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Der Israelit · 1897-01-28 · Heft 8 (28.1.1897) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 8 (28.1.1897)
Date
1897-01-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXTm, Jahrgang. Iweite Leilaae;u M H „Israelit“. Literarischer Bericht *-«n '-^ nsnrn => fcra -• =r.= - > nrCX 7N.18 rrtn d> ""isECpsr cnscn -rx:: prn: sr c; .p"cS r'TT, r,;tr sps^p . 212^ 1*2x2 ncPc* "r Salomon Buber hat vor einigen Wochen sein siebzigjähriges GebunstagSjubiläum gefeiert. Alle jüdischen Zeitungen brachten begeisterte Festartike! zu Ehren des Jubilars und auch diese Blätter berichteten über die vielen Ehren und Auszeichnungen, die dem verdienten Gelehrten zu seinem Ehrentage von Seiten der Gemeinde und Stadt Lemberg dargebracht wurden. Solche Feste pflegt man gewöhnlich zu feiern, wenn das Wirken eines Mannes bereits abgeschlossen vorliegt, sie wollen gleichsam von der Lebensarbeit eines Gelehrten das facit ziehen und der Mitwelt von seinem Schassen Rechenschaft geben. Buber jedoch wollte der Welt zeigen, daß er, dessen literarischen Arbeiten eine kleine Bibliothek ausmachen, noch keineswegs gesonnen ist, auf seinen Lorbeeren auszuruhen und von seinem wohlerworbenen literarischen Ruhm im Alter zu zehren, daß er sich trotz des herben Schicksalsschlages, der ihn getroffen, noch kräftig und arbeitsfreudig genug fühlt, um auch am Abend seines Lebens seine Hände nicht ruhen zu laffen. Er ist noch nicht gewillt, sich aus das otium cum dignitate zurückzuziehen, erschreibt sich seinen Jubiläumsartikel selbst, er gibt einen neuen unbekannten „Midrasch" heraus: Das in der Ueberschrift genannte Werk mcx ”jx. Einen Jubiläumsartikel kann Jeder schreiben, der eine mehr oder minder gewandte Feder führt, einen Midrasch nach Buber's Weise zu ediren, dazu dürften nur Wenige berufen sein. Man kann auch sagen, Buber wollte mit dieser Edition für die vielen Jubiläunrswünsche quittiren und seinen Dank ausdrücken. Nun, mit solcher Münze zahlt nicht Jeder, nur ein Fürst im Reiche der Wiffenschaft entledigt sich so seiner Verpflichtungen. Noblesse oblige!! Das vorliegende Werk ist ein markantes Beispiel dafür, wie weit hinab die sogenannte midraschische Literatur reicht. In Jemen, dem Vaterlande dieses Midrasch, muß sie noch nach den Zeiten des Rambam geblüht haben. Nicht nur Stellen aus dem Werke des sp sondern ein vollständiges Citat aus dem nur? rrrr des Rambam, Ende von Hilchoth Megilla, enthält dieses Werk, wie der Herausgeber nachweist. Und doch ist es seiner ganzen Anlage nach ein Midrasch, zusammengestellt aus Hagadastellen des Talmud und der anderen älteren Midraschim. Besonders ausgiebig hat der Compilator den d’jb «ttd min« zu Esther benützt, der ebenfalls von Buber in seinen «man "idc vor einigen Jahren edirt wurde. Es finden sich jedoch auch in diesem Midrasch nicht wenige Stellen, für die selbst Buber keine Quelle anzugeben weiß. Diese müffen wohl einem anderen, noch unbekannten oder verschollenen Midrasch entnommen sein. lieber die Art und Weise, wie Buber seiner Pflicht als Editor nachgekommen ist, brauchen wir kein Wort zu verlieren. Wer je ein Werk von ihm gesehen, weiß, daß es dafür nur eine Bezeichnung gibt: Mustergültig!—11— Zeitungsnachrichten unv Correspondenzen Deuts ch l a n d. Berlin. Der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen hat seit Kurzem die Dhätigkeit der von ihm ausgebildeten Schwestern dadurch erweitert, daß er einige derselben ausschließlich für die Armenpflege verwendet. Das Ergebnis;, das durch diese Ausdehnung der Dhätigkeit der Schwestern erzielt wird, ist trotz der kurzen Zeit schon als ein sehr günstiges zu bezeichnen. Auch in der Krankenpflege werden die ausgebildeten Schwestern immer mehr auch von auswärts begehrt. Eine hat während der letzten Badesaison ihre Dhätigkeit in Kolberg mit so großem Erfolge ausgeübt, daß dem Vorstande ein außerordentlich schmeichelhaftes Anerkennungsschreiben darüber zugegangen ist. Von devl Schwesternheim in der Auguststraße Nr. 1? ist jetzt auch die dritte Etage eingerichtet worden, welche vornehmlich für die fertig ausgebildeten Schwestern eingerichtet werden soll, während die zweite Etage den Schülerinnen als Wohnung dient. Aus Buden. Der demokratische Landtagsabgeordnete, Herr Oskar Muser, der sich der Israeliten sonst sehr angenommen hatte, hat nach einem längeren Artikel im „Mannheimer Anzeiger," wie folgt resümirt. „Nach meiner Meinung ist bei der derzeitigen politischen Lage in Baden und der heutigen Parteiconstellation im badischen Landtag die Wahl eines A ntisemiten in diesen dann ein kleineres Hebel, als die Wahl eines Nationalliberalen, wenn jener unzweideutig für uns, dieser gegen die unbedingte Einführung des direkten Landtagswahlrechts und die von uns erstrebte Reform der Gemeind eordnung eintritt." Mit Recht knüpft der Redacteur des Mannheimer demokratischen Organs, Herr Dr. Gerard, hieran eine Kritik, in der es u. a. heißt: Ein Antisemit, der sich für das direkte Wahlrecht erklärt, bleibt immerhin ein Gegner des 'allgemeinen

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