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Der Israelit · 1897-03-11 · Heft 20 (11.3.1897) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 20 (11.3.1897)
Date
1897-03-11
Page
– (sequence 20)
Language
German
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386 die Rabbinen mit dem Aufgebote ihrer ganzen moralischen und sogar auch physischen Kraft redlich bemüht sind rwr^ men mnntr die Ehre und Würde des Judenthums wieder auf ihr altes und ruhmvolles Niveau zurückzubringen. So wirkt in der ansehnlichen Gemeinde Ung. Vrod, Herr Rabbiner Dr. M. Jung '"j recht erfolgvoll, die drei Grundsäulen des Judenthums rmcn und rrrsy, mr, zu festigen, zu entfalten und dauernd zu erhalten. Ebenso hingebungsvoll wirkt in Straßnitz Herr Rabbiner Dr. A. Friedmann mit Einsetzung seiner ganzen Versönlichkeit im wahrhaft orthodoxem Sinne. Die Jugend erhält da in den Volks- und Mittelschulen nicht nur gründlichen Unterricht in n;ex ,nnn und rx* urp, sondern auch eine streng-religiöse Erziehung. Auch den Erwachsenen hält der unermüdliche, in seinem heiligen Berufe ausgehende Herr Rabbiner außer den obligaten Predigten, allsabbatlich interessante, lehrreiche, Herz und Gemüth veredelnde Vorträge über die laufenden Wochenabschnitte, in welchen unter geift- und lichtvoller Auslegung interessanter tri-a und rn',^7, Eitate, nicht uur aus die hohe Heiligkeit unserer pnrn rix und auf die Wichtigkeit aller s:"-- rix, sondern 'auch auf die tiefe Bedeutung eines jeden altehrwürdigcn A^v'x :nis mit begeisternden und beredten Worten sPn pa psion zbb pea;*, die vom Herzen kommen und zu Herzen dringen, hingewiesen wird. Darum ist es gar nicht zu verwundern, daß in der aus kaum hundert Mitgliedern bestehenden isr. Gemeinde in Straßnitz auch noch an dem jüngst verflossenen rn a-irr jeden Donnerstag resp. rr-ir die nöthige Anzahl von mindestens 10 f.cinsillig Fastenden leicht aufbringbar war, urn an den Abenden brr. verlesen zu können. Religionsunterricht für die männliche und weibliche Jugend, Gottesdienst, Tempeleinrichtuna, ne-ne* und sonstige religiöse Institutionen bestehen hier Dank der persönlichen Einsetzung und Perhorreseirung der eigenen materiellen Interessen des Herrn Rabbiners Dr. Friedmann, wie in einer alten frommen Gemeinde und mindestens so günstig, als in Nikolsburg, Voskowitz und Kostel. Nicht minder lobens- und rühmenswerth wirken in ähnlich frommem Sinne die ehrwürdigen Rabbinen Herren S. Hahn in Damboritz, Dr. F. Hillel in Leipnik, Dr. Diamant in Schaffa und vielleicht auch noch manch anderer Seelsorger in nur nicht bekannten Gemeinden Mährens. Keinesfalls kann das Privilegium „der sich geltend machenden besieren Strömung", ausschließlich den von Ihrem Nikolsburger Herrn Correspondenten als „frommen" patcntirten Rabbinen und Gemeinden zuertheilt werden. Man ist hierzulande leider gar zu sehr von realistischen Ansichten durchdrungen. Allgemein wird nur nach momentan praktischen und naheliegenden Vortheilen förmlich Jagd gemacht, während die erhabensten Ideale im Großen und Ganzen perhorrescirt und unbeachtet bleiben. Im Realismus, der sich im letzten halben Jahrhundert so eraß herausgebildet hat, ist die traurige Ursache des allmähligen Verfalles unserer heiligen rnxj? und rinn zu finden. Jnsolange das Gros der Judenheit nicht zur bessern Einsicht gelangt, können die von dem allerbesten Willen beseelten Rabbinen im günstigen Falle nur das rasche Umsichgreifen des rm cm durch ihr wackeres und energiiches Wirken verringern; radikal besser zu gestalten, vermögen es selbst die in Nikolsburg, Boskowitz, Holles.lau und Kostel neu eingesetzten Herren Rabbinen leider auch -nicht! mxr r6xrr rry" T~- gpcc u r 2 n v" s. Vermischtes. Tunis. In Biscrta wurde der Rabbiner Israel Aymann von einer zahlreichen Menge zu Grabe getragen. Er war 1<><> Jahre alt geworden und seit 80 Jahren ohne Unterbrechung im Amt. Briefkasten der Redaction. K. Win B-: Betrag gemäß Auftrag verwendet. Sl L in A: M. M. Rapp, Frankfurt a. M., Adolf Goldschmidt, Berlin._ Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig, auf Gegenseitigkeit gegründet 1830 (alte leipziger). Die Geschäflsergebnisse der (Gesellschaft während bcS Jahres 1800» sind wiederum als sehr erfreuliche zu bezeichnen. Die beantragten sowohl als die abgeschlossenen Versicherungssummen waren größer als im Jahre 1805 und mithin auch größer als in jedem anderen Jahre vorher. Der freiwillige Abgang durch Aufgabe und Rückkauf von Versicherungen hat sich, wie immer, in mäßigen Grenzen gehalten. Der Verlauf der Sterblichkeit ist ein befriedigender gewesen, wenn schon der Tod mehr als dies im vorausgcgangcncn Jahre geschehen, Mitglieder mit größeren Versichernngssnurmen heimgcsucht hat. Gestorben sind 18% 867 Mitglieder, die mit 6 206%0 Mk. ve, sichert gewesen waren: Versicherungsanträge wurden im Jahre 1%6 gestellt 0433 über 4!) 287 050 Ml. Versicherungssumme gegen 6445 Anträac über iO 1.83 100 Mk. Versicherungssumme im Jahre 1305. Davon wurden angenommen 1806 53 ll Anträge über 30 <>53 350 Mk. Versicherungssumme gegen 5942 Anträge über 30 500 500 Mk. Versicherungssumme inr Jahre 1305. Der Gcsammtversicherungsbestand der Gesellschaft betrug am 31. Dezember 130«! <>6 754 Personen, die mit 483 430 750 Mk. versichert waren Inr Vergleich zurrr 31 Dezember 1805 ist der Persicherungsbestand hiernach gestiegen nur 2432 Pcrso.'.en mit 25 «>02 200 M. Versicherungssumme. Der Rcchnungsabickfluß für 1390, mit dessen Fertigstellung die Gesellschaft auginblicklich beschäftigt ist, wird voraussichtlich wieder ein sehr günstiges Ergebniß liefern und einen hohen Jahrcsüberschuß auswciscn. Bei der alten Leipziger Gesellschaft, die eine reine Gcgcnscitigkc-tsanstalt ist, fließen alle Ucberschüsse den Versicherten in Gestalt von Dividenden wieder zu. Für das laufende Jahr beträgt die Dividende an die Mitglieder auf die länger als 5 Jahre bestehenden Versicherungen für Dividendcnplan A 42 % der ordentlichen Jahresbeiträge und auf abgekürzte Versicherungen außerdem 10/* °/0 der Summe der gezahlten Zusatzbeiträgc, während für Dividendcnplan L je nach der Versicherungsdaner verschiedene Dividendcnsätze festgesetzt worden sind.

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