Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1897)
- Date
- 1897-05-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ein «VV.W tXXTIII. Jahrgmig. M 86 Der Israelit Genlrat-Hrgan für das orthodoXe Iudenthum Begründet von Dr. f^tttfittn in Ütatu}. Donner ft ag, de« 6. Mai 5657 (1897). ««, Eine Mnek abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat Juni MSauf den „L8»»«Nt". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter deS Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Expedition des „Israelit". Leitender Artikel. Sprüche der Waler. Sechstes Buch. XIII. Mainz, 3. Mai. Die Thora wird ferner erworben durch :n:yr, swc Einschränkung des Vergnügens, rutr vwo Einschränkung des Schlafes, nn'L'Einschränkung der Unter halt u n g und irre Einschränkung des Scherzes. Diese Lehren sind so einleuchtend, daß sie eigentlich emer näheren Erläuterung nicht bedürfen. Es ist selbstverständlich, daß. wenn man sich dem Vergnügen, dem Schlafe, der Unterhaltung mit unnützen Dingen und dem Scherze in allzu reichem Maße hingibt, inan gehindert ist, nicht nur während der Zeit, diese Dinge vor sich gehen, sondern auch späterhin sich die Thora anzueignen, denn die nachtheilige Wirkung, die diese Art von Zeitvertreib auf unseren Körper und Geist ausübt, vermindert in hohem Maße unsere Fähigkeiten, die Weisheit der Thora in uns ausnehmen. Wenn wir trotzvem eine kurze Betrachtung über die Rathschläge, die uns hier ertheilt werden, anstellen, so geschieht dies aus dem Grunde, weil die Meinungen über das Maß und die Art der Einschränkung, die wir uns hier auferlegen sollen, weit auseinandergehen. Der Eine meint, wenn er statt in's Theater zu einem Vortrag in dem neugegründeten Literaturverein gehe, so habe er sein Vergnügen genügend reduzirt; das mag ja wohl oft der Fall sein, ob er sich aber damit Thora angeeignet hat, ist doch immerhin noch sehr zweifelhaft, ein anderer glaubt durch einen viertelstündigen Schiur vor dem Schlafengehen, durch einen kurzen Einblick in ein religiöses Werk bei Tisch dem rwi auwi eure p'nn nrrr schon Genüge geleistet zu haben. Wir wollen hier ein Gleichniß des bekannten Rabbi Jakob von Dubuo wiedergeben, das uns zeigt, was unsere Weisen unter Einschränkung der mehrerwähnten Dinge verstanden und wie sie diese Einschränkung ausgefaßt haben wollen. In Bezug aus den bekannten Ausspruch Rabbi Chananja bcn Akaschjahs, der da lautet: matoi rrrn cnS renn “p-eb bsT1 nx n‘27b rrzprr nsr „Der Heilige, gelobt sei Er, wollte Israel beglücken, deßhalb überhäufte er sie mit Thora und Mizwoth", wirst Rabbi Jakob die Frage aus, was das eigentlich für ein großes Glück sei, so gar viele und zahlreiche Mizwoth erfüllen zu müssen, hätte Gott z. B. jeden Juden mit einer Brieftasche, gefüllt mit 100 000 Thalern, geboren werden lassen, so wäre das doch ein Glück, das aller Welt weit einleuchtender wäre, als die große Anzahl von Mizwoth, mit denen er uns umgeben. Der Gleichnißdichter beantwortet diese Frage durch die folgende Erzählung: Ein vornehmer Kaufmann pflegte alljährlich die Leipziger Messe zu besuchen, um dasselbft seine Einkäufe zu besorgen. Als er älter wurde und weite Reisen ansingen ihm beschwerlich zu werden, machte er den Versuch, feinen zwar etwas leichtfertigen, aber