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Der Israelit · 1897-04-29 · Heft 34 (29.4.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 34 (29.4.1897)
Date
1897-04-29
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Äerzte besprechen und daran- Schlüsse ziehen. Wir sind nicht in der Lage, diese Einsendungen, die sich gegenseitig widersprechen, zu prüfen und nehmen von deren Veröffentlichung Abstand. Angesichts der lebhaften Erregung, die aus verschiedenen dieser Zuschriften spricht, glauben wir, daß eine Vorstellung von zuständiger Seite geboten ist, durch welche der wahre Sachverhallt festgestellt wird. Das ist der beste Weg, die Erregung zu beschwichtigen und wieder normale Verhältniffe anzubahnen." Wir aber glauben, der beste Weg wäre, die politische Presse mit solchen speziell jüdischen Angelegenheiten zu verschonen. Will man der öffentlichen Meinung Rechnung tragen, so geschehe dieses mittelst des „Israelit" allein, der in den meisten hiesigen jüdischen Familien gelesen wird. Oefterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Die Wiener öffentliche israelitische Vereinsvolksschule „Talmud Thora", II., Malzgasse 16, hat bekanntlich den Zweck, die israelitische Jugend mit gründlichen Kenntnissen des Hebräischen auszustatten. Die Anstalt hat es sich aber auch zur Aufgabe gestellt, viele arme Zöglinge ihrer Schule mit Kleidern, Schuhen und Speisemarken zu versehen, dieselben unter der Aussicht der Lehrer in der Schule auch in der schulfreien Zeit zu Uebungen und Spielen zu belassen, damit dieselben nicht erst den oft sehr weiten Weg Mittags nach Hause machen müssen, wo sie in Folge der traurigen Erwerbsverhältnisse ihrer Eltern sehr häufig auch ohne Aufsicht sind. Umso bedauerlicher ist die Mittheilung des Jahresberichtes pro 1896, daß dieses Jahr mit einem Deficit von fl. 315 abschließt, welches sowie der Bedarf für die erste Zeit des Jahres 1897 nur durch ein Darlehen de» für das Interesse des Vereines unermüdlich thätigen Präsidenten Herrn Heinrich Berger pro fl. 1000 gedeckt werden konnte. Mit Rücksicht auf die Erkrankung des bisherigen verdienten Oberlehrers Herrn Ignatz Löw mußte eine neue Lehrkraft zur Leitung der Anstalt engagirt werden und wurde in der Per» son des neubestellten Oberlehrers Herrn Jakob Kohn eine sehr glückliche Wahl getroffen, doch hat dieses Engagement große Opfer auferlegt. Der Verein muß aber auch noch für die Erwerbung weiterer junger Lehrkräfte sorgen, an Ruhegehalte für die alten Lehrer denken. Die Ausgestaltung der Schule durch die Eröffnung einer fünften Klasse ist durch die Zeitoerhältniffe zur unabweislichen Nothwendigkeit geworden. Der Vorstand appellirt deßhalb an die immer bewährte Hochherzigkeit unserer Glaubensgenossen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß eine große Zahl neuer Mitglieder aus den Reihen derselben erstehe, wie auch daß größere Spenden und Unterstützungen gewidmet werden. Sowohl die Religion, wie auch alle Disciplinen der Volksschule werden in der Schule zur vollsten Zufriedenheit der Schulbehörden gelehrt. Am Schluffe des abgelaufenen Jahres ist der Verein in Anbetracht der ungünstigen Verhältnisse bei dem löblichen CultuSvorstanoe um Erhöhung der Subvention, sowie bei der Baron Hirsch'schen Schulsiiftung, endlich auch bei der israelitischen Alliance um einen namhaften Jahresbeitrag eingeschritten. Der Vorstand des Vereines besteht derzeit aus den Herren: Oberrabbiner Dr. M. Güdemann, Ehrenpräfes. Heinrich Berger, Präses, Dr. Josef Grünfeld, Vicepräses, Dr. Gustav Kohn, Cassaverwalter und den Herren: Marcus Bondi, Sig. Kauders, D. Simon und Dr. Max Steiner. Lemberg, 26. April. (Der Bescheid der Statthalterei.) Dieser Tage erhielt das Centralwahlcomitö den Bescheid der Statthalterei bezüglich des Protestes gegen den neuen Statutenentwurf. Die Statthalterei hat den Recurs des israelitischen Gemeindevorftandes gegen den Bescheid des Magistrats abgewiesen und denselben vollinhaltlich bestätigt. Die Statthalterei hat gleichzeitig dem ihr vom Cultusvorstand vorgelegten Statutenentwurf die Bestätigung verweigert und denselben mit der Bemerkung zurückgestellt: 1. War bei der Berathung der Statuten die erforderliche Anzahl von 16 Anwesenden nicht vorhanden, die Commission daher nicht beschlußfähig. 3. Da Dr. Caro bloß Prediger und nicht auch Rabbiner der Gemeinde ist, so durfte er bei Abfassung der Statuten nicht Mitwirken. Dem Referenten und den Verfassern der neuen Statuten bleibt jetzt nur noch der Recurs an das Ministerium offen. Vermischtes. E.R. Berlin 25. April. Die heutige Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde wurde mit der Zuwendung der Frau Bertha Manheimer im Betrage von 6000 Mk. für das Hospital zur Errichtung einer David und Erna Pockscher-Stiftung, eröffnet. — Das Honorar für den Religionsunterricht in den Königl. Lehranstalten betrug bis jetzt für eine Stunde wöchentlich 90 Mk. jährlich. Eine Vorlage auf Erhöhung von 135 Mk. wird angenommen, vorausgesetzt, daß das Provinzialschulcollegrum die Genehmigung ertheilt. Es folgt sodann eine Fortgewährung rcspeciiveErhöhung von Subventionen an Religionsgemeinden. Die Reformgemeinde erhält 15.000 Mk. jährlichen Zuschuß, die Gemeinde Charlottenburg 8000 Mk., der Religionsverein Westen 4000 Mk, die Gemeinde Bne Brith 2000 Mk, die Lippmann Tauß Synagoge 1200 Mk., die Gemeinde Moabit 1000 Mk., Ahawas Scholaum 800 Mk., Adaß Jeschurun 750 Mk, Beth Zion 600 Mk., die Gemeinde in Friedrichsfelde 500 Mk., der Verein für jüdische Geschichte und Literatur 500 Mk. Die Zuivendung des Eommerzienrath Moritz Gerson'schen Legats von 144.000 Mk. wird dem eisernen Fonds der Armencommission einverleibt und dem jüdischen Mädchenstift in der Münzstraße für das Jahr 1897 ein Zuschuß von 150«> Mk. gewährt.

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