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Der Israelit · 1897-02-25 · Heft 16 (25.2.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 16 (25.2.1897)
Date
1897-02-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 16 .T XXXY1II. Jahrgang. Der AsraelU. Ern Gentrat-Hrgan für das orlhodoXe IudentHum. Begründet von Dr. in Utfiinf. Donnerstag, den 25. Februar 5657 (1SS7). iT Wegen der Montag und Dienstag hier statthabenden localen Feste erscheint die nächste Nummer dieses Blattes erst Mittwoch den 3. März in einem Umsang von vier Bogen. sä. Eine WTnvkr abonnirt man bei allen Postanftalten für den Monat <<s< Marz auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchalter de» Wohnorte» des Besteller» oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Air Expedition de« „Israelit". Leitender Artikel. jfaaifon 8«nh»el Kirsch und die IsraklilischeKtligioiisgeskllschüst jb jPiamtfnrt a.W. Von Director Dr. Mendel Hirsch. XXV. Als uns in den beiden jüngsten Artikeln das verehrungswürdige Bild Samson Raphael Hirsch's in seiner ganzen Lebensfrische entgegentrat und wir ihn in dem vielleicht trübsten und doch zugleich lichtbestrahltesten Momente seines Lebens schauten, da er, von wüthenden Angriffen und wildesten Schmähungen umtobt, wie ein Jesaias sprechen konnte: „Ich habe mich preisgegeben den Mißhandlungen, bin nicht zurückgeschreckt vor Schmähung und Speichelwurf!" — und wir da seiner Seelengröße gedachten und des tiefen Seelenfriedens und der innigen Lebensheiterkeit, die sein ganzes hehres Wesen durchdrang — und wir dann daran dachten, wie er nun eingegangen ist in das Reich des ewigen Friedens, und sein Leben vollendet, und sein Tagewerk vollbracht, und sein Wirken der Geschichte angehörig — als uns so sein verehrungswürdiges Bild vor die Seele trat, wie es aere perennius in seinen Werken bewahrt ist und noch dem Forscher kommender Jahrhunderte entgegenleuchten wird, vielleicht strahlender noch und herrlicher, als wir es zu erfassen vermocht —: da kam uns die Erinnerung an jene posthumen Nadelstiche in den Sinn, die vor einigen Monden, es ist ja wohl inzwischen gar ein halbes Jahr verstrichen, seine die Zeilen überragende monumentale Gestalt, zu irgend einem abseits liegenden Zwecke, zum Zielpunkt zu nehmen für gut befunden hatten. Ob er sie wohl beachtet, ob er auch wohl das flüchtigste Wort der Erwiderung für sie gehabt hättet Offen gestanden, wir glauben's nicht. Er wäre ruhig seines Weges gegangen. Und auch wir würden uns keines Mangels an Pietät schuldig fühlen, wenn wir hierin seinem Beispiele folgten. Um so weniger, als ja der Herr Berfaffer des betreffenden Artikels selbst ihn für eine journalistische Tagesleistung erklärt hat, an die man den strengen Maßstab des Geschichtsschreibers nicht legen dürfe. Dieser Meinung sind wir auch. Aber wir glauben zugleich, für den Journalisten wie für den Geschichtsschreiber ist die Pflicht des Strebens nach objectiver Wahrheit die höchste und heiligste, mag dieselbe auch immerhin für den Ersteren in der Tageshast der Arbeit schwerer zu erreichen sein, als für die ruhige Forscherarbeit des Letzteren. Wir glauben deshalb gern, auch der Herr Verf. wird es uns Dank wissen, wenn wir, obgleich es für das Andenken des großen Heimgegangenen überflüssig ist, wenigstens einige der zahlreichen, in» seinen Artikeln angesammelten tatsächlichen Unrichtigkeiten herausheben, nur um einer Legendenbildung im Kreise Fernstehender vorzubeugen.

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