Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 17-18 (3.3.1897)
- Date
- 1897-03-03
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
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348 r.«£^a*v»f-vrT^W|» ^rFnp^wT*' mächtiger Gewalt strömte der Regen nieder, als ob er aus tausend Bächen sich ergöffe. Wieder krachte daS Himmelsgewölbe, daß die Erde erzitterte. Er klammerte sich unwillkürlich an die Stäbe des Geländers fest, damit er nicht umsinke. Oben that es sich auf, wie ein Riesenschlund, und feurige Fluthen ergosien sich nach allen Seiten. Einen Moment schien das ganze Firmament in Flammen getaucht, der Fluß loderte, auf der brodelnden Fläche tanzten unzählige Flämmchen und blitzender Schaum spritzte empor. Dann bedeckte rabenschwarze Finsterniß das All, und er vernahm nur das Rauschen des Regens, der in faustgroßen Tropfen niedersiel. Und das Pfeifen des Windes schwoll immer mächtiger an und wuchs zu ungeheurem Tosen, das bald wie ein Heulen, bald wie ein Aechzen aus Millionen Kehlen erscholl. Nun blitzte es wieder auf, als wäre der Himmel in tausend flammende Ringe zerborsten. Von der Ferne her ließ sich ein wachsendes Brüllen vernehmen, der Donner kam näher und näher, rollte in heftigen, raschen Stößen über den Horizont, wie wenn zehn, zwanzig Thürme einer nach dem andern in die Lüfte sprängen. 3hm wurde der Regen schwächer, der Wind trieb die Wolken auseinander, bald verstummten die entsesielten Elemente und friedliche Ruhe breitete sich über die Erde. Er aber stand noch immer betäubt, matt, seiner Sinne nicht mächtig, an das Geländer gestützt und sah nicht, wie der Himmel sich vollständig geklärt hatte und der Mond in seiner ganzen Pracht erschien. Lichte, weiße Wölkchen, jagten vorbei, gleichsam einander haschend, bald dem Mond entfliehend, bald sein Antlitz wie hinter einem silberumsäumten Spitzenschleier bergend .... Plötzlich erschauerte er und raffte sich aus. Ein Frösteln durchschüttelte ihn, er fühlte ein schmerzliches Bohren in seinem Hirn und gleichzeitig quälte ihn brennender Durst. Der Fluß erblinkte vor seinen Augen, vom Mondlicht übergossen; er verließ langsam die Brücke, ging den Fluß hinaus eine Strecke lang, bis dahin, wo das Ufer sich breit und flach dehnte. Dort kniete er nieder und tauchte die Hände in die Fluth. Ein wohliger Schauer durchrieselte ihn, er ging hinein und stand bald bis an die Knie im Wasser. Dann schritt er immer weiter, legte sich endlich auf den Rücken und ließ sich von der Fluth schaukeln. Die Wellen kamen heran und netzten ihm kosend den Nacken, das Haar, das Antlitz; er wehrte sich nicht, ein wonniges Gefühl überkam ihn. Es war so unendlich weich und sanft hier zu ruhen und der Fluß murmelte so still und wiegte ihn so leicht. Er schloß die Augen. Die Wellen trugen ihn der Brücke näher und näher. Plötzlich fühlte er sich wie mit eisernen Armen an den Füßen gepackt, drei, vier Mal rasch wie ein Kreisel herumgedreht und dann in die Tiefe hinuntergezogen. Da, mit mit einem Male erwachte der Lebenstrieb in ihm, er begann aus allen Kräften mit den Armen zu arbeiten, drehte und wandte sich, aber schon hielt ihn eine Felsenöffnung umklammert. Zehnmal richtete er sich empor und glaubte sich schon aus der schrecklichen Umarmung befreit, unb zehnmal sank er wieder kraftlos hinunter. Er fühlte sein Herz gleichsam wachsen und anschwcllen, und hörte es laut mit dumpfen Schlägen hämmern. Die Schläge verloren sich in einem ungeheuren Zischen, das aus der Ferne zu kommen schien; tausend Stimmen erschollen uitb verwoben sich zu lärmendem Aufschrei. Dann legte eS sich wie ein Nebel um seine Sinne, aus dem längst verblaßten Gesichte verschollene Erinnerungen, Bilder der Vergangenheit auftauchten, wie von blauem Glanz umwoben, der immer Heller wurde, bis er jählings verblaßte. Und nun verschwand Alles . . . Seine Hände sanken nieder . . . Es ward still wie im Grabe . . . Mit gurgelndem Zischen drang ein WassersÜulchen auf die Oberfläche und zerplatzte. Der Mond stand auf dem saphirblauen Himmelsgewölbe, von mildem, silberhellem Glanz umflossen und sandte seine Strahlen hernieder. Sie brachen sich und funkelten auf den Wellen des Flusses, die sanft sich kräuselten. Alles schwieg, kein Blatt rauschte, kein Windhauch regte sich .... Ruhe.' ir Anzeigen. ^8 Für den folgenden Thcil ist die Redaction nicht verantwortlich. gilt: meinen Sohn suche per Aug. in e. glöß. E'senhandl. Lehrstelle, habe selbst größeres tzisengesch. in Baden und würde dagegen den Sohn eines Eijenhändlers in die Lehre nehmen. Reflrctanten belieben ihre Adresse unter Nr. 1140 an die GefchäftSst. d. Bl. einzusendcn. tOnifln sowie Seidenstoffe f. Gesell- - \ M111M schafts-u Straße« Toiletten lllllllll in enormer Auswahl und ■“'U1UU zu billigsten Preisen 58e) Seidenhaus M. Gottlieb, Specialgeschäft für Sammet u. Seidenstoffe, — Frankfurt ». M. - ~ ~ /^Uche per sofort zur Führung meines HauShalieS ein tücht, zuverü Mädchen (Wittwe nicht auSgeschl.), welches alle vorkommende Hausarbeit versteht, gegen hohen Lohn. Offerten nebst Gehaltsansprüche sind zu senden an (1157 A. Levy, Breyell. Rhld.