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Der Israelit · 1897-05-03 · Heft 35 (3.5.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 35 (3.5.1897)
Date
1897-05-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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... w^yx.i. "w*,r"'T::j'_~^~F'V*'T‘r7i-T' 657 den des wahren Juden Leben darstellt, nicht — erwarte oder — wünsche." 10) Es ist mir unbegreiflich, wie der Herr Rezensent so etwas niederschreiben kann. Habe ich INIL22 ups-n “jrrrnn u*rms> etwa mit weniger Sorgsalt behandelt? Zudem kann ich den Herrn Rezensenten durch dieTbat suche widerlegen, daß ich in meinem Circular an die Lehrer ausdrücklich sage: „Das „Bibel-Uebersetzen" als „Bibel-Unterricht" nach gleicher Methode erscheint ebenfalls bald." Ein Exemplar des Circulars ist hier beigelegt. Warum ich den Gebet-Unterricht zum Mittelpunkte des Religions-Unterrichts machen will, hat seinen Grund darin, weil in unseren Gebeten an jeder Stelle, im kleinsten Verse, religiöse Gedanken konzentrirt enthalten sind, während die geschichtlichen Theile des Pentateuch« nur in größere Abschnitten religiöse Ideen darstellen. — Ferner schließt er aus meiner Uebersetzung des ntjpi ’p^K, daß ich „v'rivn rwnn leugne." Dabei citirt er selbst meine Worte: „Wohin nimmt Gott meine Seele? In die Ewigkeit," und: „der die Seelen von den todten Leichnamen zurücknimmt." Er könnte höchstens schließen, daß ich die Au f e r st e hun g des Fleisches nicht lehren will, und ob das Judenthum die Auferstehung des Fleisches unter D’mi rnnn versteht, darüber kann man doch verschiedener Meinung sein.") Aber von Jemand, der das Stück pto für die Schule bear- 10) Aus der ersten und dritten These schloß ich, daß die erste nicht so „unverfänglich" aufgefaßt werden darf, wie ich sie gerne aufgefaßt hätte, daß sie nicht bedeute: „Die Religionsschule ist eine Vorhalle, wie für das Leben überhaupt, so a u ch für die Lynagogc", sondern daß sie nur für die Letztere vorbereiten solle. An der Richtigkeit dieser Schlußfolgerung, also an der Richtigkeit der Behauptung, daß Herr Dr. G den „Gebet-Unterricht" auf Kosten anderer Disziplinen überschätzt, ändert das mir schon damals bekannte Versprechen, „das Bibel-Uebersetzen als Bibel-Unterricht nach gleicher Methode zu bearbeiten" durchaus nichts. Oder hat der Religionsunterricht zwei Mittelpunkte? Der L^rm-Unterricht muß unbedingt der Mittelpunkt unseres Religionsunterrichtes sein: denn auch der Nutzen den die Erkenntniß der „in einem größeren Abschnitte enthaltenen religiösen Ideen" bietet, ist, weil diese dem Kinde durch die anziehende Erzählung „interessant" geworden sind, weit größer als einer abstrakten Deduktion der in einem einzelnen Gebetsatze konzentrierten Gedankenfülle. 11) Aus den auch von mir angeführten Sätzen geht zur Genüge hervor, daß der Herr Vers, die Unsterblichkeit der Seele lehrt, aber das giebt er mir selbst zu, daß die Aufcrstehung des Fleisches durch seine Uebersetzung des Gebetes nicht wiedergegehen ist. Es ist hier nicht der Ort für lauge religionsphilosophische Erörterungen, darum will ich nur darauf Hinweisen, daß, wenn die Seele n^i ch t st i r b t, eine Belebung der Todten sich nickt auf die Leele beziehen kann, vielmehr der