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Der Israelit · 1897-04-27 · Heft 32-33 (27.4.1897) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 32-33 (27.4.1897)
Date
1897-04-27
Page
– (sequence 20)
Language
German
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vieler katholischer Geistlicher finden, damit fie, statt dem Volke Haß zu predigen, defien Herz mit Nächstenliebe erfüllen, anstatt Verheerungen anzurichten und Verwirrungen ins Leben zu tragen, treue Hüter der Menschlichkeit seien. Rußland. Petersburg, 14. April. Trotz des Artikels der Statuten, welcher die jüdischen Candidatinnen aus dem neuen medizinischen Institut für Frauen ausschließt, hören die Israeliten nicht auf dieser wirklich nutzbringenden Anstalt ihre Sympathie, ja sogar ihre wesentlicheUnterstützung entgegen zu bringen. Der „Kawkas" berichtet, das die jüdische Medizinerin R. Halpern, die ihren Beruf in Tiflis ausübt, vor kurzem eine Subscription zu Gunsten des Instituts veranstaltet hat. Der 1.286 Rubel betragende Ertrag wurde dem Profestor Aurep, Direktor des Instituts übermittelt, welcher Mme. Halpern in folgender Weise antwortete: „Ich habe Ihre Geldsendung erhalten und beeile mich. Ihnen und allen Betheiligten den Ausdruck meiner wärmsten Dankbarkeit zukommen zu lasten. Sie sind die erste, welche diese großherzige Initiative genommen. Möchte Ihr so werthvolles Beispiel an die künftigen Geber seinen wohlthätigen Einfluß ausüben!" Gerade unterhalb des Briefes von Profestor Aurep findet man im „Kawkas" folgende Mittheilung: Der kürzlich in Tiflis verstorbene General N. F. Damitch hat der Gesellschaft russischer Schriftsteller eine Summe von 42,300 Rubel Hinterlasten. Die Interessen dieses Kapitals sollen dazu verwendet werden, russischen Schriftstellern, die der orthodoxen Kirche angehören, Hilfe zu Spenden, mit absolutem Ausschluß der Litteraten israelitischen Glaubens." Amerika. New-Uork. Im vorigen Monate feierte der jüdische Verein „Vereinigte Brüder" sein goldenes Jubelfest, den 50. Geburtstag seines Bestehens. Es ist dies wohl einer der ältesten jüdischen Wohlthätigkeitsvereine hiesiger Stadt. Derselbe wurde am 28. März 1847 meistens aus eingewanderten böhmischen Israeliten gegründet. Dr. Bruckner und Dr. Mitchels scheinen die geistigen Führer gewesen zu sein, und der Letztere gründete im Verein mit Frau Bruckmann, einer geistig hochangelegten Dame, auch einen Frauenverein, der neben der Wohlthätigkeit auch geistige Hebung zum Zwecke hatte. Aus dieser Vereinigung entwickelte sich unter der Leitung Dr. E. M. Friedlein's, eines 90jährigen, sich noch immer frischen Geistes erfreuenden Greises, der blühende Orden der „Treuen Schwestern". Der Verein zählt über 500 Mitglieder und hat während seines Bestehens die Summe von mehr als 105,000 Dollars für wohlthätige Zwecke verausgabt. Die jetzigen Beamten des Vereines sind: Georg Hahn, Präsident; Johann Leffler, Vicepräsident; Benjamin Schwarz, Schatzmeister; I. I. Schwarzkopf, Archivar; M. Weiß und M. Tausig, Secretäre; Simon Hahn, S. Loebel, Alb. Stern, Jsacc Schorch, Dtrectoren. Palästina. Artuf, 25. Adar-scheni. Als vor 14 Jahren die Mission hier versuchte, den Kolonisationsgedanken für ihre Zwecke auszubeuten, da konnte sie noch nicht denken, daß sie später einmal genöthigt sein würde, den Juden selbst diese Felder zu verkaufen. Ende des Jahres 1895 und zu Ende 1896 haben Juden aus Bulgarien, nämlich die Gesellschaft v'nu xmr dieses Stücklein Land käuflich an sich gebracht, gemäß den Bestimmungen ihrer Statuten. Gemäß dem haben sich am 25. Kislew 5656 drei Familien von ihnen hier niedergelassen, zu denen sich eine vierte aus Jerusalem gesellte, die aber wegen der damaligen Sch'mittah noch nicht arbeiteten. Ihr Leiter und Administrator ist ein Herr Chaim Al-Adschim im Alter von 47 Jahren, während die anderen Familienväter ca. 40 Jahre alt sind. Da aber jetzt die Regierung sich gegen die neue Ansiedtung wendet, und der Paschah fordert, daß die Kolonisten, die um keine Erlaubniß zur Ansiedlung nachgesucht haben, das Land verlassen sollen, so ist Herr Ch. Al-Adschim nach Constantinopel gefahren, um diese Erlaubniß nachträglich auszuwirken, wozu ihm der Paschah seine Mithilfe und Fürsprache zugesagt hat. Das Dorf ist jetzt von der Kaimmakamije Hebron losgelöst und der von Jerusalem zugetheilt. Artus, oder wie die Kolonisten es nennen, 2:2 in, liegt nur eine Viertelstunde von der Bahnstation Der Aban, und hat etwa 5600 Duman für Pflanzungen sehr geigneten Landes, d. h. ca. 500 ha., wovon auch ein geringer Theil als Ackerboden zu benutzen wäre. Außerdenl besitzen die Kolonisten noch einige Tausend Duman steinigen Bodens. Sie haben einen guten, zehn Meter tiefen Brunnen, nur zehn Minuten weit von der Kolonie, mit gutem Wasser, aber ohne Wasserschöpfwerk (Naura). Hundert Duman sollen auch für einen bewässerbaren Obstgarten (Bojara) ganz geeignet sein. Die Kolonie selbst liegt auf einem hohen Felshügel und ist wie eine Karawanserai (Chan) gebaut, d. h. ein zweistöckiges Haus, das 48 Meter lang und 6 Meter breit ist, mit 4 Ställen, 32 Meter lang und 2,5 Meter breit. Dazwischen liegt ein geräumiger Hof. Fünf Minuten davon liegt ein zweiter 32 Meter langer und 6 Meter breiter Chan, in dem ebenfalls für mehrere Familien Raum ist, worin aber nur eine Familie wohnt. Außerdem gehören ihnen im Dorfe noch 400 Oliven- und 500 (wenn ich nicht irre) Mandelbäume. Es erübrigt noch hinzuzufügen, daß das Klima ausgezeichnet ist.

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