Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 26 (1.4.1897)
- Date
- 1897-04-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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497 q*w x**- \r?r* ■rTr* 7'. r- >\ - ■••;-% - . •-* **?■•• '' v-r:*’- yK ■;«**"- j :, ',"i' war ein äußerst gelungener, so daß sowohl die Leitung des Vereines, wie die Mitwirkenden befriedigt auf dasselbe zurückblicken können. O e ft e r r.-U n g a r. Monarchie. Wien. Der Statutenentwurf für die Josefine von Königswarter'sche Kinderspitalsstiftung ist genehmigt worden. Nach diesem Statute soll das Kuratorium dieser Stiftung feinen Sitz im RathhausHhaben, und als ordentliche Mitglieder sollen demselben angehören i der jeweilige Bürgermeister der Stadt Wien als Obmann, der Magistratsdirektor, der städtische Armenreferent, je zwei Mitglieder des Gemeinderathes und der israelitischen Kultusgemeinde und ein Mitglied des evangelischen Oberkirchenrathes. Das gegenwärtige Widmungskapital beziffert sich auf374,L0l fl. 56 kr. Das Kindersp.tal soll in einem Bezirke Wiens aufgeführt werden, in welchem sich gegenwärtig kein solches sich befindet. Rumänien. Bukarest. Um uns zu verpflichten, dem Schächten zu entsagen, wenden unsere Verleumder auch indirecte Mittel an und aus Mangel an Muth offen zu Hand, ln, wirken sie hinterlistig. Sie sagen: die Thierärzte finden, daß die Art, wie die Juden das Vieh tödten, eine grausame ist, daß sie die Schlachthäuser überfüllen, daß sie das Vieh für trefe erklären, währenddem es von den Thierärzten für gesund befunden wird,'daß die Juden nur das Vordertheil genießen, wogegen sie das Hindertheil den Christen überlassen. Aus diesen Gründen glauben mehrere Magistrate die Juden zwingen zu können, sich von den Schächtern und vom Schächten loszusagen und das aus den öffentlichen Schlachthäusern kommende Fleisch zu genießen. Die Juden beeilten sich gegen die Bürgermeister in Jassy, Turn-Severin und anderen wichtigen Orten Klage zu führen, um sich zu schützen und ihum offen zu erklären, daß das Schächten eine Vorschrift ihrer Religion sei und daß sie sich nicht den magistratlichen Verfügungen, welche die Ausübung dieser Gebote verhindern wollen, unterwerfen werden. Gleichzeitig haben sie Abgeordnete nach Bukarest geschickt, um beim Minister des Innern gegen die Bürgermeister, welche sie verhindern wollen, das zu thun, was ihnen ihre Religion gebietet, Klage zu führen. Allein der Minister stellte sich so, als ob er von dem, was die Bürgermeister anzettelten, nichts wüßte und Erkundigung einziehen werde. Mit der Antwort des Premierministers nicht zufrieden, schickten die Juden in Jassy Boten nach Ungheri, einem russischen Grenzstädtchen und ließen im Geheimen Fleisch, das für zwei Tage ausreichte, bringen. Für andere zwei Tage ließen sie es aus Czernowitz in der Bukowina kommen. Unsere Glaubensgenoffen in Tu rn-Serverin haben das Fleisch aus Orsowa gebracht und einige Tage hindurch haben sie kein Vieh von den christlichen Fleischhauern gekauft. Als diese sich in ihren materiellen Interessen geschädigt sahen, erhoben sie sich gegen die betreffenden Bürgermeister, welche sich darauf anschickten, ihre Verfügungen gegen das Schächten zu widerrufen. Ein schaffender Geist, erfinderisch in jeglicher Art schlauer Combinationen, nimmt sich vor, die Schächter mit einer außerordentlich großen Specialsteuer zu treffen, welche diese Unglücklichen bei ihrem spärlichen Einkommen niemals zu zahlen vermögen werden. England. London. Sonntag den 14. März hatte die hiesige Gesellschaft für jüdische Geschichte einen großen Tag. Es wurde eine Vorlesung von Kaufmann aus Budapest über „Rabbi Levi Hirsch Aschkenast" und seine Familie in London durch den Ehrensekretär des Vereins Herrn Israel Abrahams vorgetragen. Daran schloß sich der Bericht eines ComiteeS über die Moyfe's Hall, bekanntlich eins der ältesten jüdischen Bauwerke in England. Der Bericht rief eine lebhafte Diskussion hervor, in der von vielen Seiten das Bedauern ausgesprochen wurde, daß die Gesellschaft nicht die nöthigen Fonds besitze, um dies interessante Bauwerk zu erhalten. Den Schluß des Abends bildete ein Vortrag von Joseph Jacobs über das Leben und die Wunder des heiligen William von Rorwich. Amerika. New-Uork. Die EinwanderungS-Bill, welche auch der jüdischen Einwanderung nach Nord-Amerika sehr schädlich werden konnte, hat die Zustimmung des Präsidenten Kleveland nicht erlangt und ist infolge dessen nicht rechtskräftig geworden. Zwar nahm das Repräsentantenhaus die Bill, auch nachdem der Präsident sein Veto eingelegt hatte, noch einmal mit großer Majorität an, aber der Senat hat die nochmalige Berathung abgelehnt und damit ist die Gesetzesvorlage für die Session gefallen. Vermischtes. Geilenkirchen Selten hat unsere Gemeinde einem feierlicheren Gottesdienst beigewohnt als am Sonntag, den 21 März, an welchem der Hundertjährige Geburtstag weiland Sr. Majestät Wilhelm I. gefeiert wurde. Um 4 Uhr Nachmittags versammelte sich die ganze Gemeinde im Gotteshaufe. Der eingeschulte Synagogenchor sang vortrefflich, besonders gut den Psalm 150 nach Japhet. Den Gipfelpunkt erreichte die Feier in der meisterhaften R<de unseres hochverehrten Herrn Lehrers Frohmann, der erstens aus unseren Schriften nachwics, daß wir Patrioten sein müssen und daß die unbegrenzte Liebe und Hochachtung gegen das Herrscherhaus, unter dessen Schutz wir stehen, sich in Israel stets glänzend gezeigt habe. Dann entwarf er ein Bild von dem hochseligen Kaiser, insbesondere verglich er dir Verhältnisse der Juden am Ende des vorigen Jahrhunderts mit den heutigen. Wir