Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1897)
- Date
- 1897-05-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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- . 'Ijyijjitj- '.-W SBer Israelit. Central-Organ für das orthodoxe Judenthnm. Al'äLier für die israet. Schule. 6. Mai 1897.^ [9lt. 4. Wonferenz cmt?altifd?er Meligionslehrer. Die isrelitischen Neligionslehrer des Herzogthums Anhalt waren am Sonntag, den 25. April, zur ernsten Arbeit und Pflege amtsbrüderlichen Sinnes in Bernburg versammelt; bot doch Die Tagesordnung eine Reihe von Punkten, bei deren Behandlung so manche pädagogische Erfahrung und Belehrung ausgetauscht wurden, deren Beherzigung den Religionsschulen der engeren Heimath und dem Jildenthum nur segensreich sein können. — Erschienen waren die Landesrabbiner Dr. Freud entbal—Dessau, Dr. Flaschner—Bernburg, D r. Seligkowitz— Eölhen , Nos e —Gröbzig , Hurwitz—Cöthen, B öh m und Abelso b, n—Bernburg, Kowalsk i— Ballenstedt, Fuchs—Zerbst, Beermann—Harzgerode, Sachnowi tz—Sandersleben, Liebenfeld —Hvyni, Blitz u. H o r w i tz—Dessau. Außerdem beehrten die Vorsteher der Bernburger Gemeinde, die Herren A. Bamberg u. C. W o l f f, die Konferenz mit ihrem Besuch und verfolgten den Gang der Verhandlungen mit sichtlichem Interesse. Es sei aber auch schon hier vermerkt, daß die Gemeindeverwaltung die Teilnehmer aus's Beste und Freundlichste bewirthen ließ. — Da ein Schulleben nur durch innige Verbindung von Theorie und Praxis gedeihen kann, wurde auch in diesem Jahre danach gehandelt. B ö h in—Bernburg, führte seine Mittelstufe vor und zeigte an der Wiederholung von cbv ,*hx, wie allseitig er den Stoff behandelt hatte. Als nach Beendigung dieses Stückes noch die Durchnahme eines bisher noch nicht geübten und vorbereiteten Stoffes gewünscht wurde, erfüllte Böhm auch dieses und zeigte sich auch als gewandter und geschickter Lehrer, wenn auch Einzelheiten bei der Besprechung modiftzirt wurden. — Um 11 Uhr wurde die eigentliche Tagesordnung durch den Herrn Landesrabbiner eröffnet. Rach alter Sitte galt unserem erlauchten Landesherren, dessen Bürger ohne Unterschied seiner Fürsorge sich erfreuen, das erste Hoch und der erste Gruß. Nachdem Herr Dr. Flaschner schon vorher die Versammlung bewillkommt, begrüßte sie auch Herr Dr. Bernburg seitens der Gemeinde und wünschte den Verhandlungen das beste Gelingen. Herr Dr. Freudenthal gab darauf bekannt, daß es ihm durch das Entgegenkommen der Staatsbehörde ermöglicht worden sei, das Interesse der Beamten bei Neuanstellungen und Kündigungen besser wahren zu können, was sichtliche Freude hervorrief. — Die Verlagsbuchhandlung von Will). Jacobsohn u Eie. hatte in liberaler Wette ein Postpacket guter Schulbücher zur Verfügung gestellt; dieses wurde dankend anerkannt. — Wie schon erwähnt, entspann sich über die Lehrprobe eine längere Debatte; es wurden dabei nochmas die leitenden methodischen Normen für den Uebersetzungsunterricht sestgestellt und zur Beachtung empfohlen. Darauf referirle Herr Dr. Flaschner über: „Nachbiblischen Geschichtsunterricht in überaus fesselnder und erhebender Weise: Jahrhunderte lang habe sich der Unterricht in den jüdischen Schulen nur auf die verschiedenen hebräischen Fächer beschränkt; der systematische Religionsunterricht wurde verhältnismäßig später eingeführt. Die alten Religionsbücher wie Sefer hachinuch und Menoraß hammoaur können zum Gebiet des Hebräischen gezählt werden. Die ältesten Religionsbücher in deutscher Sprache wurden in Oesterreich durch Herz Homburg und Peter Beer verfaßt und eingeführt. Sobald in unseren Schulen der Religions-