Wortlaut DTiDn rrnn eine Wiederbelebung der Körper enthalten muß. Darüber, „ob das Judenthum die Auferstehung des Fleisches unter ö"nnn verstehe," kann man nur dann verschiedener Meinung sein, wenn man über die Bedeutung des Begriffes: „Das Judenthum" verbeitet, behaupten, er „leugne D'rni rwnn", da« ist doch wohl-zu weit gegangen. —,2) Das ist aber auch vollständig alles, was der Herr Rezensent gegen mein Buch vorbringt, und ob diese Einwände, selbst wenn sie begründet waren, „schwerwiegend genug sind, um ein Urtheil oder vielmehr eine Abl eh nunz schon jetzt zu rechtfertigen" -das wird der geneigte Leser doch wohl noch sehr bezweifeln. In meinem Buch handelt es sich hauptsächlich um endliche Schaffung einer Methode für den Gebet-Unterricht, die Methodist hier da« A und O der Frage. Ob das Buch oder der Verfasser einzelne Fehler hat,^) ist dabei ganz gleichgiltig, wichtig ist nur, ob diese Meth 0 de eine-„Meth0de" ist; ob durch diese Methode Leben in den Gebet-Unterricht hineinkommt, Leben an Stelle der bisherigen mechanischen Quälerei der Schüler und de« Lehrers. — ,4) Noch eine Bemerkung darf ich mir am Schluß wohl ohne Ruhmredigkeit erlauben. Als Verfasser des n'iA sollte ich doch meine hebräischen Sprachkenntniffe nicht erst vertheidigen müssen. Ich bin wirklich jedem Kritiker dankbar, wenn er mich eine« Bessern belehrt, denn mein Kozir berinno bedarf noch sehr — das weiß ich mehr, als irgend ein Rezensent — der Verbesserung. Aber in einer so hochheiligen Frage, wie die methodische Gestaltung unsere« Gebet-Unterrichts, sollten wirklich im Interesse der Sache, alle kleinlichen und persönlichen Plänkeleien aus dem Spiele bleiben. Dr. I. Goldschmidt. schiedmer Meinung ist. Um nicht zu weitläufig zu werden, verweise ich den gelehrten Herrn Vers, nur auf eine Talmudstelle (Sanhedrin 108 a), wo der Wortlaut unseres Gebetteltes vorkommt, und wo die Bezeichnung mm HOIW (vgl. R. Samuel Edels, Ehiddusche Agadoth z. St.) keinen Zweifel läßt. Auch der Ausdruck TJIID iVapntP njfttO D’no DHJiD!? mottU widerspricht der im „Kozir derineoh" ge« gebenen Auffassung, da ja nach dieser die Todesstunde eine« jeden einzelnen Menschen eine solche 'ui mnv nyff wäre, es demnach unzählige gäbe. — Ich verweise ferner nur kurz auf Sanhedrin 90 b und die Parallellstelle Kethuboth 111b. _ 12) Sehr richtig! Nicht jeder, der NvM ’p*?« für die schule bearbeitet, aber wer es s 0 bearbeitet, leugnet D'nnn. 13) Ich habe deutlich genug betont, daß ein Urtheil über die Methode jetzt, vor der Prüfung in der Praxis, verfrüht und darum unberechtigt wäre, aber ich muß wiederholen, daß selbst der beste methodische Versuch in unsere Schulen keinen Eingang finden kann, wenn das betr. Buch infolge der grammatischen Ungenauigkeit und der Druckfehler den Anforderungen, die wir an ein Schulbuch stellen müssen, nicht genügt und insbesondere, wenn der sachliche Inhalt in religiöser Hinsicht — nicht unbedenklich ist. 14) Ich bitte die gesch. Leser, gefl. darauf achten zu wollen, daß ich durch die vollkommene Sachlichkeit meiner Besprechung zu dem in diesen Worten enthaltenen Vorwurf ebensowenig wie zu dem der „persönlichen Plänkeleien" irgend welchen Anlaß gegeben habe.f .2"v"V

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