, sehr schmackhaft. — Alle Constunenten, auch nach jahrelangem Gebrauch sind gleichmässig zufrieden. Uricedin Stroschem etc. etc. Würzburg. Dr. H. Unger.