Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 32-33 (27.4.1897)
- Date
- 1897-04-27
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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6021 Fyw rnwuipgyi. *■ 'F- -'vfWg^.1 j SjL^i./.* # Spitzen abgebrochen waren und der Tempeleingang besudelt war. Die Frau des Dieners rief einen Wachmann herbei, welcher die auf der Straße stehenden Leute — vier Studenten — arretirte. Zwei noch betheiligt gewesene Studenten waren davongelaufen. Die Beschuldigten behaupten, volltrunken gewesen zu sein. Diese Verantwortung ist jedoch nicht glaubwürdig, weil Zeugen zugeben, daß die Studenten zwar angeheitert, jedoch ihrer Sinne vollständig mächtig waren. Es läßt sich allerdings nicht Nachweisen, was jeder Einzelne der Angeklagten gethan hat, allein schon das gleichzeitige Erscheinen derselben in frühester Morgenstunde in einer Straße, in welcher keiner der Angeklagten wohnt, in welcher sich auch kein Gast- oder Kaffeehaus befindet, gerade vor dem israelitischen Tempel, läßt erkennen, daß es sich um einen Vorgang handelte, deffen Ausführung entweder früher besprochen war oder womit doch sofort und ohne besondere Verabredung Jeder, als er sah, urn was es sich handele, einverstanden gewesen ist. Die Verhandlung wurde zum Zwecke weiterer Erhebungenvertagt. Krakau, 22. April. In der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde herrscht gegenwärtig eine sehr lebhafte Bewegung, die in einer starken Opposition gegen das seitens der jetzigen Cultusrepräfentanz an die Statthalterei eingereichte neue Gemeindestatut Ausdruck findet. Aus einer anfangs nur kleinen Gruppe sogenannter „Malcontenten" hat sich allmählig eine sehr bedeutende „Volkspartei" aus allen Kreisen der hierortigen jüdischen Bewohnerschaft gebildet, die sich zur Aufgabe machte, die Genehmigung des gedachten, offenbar nur persönlichen Ehrgeiz fördernden, den wirklichen Bedürfniffen und Verhältnissen der Cultusgemeinde keine Rechnung tragenden Statutes zu vereiteln, und ein anderes, den zeitgemäßen Anforderungen entsprechendes zu überreichen. — Zu diesem Zwecke finden hier jetzt sehr häufig. Tausende von Theilnehmern zählende jüdische Volksversammlungen statt, die in der Regel einen sehr stürmischen Verlauf haben. Auf der letzten Volksversammlung wurde einstinrmig die Resolution gefaßt, daß das an die Statthalterei eingesendete neue Statut, durch den in demselben enthaltenen, geradezu unlegalen Modus der Wahl der Mitglieder der hiesigen Cultusrepräfentanz, die Rechte der überwiegenden Mehrheit der Krakauer jüdischen männlichen Bevölkerung in kraffer Weise beeinträchtigt, daß daher ein anderes, die in der Administration und bei den Wahlen in die Cultusrepräfentanz herrschenden Mißbräuche beseitigendes, gerechtes Statut an die Statthalterei überreicht und daß ein Comilö gebildet werde mit der Aufgabe, alles Erforderliche energisch anzuwenden, um die Bestätigung dieses Statutes herbeizuführen. — Man ist hier allgemein auf den Ausgang dieser immer größere Dimensionen annehmenden Bewegung ungemein gespannt. Biroviticza (Slavonisch-Verocze.) lieber deck Missioniär „Rabbi" L. macht Herr Rabbiner Dr. Kaufmann folgende interessante Mittheilungen: In unserem Gemeindeprotokoll vom Jahre 1869 fand ich, daß ein Rabbiner namens Jakob Lichtenstein hier neun (9) Monate als Seelsorger gewirkt hat. Ich erkundigte mich sofort bei den älteren Gemeindemitgliedern über den Charakter und die seinerzeitige Aufführung des betreffenden Lichtenstein und erfuhr, daß derselbe hier damals einen Streit mit dem Cantor hatte, und als Letzterer den Lichtenstein bei dieser Gelegenheit beim Rock packte und ihn zerrte, da zeigte es sich, daß L. unter dem Rocke ein Bild des Stifters der christlichen Religion trug, an dem auch ein christlicher Orden angebracht war. L. mußte noch am selben Tage unsere Stadt verlassen. In seinen Broschüren will L. den Lesern weiß machen, daß er ein conservanver Rabbiner war und aus „Ueberzeugung" Christ geworden sei, während aus obiger Darstellung hervorgeht, daß er bereits dreißig Jahre im Dienste der Mission steht! vermischtes. Von Jerusalem wird gemeldet, daß jetzt endlich ein Dampfer den Jordan von Jericho nach Liberias, d. h. vom todten Me« re bis zum See Galiläa befährt. Er legt die Fahrt in fünf Stunden zurück. Kürzlich haben sich vier jüdische Familien in Jericho niedergelassen. Sie haben ein großes Areal vom Sultan gepachtet, um Obstbau zu treiben. Das Land wird vom Jordan bewässert. Briefkasten der Redaction. Ein Abonnent: Die Adresse lautet: Frau Baronin (5. v. Hirsch, Paris, rue d' ElyssSe 2. Briefkasten der Expedition. R I. und I. Min M.: Betrag von Mk. 55.— nach Aufgabe benutzt. Herrn L. S. in N: Betrag von fl. 2.— dankend erhalten. Annonce kostet für einmalige Aufnahme Mk. 8.88 und dreimalige Ausnahme Mk. 6*75. 7 Meter Sommerstoff?. 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