Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 30-31 (15.4.1897)
- Date
- 1897-04-15
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Abrthodoxe MudenlhunÄ lNv. 4. 15.April1897.) mam g^|ff|p ■;^rVr ÜSPv^ A!1 ' J^v. IglWW e d w i g. -s—-f—s-^-l-^® 'Nach einer wahren Begebenheit erzählt von Ikon Werad. 0-4*-3—1-4- -;f'i'i'——♦ Tr - I Nachdruck verboten. I Es war an einem herrlichen Wintertage des Jahres 1864, als der von Berlin kommende Schnellzug an der Station der kleinen, mitteldeutschen Stadt Buchheim hielt. Der einzige Reisende, der dem Zuge entstieg, ein schlanker, junger Mann mit intelligenten, lymphatischen Zügen in einfacher aber gewählter Kleidung, wurde von einem älteren freundlichen Herrn freudigst begrüßt und zu dem seiner harrenden eleganten Schlitten geleitet. Wer die ungeheuchelte Wiedersehensfreude der Beiden beobachtete, konnte wohl zu dem Schlüsse gelangen, daß die nächste Verwandtschaftsbande sie umschlossen, das war aber nicht der Fall; nur innigste bis über das Grab hinaus dauernde treue Freundschaft war es, was diese zwei im Alter so verschiedenen Personen miteinander verknüpfte. Der ältereHerr warJosesFriedmann, früher Kaufmann und jetzt Hauptactionär und kaufmännischer Leiter der in der Nähe befindlichen großen Basaltwerke, der jüngere war Dr. Heinrich Stark, ein Sohn des treuesten Jugendfreundes Friedmanns, der, nachdem der Freund durch unverschuldetes Unglück sein ganzes Vermögen verloren und aus » Seder Abend. Gram darüber dahingesiecht war, sich des einzigen verwaisten Sohnes, die Mutter ward ihm schon früher entrissen, angenommen und denselben seine begonnenen Studien als Arzi vollenden ließ. Jetzt kehrte Heinrich nach einem glänzenden Examen zu seinem Freunde und Wohlthäter zurück, um auf dessen Wunsch sich in Buchheim als praktischer Arzt niederzulassen, speziell um für die Hunderte von Arbeitern und deren Familien in den Basallwerken angestellt zu werden. In kurzer Zeit trug der mit zwei muthigen Brauneu bespannte Schlitten, die beiden sich lebhaft unterhaltenden Herrn vor das einfache aber hübsche und geräumige Haus Friedmann's, welches vorläufig, daFriedmann schon längere Jahre Wittwer und dessen einzige Tochter Hedwig in einem Pensionat rn Frankfurt sich befand, des jungen Arztes Heim verbleiben sollte. Die schon bejahrte Haushälterin wies dem jungen Manne seine Zimmer an, wo er sich rasch umkleidete, um sich sogleich ins Eßzimmer zu begeben, hier sollte er mit feinem väterlichen Freunde das Mittagsmahl einnehmen. Den Nest des Tages und den Abend brachten Beide in lebhafter Unter-