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Der Israelit · 1897-04-08 · Heft 28 (8.4.1897) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 28 (8.4.1897)
Date
1897-04-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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532 und an allen seinen Kämpfen gegen die fremden Bedrücker haben die Juden dieses Landes tapferen Antheil genommen. So ist denn dort auch jede Schranke zwischen ihnen und den Nichtjnden gefallen und sie er reichen die höchsten Militär. Chargen, ist doch General Otlolenghi, der Kommandeur des wichtigen Militärbezirks Turin und militärischer Instrukteur des Kronprinzen von Italien ein Glaubensgenosse. Italien hat nicht viel über 40,060 Juden. Durch das Dekret vom 29/3. 1848 verlieh Karl Albert, König von Sardinien, den Juden seiner StaatiN volle Gleichberechtigung und am 15. April 1848 wurden sie durch Dekret des Königs zum Kriegsdienste herangezogen. Jede neue Provinz, die dem aufstrebenden Sardinien zuftel, wurde beiden Dekreten unterworfen und freudig eilten die Juden zu den Fahnen, wenn sie nicht schon vorher als Freiwillige mitgefochten hatten. So kämpften sie 1848 und 1849, unter den Vertheidigern Roms gegen die Franzosen waren viele Juden, Enrica Guastella sogar als Oberst, unter den Vertheidigern Venedigs gegen Frankreich ebenso, z. B. Treves, Leoi, Usiglio als Kommandanten der Nationalgarde und der Diktator Venedigs in diesen Kämpfen und sein größter Held Daniele Manin war jüdischer Abstammung. Als die Revolution niedergeworsen war, traf auch die Juden schwere Bedrückung, doppelt schwer, weil sie außer als Italiener, noch als Juden zu leiden hatten. Kaum brach aber der Kampf wieder aus, so eilten sie trotzdem freiwillig zu den Fahnen Sardiniens und 1859 kämpften 260, 1866 sogar 380 jüdische Freiwillige die blutigen Schlachten mit, welche die Einheit Italiens errangen. Es würde zu wert führen, alle Auszeichnungen zu erwähnen, die sie errangen, jcur Eines soll hervorgehoben werden. Bekanntlich sind für die Italiener die Tausend von Massala, welche unter Garibaldis Führung das Königreich beider Sizilien eroberten, die Vorbilder alles Heldenthums. Unter dieser tapferen Schaar waren 11 Israeliten: Alpron Giacomo, Baffam Enrico, Colombo Donato, d'Ancona Guiseppe, Della Vidalj, Donati Angelo, Luzatto Ricardo, Rava Eugenio, Roviglu Giulio, Uzielli Davide und Enrigo. So errang auch ein Jude die Tapferkeitsmedaille bei der Eroberung von Rom, der Haupbmann Giacomo Segri, der die erste Bresche an der Porta Pia schoß und selbst dabei verwundet wurde. Sogar in den letzten Kämpfen in Afrika zeichneten Juden sich aus, während andere Soldaten unseres Glaubens dort ihr Leben ließen. Bei Saati fielen 3 Juden, bei Kafiala errang Major Blioetta die Tapferkeitsmedaille, ebenso bei Agervat der Hauptmann Adrian Jsrel, der am 7. Dez. 1895 bei Amba Alagi seinen Tod fand. An diese einzelnen Notizen, die sich in dem Werke natürlich viel zahlreicher befinden, schließen sich dort die Biographien der bedeutendsten Offiziere I! unseres Glaubens an, nämlich diejenigen von Guiseppe Ottolenghi, von dem Oberst Enrico Guastella, und Oberst Rovighi. Endlich folgt noch eine Liste sämmtlicher jüdischen Offiziere, die in dem Jahre 1894/95 im italienischen Heere standen, nach den Angaben des amtlichen Annuario exercito von 1895. Es ist eine enorme Zahl von Offizieren aller Grade, darunter drei Generäle, Ottolenghi, Castelli und Prato, drei Oberste, Lattes, Segre und Debeneditti, drei Oberstlieutenants, Artom, Donato und Levi, 16 Majore und zahlreiche Hauptleute. Bekanntlich werden im Kriege, vor dem Gott behüten möge, die Heere der Dreibundftaaten vereinigt zu kämpfen haben, was würden unsere stolzen, schneidigen Lieutenants rc. sagen, wenn sie so unter das Kommando jüdischer, höherer Offiziere des österreichischen oder gar unter den Befehl jüdischer Generäle des italienischen Heeres gestellt würden? Ob sie vielleicht einsehen würden, daß auch der Jude ein Mensch ist und als solcher ein tapferer Soldat, ein tüchtiger Führer sein kann? In England fehlt in allen Statistiken schon seit langer Zeit die Rubrik Religion und es ist daher nicht möglich über die Zahl der Juden, welche an der Seite der englischen Soldaten fechten, genaueres festzustellen, und die Mittheilungen, die wir in dem Werke des Comitäs aus England finden, sind recht dürftig. Das wichtigste daran ist ein Ausspruch des Herzog von Wellington, der in einer Parlamentsrede im August 1833 folgendes Urtheil über die jüdischen Soldaten, resp. Offiziere fällte: „Man hat gesagt, daß in der Schlacht bei Waterloo nicht weniger als 15 jüdische Offiziere dienten, auch ich habe viele verdienstvolle uud ausgezeichnete Offiziere dieses Glaubens kennen gelernt." Außerdem enthält die Sammlung die Namen einer großen Anzahl von jüdischen Offizieren, darunter den bekannten Oberst Goldfmio, Oberstlieutenant Montefiore, Major Levyson, Major Henrigues und 15 andere Offiziere von der regulären Armee, Major Lewis Barnit und sieben andere von der Miliz, von der Aeomaury Cavalleria drei Kapitaine, in der Freiwilligentruppe zwei Obersten, ein Oberstlieutenant, drei Majore und 26 andere Offiziere. Auch in der indischen Armee dienen eine Anzahl Juden, von den eingeborenen Bne Israel, die bekanntlich nur wenige Tausende zählen, allein 36 Offiziere und 231 Soldaten. Ueberhaupt dienen jüdische Soldaten auch in allen Kolonien Englands, und zum Theil in hohen Chargen. Von Holland finden wir keine einzelnen Daten in unserem Werke, wohl aber drei Dokumente, die es verdienten im Wortlaut wiedergegeben zu werden. Mit Rücksicht auf den Raum wollen wir uns auf die bedeutsamsten Sätze daraus beschränken. Der Kriegs-

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