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Der Israelit · 1897-02-18 · Heft 14 (18.2.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 14 (18.2.1897)
Date
1897-02-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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macTtit z-hrg-üi«. j|g 14. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. fe^mattn in M«trrz Donnerstag, de« 18. Febrnar 5857 (1897). Leitender Artikel. Zum hundertjährigen Geburtstag des deutschen Heldenkaisers Wilhelm I. (Am 22. März.) Mainz. 17. Februar.*) Die deutschen Stämme rüsten sich, um das Gedächtniß des Tages würdig zu begehen, an welchem ihr Einiger, ihr Kriegsheld und ihr Friedensfürst, an welchem der Gründer des neu erstandenen deutschen Reiches vor nunmehr hundert Jahren ihnen geboren wurde, "ist „Das Gedächtniß des Gerechten wird zum Segen!" Mitten in den Kampf des Tages, der mit trauriger Geflisientlichkeit alles hervorsucht, was die streitenden Raffen, Klaffen und Parteien scheidet und mehr und mehr entfremdet, sammelt das Gedächtniß der verklärten Heldengestalt, die sich befehdenden Kinder um den gemeinsamen theuern Vater. Diese bloße Sammlung ist ein Werk des Friedens, ist die erste Frucht des Segens, welcher aus dem Gedächtniß des Gerechten quillt. Wenn uns an jenem Gedenktag seine Bedeutung in unsere Gotteshäuser zieht, dann reicht uns an diesem Sabbat aus dem reichen Schatze unseres heiligen Schriftthums der sinnige Brauch der Väter das Prophetenwort zur Betrachtung: r,z:r> ^x- 'nernn vrn bbnn' r, nex ro ^nnen ^nr* nxrc ox *r 'r.wvz vcry ^rrrr bs inr<zsz nSxr 2 pjc np-un "cn nw *n -:x *rnx rw bs&n .'n cxj TStBn „So hatG o tt gesprochen: Es rühme sich kein Weiser seiner Weisheit, es rühme sich kein Held seiner Machtund es *) Auf Wunsch vieler unserer deutschen Brüder in überseeischen Ländern, die zu wissen wünschen, wie dieses Fest zu feiern ist, bringen wir diesen Artikel schon heute. Red. rühme sich kein Reicher feines Reichthums. Sondern dessen rühme sich, wer sich rühmen mag, daß er in rechterEinsicht mich erkannt, wie ich Gott, Gnade, Recht und Milde übe auf Erden, denn diese sind es, die ich will, ist derSpruch Gottes." (Jeremia Cap. 9, B. 22, 23.)**) Diese Worte sind der treue Dolmetsch auch derjenigen Gedanken und Gesinnungen, welche die so ungewöhnliche Veranlaffung weckt, die uns in unseren Gotteshäusern zusammensührt. Welch herzerhebendes Bewußtsein fließt doch schon aus dieser einen Thalfache! Ob uns die alte Vätersitte - ätt diese Stätte der Gottesverehrung ruft, oder ob wir dem Drange zur Feier dieses Gedenktages folgen, dieselben Worte, dieselben Wahrheiten unseres alten Gottesgesetzes, die bei der einen, wie bei der anderen Veranlaffung dieselbe« Gedanken und Empfindungen beleben, sie sind doch das laute, unabweisbare Zeugniß dafür, daß unsere Geister und Gemüther sich frei wiffen von dem Zwiespalt, der sonst zwischen den Anforderungen des Staats und denjenigen der Kirche sich geltend macht. Dieser Zwiespalt, an dem schon so viele Völker verbluteten, unter dem alle Culturftaaten der Gegenwart mehr oder weniger leiden, er sollte uns erspart bleiben. Wie der Held der griechischen Sage schon in der Wiege das ihn bedrohende Schlangenpaar erdrückte, so hat in seiner frühesten Jugend der jüdische Stamm vom Vater der Menschheit die tröstliche Versicherung erhalten, daß er diesen Tod siegreich überwinden werde. Als Gott der Menschheit sein Gesetz offenbarte und den Herolden seines Wortes den Welleneid auferlegt, es durch alle Zeiten und Zonen zu tragen, damals hat Er uns die Verheißung mit herausgegeben: „Ihr aber, ihr werdet mir sein ein Königreich v on P riestern!" (II. B. M., C. 19, V. 6.) **) Schlußverse der mBBn.

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