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Der Israelit · 1897-02-18 · Heft 14 (18.2.1897) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 14 (18.2.1897)
Date
1897-02-18
Page
– (sequence 21)
Language
German
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279 und Islam die Ideen der Propheten nach allen Windrichtungen trugen. Sollte das der Abschluß sein? Nein! denn der größte Sieg steht noch aus: Jeder Mensch muß ein .Honig sein und ein Priester; alle Völker muß ein Bund umschlingen, alle sollen einem Gotte dienen, ein Recht anerkennen, sollen einen gemeinsamen Träger der prophetischen Idee anerkennen und einen Ort, wo derselbe seinen Sitz hat. Dieser Sieg ist durch das Prophetenthum verkündigt tvordcn. — Die zahlreich versammelte Zuhörerschaft folgte dem Vortragenden mit großer Antheilnahmc und zeichnete ihn am Schluß durch warmen Beifall ans. T ü r k e i. Constantinopel, im Febr. (Vom Goldenen Horn.) In einem Berichte Constnntinopler Blätter, war von der Haltung der Juden der Türkei gegenüber dem patriotischen Werke der nationalen Subscription die Rede. Zugleich w.:rde mitgetheilt, auf welche Art die schöne Handlungsweise unserer Glaubensgenossen dieses Landes beleuchtet wurde. Die Sprache, die in dieser Hinsicht geführt wurde, war voll des Lobes und der Anerkennung. Seitdem haben nun die meisten Zeitungen der türkischen Hauptstadt von bleuem die Gelegenheit ergriffen, über denselben Gegenstend zu sprechen. Anlaß dazu gaben zwer Briefe, die zw scheu dem Großrabbinat und dem Ausschuß der Zeichnungen zu Gunsten der militärischen Anstalten gewechselt wurden. Die beiden Schreiben sind ein beredter Beweis für die immer warme Antheilnahme der Juden an den Schicksalen des Landes, welches sie bewohnen, für ihre stets bereite Hilfe, die Zeitumstände manchmal gebieterisch fordern, ja für ihre Opferwilligkeit und Gebensfreudigkeit, und sie legen rühmendes Zeugniß ab für wahrhaft herzliches Einvernehmen zwischen den israelitischen Unterthanen des osmanischen Reiches und der hohen Negierung des Großherrn der Türkei. Wir theilen hier den Wortlaut des beim Großrabbinat der Türkei eingelaufenen Schreibens des erwähnten Ausschusses mit: „Die großmüthige Vermittlung und die patriotischen Anstrengungen, die Ihre Hochwürden entfalten, um die treue jüdische Nation mit dem edlen Werke zu verbinden, sind zu Füßen des Thrones unseres hochherzigen Padischah niedergelegt worden als das glänzendste Zeugniß der Treue Ihrer Hochwürden und des israelitischen Volkes!" Gezeichnet vom Minister Mahmud Pascha, haben diese Worte allgemein den besten Eindruck gemacht und alle jüdischen Gemeinden der Türkei bestreben sich, die Wünsche, die ihr ge.stliches Oberhaupt an sie gerichtet, in schönster Weise zu erfüllen. Die jüdischen Blätter des Orients veröffentlichen die Namensliste mit den Gaben. Bis Mitte vorigen Monats hat Constantinope! 1 (>,140 Piaster, Adrianopel 8180 Piaster, Salonichi 360,000 Piaster, Smyrna eine ähnliche Summe gezeichnet. Die Begeisterung ist überall allgemein. wo sich ein Ausschuß gebildet, um die Gaben zu diesem Zwecke zu sammeln. Nun schicken aber viele reiche Juden ihre Spenden direkt an die oberste Commission, so daß ihre Zeichnungen auf den mitgetheilten Listen fehlen. Am l9. Januar, wurde auch von den Juden im ganzen osmanischen Reiche der Geburtstag des Sultans mit großem Jubel gefeiert. Palästina. Saida (px) Sldon. Oestlich von unserer Stadt wurde vor einigen Tagen in einem Thale des Libanon eine unterirdische Kammer mit vielen Sarkophagen in derselben blosgelegt, von der man sich neue Aufklärungen über die bisher uns in dunklen Umriffen vorhandene Geschichte der Phönicier, die doch mit dem israelitischen Volke so eng verbunden und befreundet waren, verspricht. Man muthmaßt nämlich, daß dieses blosgelegte Grabesgewölbe die Gruft der phönicischen Könige, die bald in Sidon, bald wieder in Tyrns (-x) residirten, sei. Die Sarkophage sind olle höchst kunstvoll gearbeitet und mit vielem relief gearbeiteten Figuren geschmückt. Die türkische Regierung hat schon eine wissenschaftliche Commission in Beirut zusammengesetzt, welche diese Sarkophage untersuchen und sie dann nach Konstantinopel befördern wird, wo sie im dortigen kaiserlichen Museum aufgestellt werden sollen. Einstweilen bewachen türkische Zaptiehs (Gendarmen) den Zugang zu der Gruft, da man hofft, daß man dort auch v'ele Kostbarkeiten aus Gold, Silber und Edelgestein vorfinden würde. vermischtes. Prag. Seine Majestät der Kaiser hat altergnädigst geruht den Finanzrath Ploo der böhmischen Finariz-Proceratur zum Obersinanzrath zu ernennen. Derselbe, ein ebenso tüchtiger, als pflichttreuer Beamter, ist ein Sohn des verstorbenen, allgemein geachteten Med. Tr. Joachim Ploo und ein Schwestersohn des berühmten Kanzelredner Dr. Michael Sachs, welcher zuerst Tempclprediger in Prag, später Rabbiner der Berliner Gemeinde war. Konstantinopel. M- Ficsco, der Herausgeber des in spagnolischcr Sprache erscheinenden Jonrnals „Tiemp", hat von dem Sultan den Medjidie-Orden vierter Klasse erhalten. Die gleiche Ehre widerfuhr M. Gcrson, dem Leiter der hiesigen Filiale des Credit Lyonnais. Mehr Aufsehen als diese Ordensverleihungen macht hier die Ernennung von M. Joseph Hainr Sälen: zum Kanzler bei dem türkischen Konsulate in Brüssel. Denn obwohl im inneren Verwaltungsdienste die ^ahlber jüdischenPeamten keine atlzugcringe ist, so blieb es doch eine große Seltenheit, wenn einer unserer Glaubensgenossen eine Stellung im auswärtigen Dienste errang.

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