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Der Israelit · 1897-03-11 · Heft 20 (11.3.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 20 (11.3.1897)
Date
1897-03-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXVIII. Jahrgang. Erste Drtlaye;u M 20 ürs Jtonriit“. Leitender Artikel (1 PP’S« Von F. Kanter cand. pliil, Prag. lieber die Etymologie und Bedeutung dieses Wortes findet man schon im Talmud-) Meinungsverschiedenheiten, nach einem-) soll darunter gemüthliche Zusammenkünfte, wie Besuche abstatten rc., zu verstehen sein, dem anderen aber Speise und Trank, was mir kurzweg „Dessert" nennen. Beide safien es nicht als ein Fremdwort, sondern ein aus den: aram. Imperativ ip'ex3) und dem fa „Speise" (nach ersterem soll auch dieses dem aram. 'r:ö ') entsprechen) entstandenes Subst. pp'rx. Eine ähnliche, aber etwas unklareDiscursion findet sich auch im Jeruschalm. 5) dort wird p:p'Ex bald mit Gesang und Musik, bald mit Speise und Trank, wie im babyl., übersetzt. Welche sprachliche Bewandtniß pp'cx mit „Musik" hat, ist nicht bekannt , was uns eben bei der Erklärung dieses Wortes ganz auffallend ist, daß einerseits die Ethymologie des Wortes ganz außer Acht gelaffen wird, ferner— und dieses gilt auch dem babylon. Talmud — sprechen diese und ähnliche Auffassungen gegen unsere unerschütterlich fest stehende Annahme, daß die griechische Sprache den Verfassern des Talmuds b'*toek die zugänglichste war6), da alle Commentatot) In manchen Manuskripten findet sich auch die Leseart svpSN wie im Wiener und Lder., in letzterein aber auch pöpSN, im Halberstädter, sowie im Jeruschalmi findet sich auch svip'SN, (nach Löwu soll dieses v. Pl. von J’Eip’DN sein) in anderen auch yll'p'SN, in wieder anderen auch j’Dip'SN (vergl. darüber □bti'n von Tr. Höhnt.) 2) (2“y v"'p DT1DE) siche darüber) 22? jcip’SN ’NC whin p» pdn pnicsjh mpn1? mono rpy» npip idn .“ioui "h (a^p no-o onsiD *pnpi) 2) D"3fcn .np'na wo inohi iN*sin pipox vergl. auch und o&vnn. -i) D"3t£n .O'OD Ip'SN ,]Dlp’2N 2'b *3H 3*^1. ü) 'Ol pD’D ’3“|?]’Clp,E6< ’ND (DTIDS '3">p 'QVL'O') np’PD WO "ION ’""l ,2V' WO. 6) Der Einwand, daß man häufig im Talmud Wörter griechischen Ursprungs findet, denen seitens der C’N3iDN ein hebr. oder aram. Charakter verliehen wurde, wie z. B. das griechische V7to&ijx7j in su. ä. 'Np xnn ISN 3"’ NDp N32) ohne weiteres verwandelt wurde, ohne in Erwägung gebracht zu haben, daß bei Fremdwörtern das pp'IOWGesetz ganz wegfällt, ist durchaus nicht stichhaltig und steht in keinem Widerspruch mit der Thatsache, daß die griechische Sprache den E'NTIEN und D’N:n die zugänglichste war. Daß ’P’niSN reit darüber einig sind, daß smp'bx einer fremden, vorzüglich der griechischen^) Sprache entlehnt ist, was auch in der Wirklichkeit der Fall ist. Der erste, der auf eine derartige Erklärung einen heftigen Angriff unumwunden machte, ist der own8). Er behauptete daher, ppox sei das griechische -'vip'vx (siehe (Soiit. von M. Landau), was mir Dessert zu übersetzen ist. Seinem Beispiele folgen alle übrigen Commentatoren, ohne den Jeruschalmi gesehen, oder darauf Rücksicht genommen ztt haben. Daß nun die Erklärung des oL>7> sowie die aller anderen, welche auf eins herauslaufen, prp*EX ist Nit? mit „Speise und Trank" zu übersetzen, der Autorität des jerus. Talmuds nicht die Achtung zollt, die ihr gebührt, ist klar genug, und bedarf keiner weiteren Auseinandersetzung. Aus eben demselben Grunde dürfte auch die Ansicht M, Landaus^- etwas zu denken übrig lassen, der [cip-ex als ein der im griechischen (in diesein Sinne) weniger gebrauchten Präposition inc nach und dein Subst: yvficc Speise, Kost (also Zuspeise^,.Dessert") zusammengesetztes Wort erklärt. — Um allen gerecht zu werden, dürfte daher die Behauptung, pp'sx ist aus dem häufig im Talmud vorkommenden ox „Art", „Weise" («x k*idkhh E-b) und Kafir»gi°) (später auch (Shamos) zusammengesetzt, einleuchtend sein, pp'cx wird demnach mit Art und Weise des Kontos übersetzt. Bekanntlich wurden dem Kontos zu Ehren gemüthliche, auf bacchantische Art arrangirteUnterhaltungen veranstaltet'') wobei Speisen aller Art, Gesang uttb sonstige Belustigungen nicht haben fehlen dürfen. Run entstand die Frage, was eigentlich die njtre mit vnx p’BBe px er n:tri2 '' pir emee) prp*sx ncert speziell an diesem nvL-Abende hat verbieten wollen, da die Art und Weise des Komos in vielen Details bestand. Daher monp rrvrra rpr x^t? irx 22 „inan soll nach Verzehrung des nsr-Opfers keine Gcsellcin griechisches Wort ist und „Unterpfand" bedeutet, das wußte ein jeder, nur die llebersetzung siel eben schwer — wie in der Regel die termini technioi sich in eine andere oder sogar in dieselbe Sprache schwer übertragen lassen — daher griff man zu der am meisten verständlichen Asimilation 'Np NPin ISN, was im wesentlichen dasselbe ist. Dieses ist aber hier nicht der Fall. 7) Vergl. '2t£Ti *;ny o^n iny und Löwn (nach ihm soll es dem. Syr. entnommen sein» und a: s) Vergl.?ipdd iv Nin» ijjt NV iw ’jn rrom iCO'sn *npj '01 n?nj rrnyD N"ipj 0'0ip'SN. 9) Vergl. Com. zum "ny von M. Landau. 10) mt22 IV. B. M. Cap. 21 u. a. 11) Davon vielleicht xwfxog.

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