Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 23 (22.3.1897)
- Date
- 1897-03-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXmi. Jahrgang. M »». Der Israelit. Ein KenLrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. ITeftttmtm in Mtttrrz Montag, de« 22. März 5657 (1897), Da mit dem 1. April 1897 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1897 eingetragen unter Nr. 3665. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung-) erhalten unser Blatt bis Ende März gratis. Leitender Artikel. Aiddus<ch ha (Lhama?) Mittwoch den 5. Nissan, das ist den 7. April dieses Jahres, beginnt ein neuer Sonnencyklus und findet in Folge dessen der Act des nvnn ump statt. Ehe wir auf diesen Act näher eingehen, wollen wir einige Bemerkungen über das jüdische Kalenderwesen überhaupt vorausschicken. Als Gott die großen Weltkörper, die Sonne und den Mond, am vierten Schöpfungstage im Weltenraume ihre Stelle anwies, bestimmte Er sie nicht allein zum Leuchten, pinn bv •wrä, sondern auch als Zeitmesser Erde, Sonne und Mond setzen in ihren Umdrehungen umeinander die verschiedenen Zeiträume fest, nach denen wir rechnen: den Tag, dcn Monat und das Jahr. Unabhängig hiervon ist die Woche, welche ihre Einrichtung gleichsam einer historischen Thatsache, der Wellenschöpfung in sieben Tagen verdankt. Den Zeitraum, welchen die Erde zur Umdrehung um ihre eigene Axe gebraucht, nennen wir einen T a g. Wir theilen den Tag in 84 Stunden, die Stunde in 60 Minuten, die Minute in 60 Sekunden ein; der Hebräer theilr die Stunde in J080 Theile, von denen also 18 auf eine Minute gehen. *) Den folgenden Artikel, der der Nummer 12 u. 13 des „Israelit" vom 24. März 1869 entnommen, und aus der Feder deS unvergeßlichen Begründers dsr. Bl. stammt, bringen wir hierdurch, soweit solcher für die diesmalige Kiddusch ha Chama zutreffend, wörtlich zum Wieder-Abdruck. Red. des Israelit. Den Zeitraum, welchen der Mond zur Vollendung seines Kreislaufes um die Erde gebraucht, nennen wir einen Monat. Der Mond vollendet seinen Kreislauf in 29 Tagen 12 Stunden und 793 Theilen. Da aber der Monat nicht mitten am Tage beginnen kann, so hat man die Einrichtung getroffen, daß in ziemlich regelmäßiger Abwechselung der eine Monat 89, der andere 60 Tage hat. Den Zeitraum, welchen die Erde zur Vollendung ihres Kreislaufes um die Sonne gebraucht, nennen wir ein Iah r. Die Erde gebraucht dazu 665 Tage 5 Stunden 48 Minuten und 48 Sekunden, oder nicht ganz 665'/4 Tage. Da das Jahr nicht mitten am Tage beginnen kann, so zählt vaS gewöhnliche Jahr 665 Tage, während alle 4 Jahre ein Schaltjahr eintritt, das 366 Tage hat Es wird jedem sofort einleuchten, daß die Zeitbestimmung der Jahre und die der Monate nicht so ohne Weiteres in Zusammenhang zu bringen sind. Es ist bekannt, daß das Jahr, den 12 Sternen bildern entsprechend 12 Monate hat. Multipliciren wir aber die Umlaufszeit des Monats mit 12, so erhalten wir nur Etwas über 354 Tage, also 11 Tage weniger als ein Jahr. In der That haben die Nationen (sämmtliche christliche Völkerschaften), welche ihre Zeit nach der Umtaufszeit der Erde um die Sonne bestimmen, wohl richtige Jahre, aber keine richtige Monate; thke Monate beginnen mcht mit dem Kreisläufe de- Mondes (Neumond) und hören nicht damit auf; manchmal tcilt die Mitte (Vollmond) an den Anfang des Monats und manchmal an das Ende. Die Monate der Christen haben mit dem eigentlichen Monaten nichts als den Namen gemein.