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Der Israelit · 1897-02-22 · Heft 15 (22.2.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 15 (22.2.1897)
Date
1897-02-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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294 einen armen 50jährigen jüdischen Bettler, namens Meyer' Bloch, dem Herr Hirsch auf sein Ansuchen Nachtquartier gewährt hatte. Zwerder ergriff, den armen Bloch fragend, wer ihm gestattet habe, da zu übernachten, einen Besenstiel und mißhandelte den armen jüdischen Bettler in der unbarmherzigsten Weise, so daß derselbe ohnmächtig wurde und erst im Spital wieder zur Besinnung kam. Für diese Rohheit ist der Angeklagte zu vier Jahren Gefängniß verurtheilt worden. Schweiz. Luzern, 8. Februar. Gestern Abend veranstaltete der Vorstand des hiesigen Cultusvereins anläßlich der Uebergabe eines Ehrengeschenkes zum 25jährigen Dienstjubiläums ihres Cantors, Herrn M. Moos, eine würdige, aber bescheidene Feier, verbunden mit Bankett in den Rämnen der Pension Moos. An derselben betheiligten sich u. a. der hiesige Verein „Reunion". Nachdem der Präses der Gemeinde, Herr H. Braun, die zahlreich erschienenen Gäste herzlich willkommen geheißen unb ihnen sür ihr Erscheinen dankte, wandte er sich an den verehrten Jubilaren, zeichnete in beredten und kurzen Worten die Verdienste desselben um die Gemeinde und stellte ihm das Zeugniß treuerfüllter Pflichttreue aus, den Dank der hiesigen damit verbindend. Am Schluffe seiner Ansprache überreichte er Herrn Moos das Jubiläumsgeschenk, bestehend aus einer silbernen Schale auf Fuß mit eingravirter Widmung. Eine kalligraphisch ausgeführte Urkunde hatte folgenden Inhalt: Geehrter Herr Cantor! „Mit berechtigtem Stolze dürfen Sie heute auf Ihre 25jährige Thätigkeit zurückblicken. Wir benutzen diesen Anlaß, um Ihnen für Ihre nre ermattende Pflichttreue und die ganze Hingebung an Ihr Amt während dieser langen Reihe von Jahren unsere volle Anerkennung auszusprechen und widmen wir Ihnen als Zeichen unserer Dankbarkeit diese Urkunde. Genehmigen Sie, geehrter Herr, die Versicherung unserer vollkommenen Werthschätzung. Der Vorstand des israel. Kultusoerems Luzern:" (Folgen Datum und Unterschriften.) Hierauf ergriff der Präsident der „Nennion" das Wort, der als ehemaliger Schüler des Jubilars mit besonderer Freude dem Herrn Cantor angemessene Glückwünsche aussprach und Namens seines Vereins ihm ein schönes und geschmackvolles Geschenk dedicirte. Sichtlich erfreut erhob sich der Gefeierte und dankte für die ihm erwiesene ehrenvolle Aufmerksamkeit. Manch gutes und herzliches Wort, der Feier entsprechend, wurde noch gesprochen und speziell fand eine poetische Widmung, betitelt . „Der Traum des Jubilaren", ein selbftverfaßtes Gedicht unseres dichterisch veranlagten Kassiers, Herrn Wilh. W. den größten Beifall. Einige Glückwunschtelegramme trafen auch ein. Die Mitternachtsstunde war nicht mehr fern, als das „Benschen" seinen Ersteigerer fand und als die frohe Versammlung auseinanderging, war bereits^die zweite Morgenstunde erreicht. Dem hochverehrten Jubilaren rufen wir schließlich von dieser Stelle aus ein „Glück auf" unb fernem Gottes-Segen zu!L. W, > Vermischtes. < Friedrichstadt a. d. Eider (Schlesw Holst.) 10. Fcbr. Herr Simon Benjamin und Frau feierten heute im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Verwandten das seltene Fest ihrer goldenen Hochzeit. — Herr Benjamin wurde vor längerer Zeit zum Mitglied der hiesigen Stadtverordneten gewählt, welches Amt er etwa 12 Jahre titne hatte. Heber 30 Jahre verwaltete er das Amt eines Präses in der isr. Gemeinde, und erwarb sich große Verdienste um die gedeihliche Entwickelung derselben. — Als Zeichen des Wohlwollens kamen heute viele Mitglieder aller Konfessionen, unr dem Jubclvaare ihre Glückwünsche darzubringen. Der Bürgermeister überreichte eine von Sr. Majestät dem Kaiser huldvoll gespendete silberne Gedenkmünze mit einem Begleitschreiben in feierlicher Ansprache. Möge dem Jupelpaare ein glücklicher Lebensabend beschieden sein. Wien- In einer Wählerversammlung gab kürzlich ein junger Mann die wahrheitsgetreue Erzählung zum Besten, warum er Antisemit geworden sei. Er habe, berichtete er, vor einem Jahre bei einem jüdischen Trödler einen Rock gekauft, der, wie es ihm später bedünkte, nicht den Preis werth war, den er dafür bezahlen mußte. Man sieht, Kleider machen nicht nur Leute, sondern auch Ueberzeugungen. Wäre der Trödler ein Christ gewesen, so gäbe cs einen Hasser des Christenthums mehr; wäre er ein Muselmann gewesen, so hätte der brave, junge Mann den Kreuzzug gegen den Halbmond gepredigt. Deutsch Kreutz. Eine t"n nttfN in des Wortes edelster Bedeutung, welche nach kurzem Leide», iiu Alter über 70 Jahren, sowohl den Ihrigen als allen Armen hier entrissen wurde, wurde heute hier zu Grabe getragen. — Es ist dies Frau Wittwe Nctti Tauber, die Gattin unseres unvergeßlichen Gemeinde-Vorstehers Hr. Sigmund Tauber, welcher über 'ii Jahrhundert als Präses und als erster Chewra Kadischa-Gabbe in unserer n7.~ip fungirte, in welcher Stellung er Vieles zu Gunsten unserer Glaubensgenossen gewirkt bat. In der Entschlafenen vereinigten sich Bildung des Geistes mit freundlichem, bescheidenen Wesen. — Wahre, »«geheuchelte Frömmigkeit, ein mildthätiger Sinn und ein reges Interesse für alles Gute und Edle bildeten die Grundzüge ihres Charakters. Kein Auge blieb thränenleer als am Grabe unser allverehrter Oberrabbiner Hr. Dawid Friedmann einen herzergreifenden „“DDH" hielt, die Tugenden der Entschlafenen schildernd. 6 Meter Confirmationsstoff für M. 4.50 Pfg. 6 Met. Sommer-Nouveaute z. ganz. Kleid für M. 3.30 Pfg. 6 ,, Loden ,, » „ « r> 3.90 „ sowie allerneuste Etamine, Serpentine, Lenons, Carreaux, Beige, Pique, schwarze u. weisse - Gesell* Schaftsu Waschstoffe etc. etc. in grösster Auswahl und zu billigsten Preisen versenden in einzelnen Metern franco in’s Haus. 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