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Der Israelit · 1897-05-13 · Heft 38 (13.5.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 38 (13.5.1897)
Date
1897-05-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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709 den Juden die Vornahme ritueller Schlachtungen nicht verboten werden dürfe, nachdem die Beobachtung der rituellen Schlachtung zweifellos zu den Religionsgebräuchen der Juden gehöre. Eine Verhinderung in der Ausübung dieses Religionsgebrauches enthalte nicht nur eine Verletzung der Artikel 14 und 15 der Staatsgrundsätze, sondern auch eine Verletzung des Gesetzes vom 21. Mai 1890, wonach den Angehörigen der israelitischen Confession die freie Bethätigung ihrer Religionsgebräuche in keiner Weise verwehrt werden dürfe. (Oesterr. Wochenschr.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. Schneidemühl, 10. Mai. In den Zwischenlagen des Osterfestes tagte hier die Generalversammlung des im Jahre 1846 gegründeten israelitischen Wohlthätigkeitsvereins. Dieser Verein macht es sich zur Ausgabe, an unbemittelte Personen zinsfreie Darlehen bis zum Betrage von 150 Mark auszuleihett, die Rückzahlung kann in kleinen Raten erfolgen; außerdem werden Knaben, welche ein Handwerk erlernen, in jeder Weise unterstützt. "Rach dem Geschäftsberichte, welchen der Vorsitzende, Herr Berliner, vortrug, beträgt die Mitgliederzahl 43; das Vereinsvermögen 6226 Mark. Im vorigen Jahre wuroe das 50. Jubiläum in erhebender Weise gefeiert. Am "Rachmittag desselben Tages fand auch unter Leitung des Herrn Berliner die Generalversammlung des im Jahre 1855 von Herrn Rabbiner Brann gegründeten israelitischen Frauen-Vereins statt, diesem Verein gehören 100 Mitglieder an, das Vermögen beträgt 5000 Mark. Neben der Thätigkeit in Kränkheitsuud Sterbefällen macht auch dieser Verein es sich zur Aufgabe, weibliche Personen der ErwerbslhätigkRt zuzuführen; im Jahre 1896 sind 518 Mark an Unterstützungen verausgabt worden. Worms. Im Vereine für jüdische Geschichte und Literatur hielt am vergangenen Dienstag Herr Rabbinatscandidat Dr. David aus Breslau einen Vortrag über Moses Mendelssohn. Der Redner führte die Gestalt und das Streben M> ndelssohnS in klarer und fesselnder Weise vor die Augen der zahlreichen Zuhörer, die mit sichtlichem Interesse den Ausführungen des Redners folgten. Aus dem Grotzherzogthnm Hessen. In unserem Großherzogthum gibt es nach der neuesten Volkszählung 24,618 Israeliten. Davon entfallen auf Starkenburg 8/45, Oberhessen 7260, Rheinhessen 8613. Die meisten Israeliten wohnen im Kreise Mamz, nämlrch 3614. In Darmltadt wohnen 1379, in Mainz 3098, in Offenbach 967, in Gießen 701 und in Worms 1131. Dessau, 10. Mai. Aus Anlaß des Geburtstages unseres Landesherrn sind an Israeliten folgende Auszeichnungen verliehen: die Ritter-Jnstgnien zweiter Klaffe des Hausordens Albrecht des Bären dem Herrn Sanitätsrath Dr. Fließ in Bernburg; die goldene Medaille dem Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Zerbst, Albert Tasse; Fabrikbesitzer August Tuchmann in Deffau, Vorsteher der hiesigen Gemeinde, wurde „Kommerzienrath"; der Spediteur Israel Perutz in Ballenstedt wurde „Hofspediteur" und der Uhrmacher und Juwelier Adolf Bernhard in Bernburg Hoflieferant". — In Jaßnitz ist am 25. v. Mts. Herr M. Alexander gestorben, derselbe wirkte dort 38 Jahre als Vorsteher in sehr segensreicher Weise. — Hier geht das Gerücht, daß Herr N. Herzberg in Köthen, dem das Gericht in allen Instanzen die Berechtigung, den Titel „Kommerzienrath" zu führen, abgesprochen, diesen Titel wieder erhalten soll! O e st e rr.-Un gar. Monarchie. (M.) Triest, 26. April. Die Erweiterung des hiesigen jüdischen Friedhofs ist nun eine dringende Rolhwendigkeit für unsere Gemeinde geworden, und hat daher unser Cultusvorstand beschlossen, einen Aufruf an alle hier lebenden Israeliten zu erlassen, damit sie das pietätvolle Werk durch freiwillige Spenden fördern sollen. Da der Wohlthätigkeitsstnn unserer Gemeindemilglieder in einem geraden Verhältnisse zu ihrem Wohlstände steht, so kann man sicher sein, daß der Appell unseres CultuSvorstandes keine tauben Ohren finden, sondern reichliche Früchte tragen wird. Türkei. Salonichi. Das hiesige Journal „Epocher" veröffentlicht eine Statistik ver Juden in der asiatischen Türkei. Darnach beläuft sich die Zahl derselben mit Ausnahmen von Syrien und Palästina auf >23,954 Seelen, wovon die meisten in Vilayet Bagdad wohnen, nämlich 53,000, dann in Vilayet Smyrna 22,516, endlich in Villayet Aleppo cu. 20,000, während der Rest zerstreut in den übrigen Vilayets lebt. Diese Statistik soll auf amtlichen Dokumenten beruhen. Briefkasten der Redaelto«. Herrn P in K.: Die Drucklegung ist noch unbestimmt. Briefkasten der Expedition. R« R., Berti« r Sie sandten uns am 6. Mai per Postanweisung 2 M., vergaßen jedoch die Bestimmung derselben anzugeben. Wir bitten daher um gefl. Mitthcilung. Herrn A. K., Oedenvnrg r Betrag von fl. 2.— dankend empfangen.

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