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Der Israelit · 1897-04-15 · Heft 30-31 (15.4.1897) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 30-31 (15.4.1897)
Date
1897-04-15
Page
– (sequence 20)
Language
German
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gänzlich versagt geblieben. Auf der Kanzel ist er selten gestanden, zumeist nur dann, wenn es galt, das Gedächtniß einer dahingegangenen rabbinischen Größe zu ehren, dann aber war seine Redeweise vornehm und offenbarte sich. sein Geist und sein Gedankenreichthum. Das Leichenbegängniß fand Sonntag, 11. d. M., statt, der Vorsitzende des Profefforen-Kollegiums der Landes - Rabbinenschule, Herr Professor Moses Bloch, schilderte eingehend in einer am 9. d. veranstalteten Sitzung die zehnjährige, eifrige Lehrthätigkeit des Heimgegangenen an der Landes-Rabbinerschule. Pretzburg. Die seit drei Jahren bestehende it» vnsn, deren Zweck es ist, die ctpn nsee alljährlich unter den Mitgliedern zu vertheilen, welche die übernommene rvvv im Laufe des Jahres zu beenden haben, beging am p'j '2 oi> die III. dtd v'ni-Feier, welche einen würdigen und glänzenden Verlauf nahm. Außer den ca. 150 hiesigen Mitgliedern waren auch viele Auswärtige erschienen, darunter die Rabbinen Kohn—Baden und Perls—Kittsee u. A. DaS Fest wurde in dem zu diesem Zwecke prachtvoll dekorirten Lehrsaale der rere* von ptan noix o;n nrop 'rm cornean mit einer meisterhaften Rede eröffnet. Sr. Ehrwürden wies in seiner Rede auf die Wichtigkeit des Friedens hin, der bei bot umso wichtiger ist, da sie nur durch Friede und Einigkeit gestärkt und gestählt den gegen unsere heilige Lehre gerichteten Anstürmungen Trotz bieten können. Die nttm, die in gewohnter bewunderungswürdiger Weise mit den passendsten Talmudstellen gewürzt war, wurde mit rauschendem Beifalle ausgenommen. Hierauf folgte eine Mahlzeit. Nach dem ersten Gange schilderte Herr Leoqold Rubinstein, Vorsteher des Vereins, in beredten Worten den erhabenen idealen Zweck des Vereines, der in ganz selbstloser Weise nur das Lernen der pni'71 sich zum Ziele gemacht und eiferte die Mitglieder zu cm rmrn -mb an; dem Redner wurde allseiliger Beifall gezollt. Es sprachen noch die Vorsteher Herz! und Donath, letzterer darüber, daß man das Erlernte auch im Leben zu bethätigen trachten müsse, wenn der wahre Zweck erreicht werden soll. Nicht minder beifällig wurden auch die 'in riruws» des Mitgliedes H. Josef Kohn ausgenommen, die zu einem regen Meinungsaustausch führten. Die schöne Feier erreichte erst in der ersten Morgenstunde ihr Ende. Möge der Verein noch lange segensreich zum Erstarken unserer heiligen Lehre wirken! L—. Palästina. 3*ffa, den 21. Adar-scheni 5657. L>eit Samstag Abend herrscht ein fürchterlicher Wind, der jetzt einem wohlthuenden Regen gewichen ist. Wie man hört, soll ein kleines Segelschiff in der Nähe unserer Stadt auf den Dünensand geworfen sein. Schiffe konnten deshalb während der letzten Tage nicht landen. Der Regen war nur mit wenig Hagel gemischt und die Landwirthe erwarten deshalb von ihm großen Segen für ihre Ernten. Besonders glaubt man auch, daß der Schaden, welchen der letzte Hagelfall vorzüglich den Gemüse- und Kartoffelpflanzungen bereitet hat, dadurch bedeutend gemildert werde. Jetzt klärt sich der Himmel allmählich wieder auf und wir dürfen erwarten, daß schon morgen die bis jetzt ausgebliebenen Postdampfer, soweit sie nicht schon nach Beirut weiter gegangen sind, werden landen können. Auch in Jerusalem ist sehr viel Regen niedergegangen. — Die hier zum Gedächtniß des seligen L. Levauda gegründete Bibliothek pw u?p enthält ca. 4000 Bücher, wovon etwa 000 russische, 500 deutsche, 450 französische, 50 jüdisch-deutsche, einige italienische und englische und etwa 2000 hebräische sind. Letztere werden am meisten verlangt. Die Leser sind Kinder und Erwachsene aus Jaffa, den jüdischen Kolonien und Chedcra. Die Lesehalle hat 1 jüdisch-deutsche, 1 russische, 1 französische, 2 englische, 4 deutsche und 8 hebräische Zeitungen. Es giebt ungefähr 110 feste Abonnenten, sowie ca. 125 abonnierte Kinder. Es wäre wünschenswcrth der Bibliothek Zuwendungen, besonders auch an Büchern zu machen. > vermischtes. Gtratzburg i. E. Die gegenseitige HilfeteistungS-Gcscüschast der Israeliten von Straßburg (gegründet im Jahre 1849) hatte im Jahre l896 eine Einnahme von 5 946 M. und eine Ausgabe von t 559 M. Kerara. Rabbiner Salomon Lcvi, Sekretär der hiesigen jüdischen Gemeinde, und der Sohn des Präses unseres Eultusvorstandcs, Oommcndatores Leone Ravenna, Aldo Ravenna, haben sich nach Egypten cingeschiffk, um von dort ans das heilige Land und die heiligen Stätten daselbst zu besuchen. Venedig. Die hier lebende, jüdisch-italienische Schriftstellerin , Frau Flora R a n d e g g e r - F r i e d e n b e r g, die erst kürzlich eine Pilgerfahrt nach dem heiligen Lande unternommen und darüber auch mehrere interessante Artikel verössentlicht hat, kündigt nun an, daß sie sich entschlossen habe, die im Herbste in Jerusalem stattsindendc Ausstellung mit einem Tempelvorhange (Parochet) zu beschicken, an dem sic auch schon arbeitet. Sic ladet nun die jüdischen Frauen Italiens ein, sich an diesem Kunstwerke betheiligen zu wollen. Petersburg. Unter den 3,200 Studenten der Petersburger Universität sind nur 109 Juden, von denen zwei, Leon Sinionowic; und Michael Remirovski die silberne Medaille erhielten, während ein dritter Namens Pladimir Baute ein Ehrendiplom erhielt. London- Oberst Albert E. W. Goldschmid ist abermals avancirt. Er wurde zum General-Ädjudanten des Themse-Distrikts ernannt und hat sein Amt am 1. April angctretcn. Jerusalem. Nach dem Jahresbericht des „Dcutsch- Jsr.-Allgem. Biknr-Cholim-Hospital" dahier, betrugen im Jahre 5656 die Einnahmen 56,812 Fr., die Ausgaben 59,510 Fr., es verbleibt somit ein Deficit von 2698 Fr.

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