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Der Israelit · 1897-01-28 · Heft 8 (28.1.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 8 (28.1.1897)
Date
1897-01-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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•mm ^gyyfWjPEWUfc)«» WK- IfliyJ»» '.¥ 140 Ser Angeklagte Alles gethan babe, um baldmöglichst eine neue Lehrerin zu beschaffen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prag, 26. Januar. (Die Satisfactions- Unfähigkeits- Erklärung der jüdischen Studenten). Am 11. März v. I. fand in der Wiener Universität bekanntlich eine Studenten-Versammlung statt, in welcher die deutsch-nationalen Verbindungen sowohl als auch die „Finken" dieser Parteirichtung den Beschluß faßten, die jüd. Studenten für satisfactionsunfähig zu erklären, „da sie aller Ehrbegriffe bar" seien. In Folge dieses Beschlusies wurden mehrere Verbindungen aufgehoben, darunter auch mittelst Statthalterei-Erlaffes vom 7. Mai 1896 die technischakademische Burschenschaft „Liberias". Die Burschenschaft führte dagegen Recurs und erhob schließlich über das abweisliche Erkenntniß des Ministeriums des Innern vom 11. August 1896 die Beschwerde an das Reichsgericht, vor welchem nunmehr die Verhandlung stattfand. Das Urtheil, wird in den nächsten Tagen publicirt. Frankreich. Paris, 25. Januar. Ein Rechtsspruch gegen ein antisemitisches Unternehmen wird aus Lyon berichtet: Ein gewiffer Sapin und ein Drucker Grögoire hatten dort die Absicht angekündigt, ein „Israelitisches Jahrbuch" herauszugeben, in dem die Namen sämmtlicher jüdischen Beamten, Geschäftsleute u. s. w. in Frankreich veröffentlicht werden sollten. Mehrere Personen, deren Namen in diesem Buche figuriren sollten, haben nun beim Civilgerichte von Lyon ein Verfahren angestrengt, um diese Art der Veröffentlichung ihres religiösen Bekenntnisses zu verhindern. Das Unheil ist zu Gunsten der Kläger ausgefallen, und Sapin und Gregoire sind mit der Beschlagnahme ihres Buches bedroht worden, die vor der Verkaufsstellung deffelben stattzusinden hat, wenn die beiden Verurtheilten dem Rechtsspruche sich nicht fügen wollen. Sprechfaul. Au» Tüddeutschlaud. In Nr. 6 des „Israelit", Seite 110, macht Herr Bromet, Hotelier zu Bad-Ems bekannt, daß er ein Hotel I. Ranges, „Hotel de France" käuflich erworben hat, und daß er dem Verlangen des Herrn Rabbiner Dr. Weingarten Folge leisten und eine ftrengreligiöse Dame zur Beaufsichtigung der Küche engagiren will Es sei hierdurch, so schreibt Herr Bromet, einem wirklichen Mangel abgeholfen, den diejenigen, die auf eine strenge Religiosität reflektiren, stets empfunden haben. Wir sind Herrn Bromet von Herzen dankbar, wenn er diesem Mangel abzuhelfen bestrebt ist, da der Schreiber dieser Zeilen indeß mit den v>->lL'2-Perhältnissen eines jüdischen Hotels etwas vertraut ist, so glaubt derselbe mit der An stellung einer streng-religiösen Dame, deren genaue Kenntniß des jüdischen Gesetzes doch auch erst nachgewiesen werden müßte, seien d e Anforderungen, die man an ein jüd. Hotel stellt, noch lange nicht erschöpft. Ich gedenke im kommenden Sommer Eins als Kurplatz aufzusuchen und stelle ich aus diesem Grunde folgende Fragen an Sie. Herr Bromet; soll mich deren Beantwortung vollkommen befriedigen, so müßte hierin auch Herr Dr. Weingerten mit unterzeichnet fein. 1. Wo decken Sie Ihren Flcischbedarf? Bezicben Sie Ihre Fleischwaaren nur von der no'fTtf des nnm crw, welch' letzterer von Herrn Dr. Weingarten angcstcllt ist, oder erhalten Sie auch Fleisch von der Umgegend, on Metzgern, die zugleich selbst schachten? 2. Woher beziehen Sic während der Kürzest Ihren Bedarf in geschlachtetem Geflügel? 9. Woher erhalten Sie Ihren Bedarf in Gänsefett und sind die betrete enden Bezugsguelleu Herrn Dr. Weingarten bekannt? 1. Beziehen Sie Ihre Backwaarcn von > inein Bäcker, der am rottf sein Geschäft geschlossen? 5. Besorgen Sie keinerlei Einkäufe am unp rot?? Wenn unter der Kur meiner rpjn r.Niri meine nssn nothleiden sollte, so würde ich es lieber vorziehen, auf eine solche Kur zu verzichten. Es soll mich sehr freuen, wenn Sie in einer der nächsten Nummern des „Israelit" mir einen günstigen Bescheid erthcilen können und dann erst wird es für mich unzweifelhaft sein, daß das Hotel de France „voll und ganz den Zuspruch unserer Glaubensgeuosscu verdient." Veritas. Vermischtes. Fürth, 26. Januar. (Warnung.) Vom Israelit. Wanderuntcrstützungs-Verein, Theaterstraße 96 geht uns folgende Mittheilung zu: Ein sich Emanuel Roos nennender Kantor aus Bischheim (Elsaß) gab an, er wäre in der Schweiz Schachet und Kantor gewesen, und in Folge des Schweizer Schächtverbois seiner Stelle verlustig geworden und sei nun verarmt. Derselbe behauptet nun, er hätte eine Kantor- und Zchocbet- Stelle in Unterfranken bekommen, welche er in 3 Wochen erst antreten kann. Durch wische Vorspiegelung erhielt er eine Empfehlung des hiesige» Kantors Lübeck an unsere Kasse und erhielt deßbalb eine Unterstützung von 12 Mark. Rach eingeholter Erkundigung beim Kultusvorstand in Wiesenfeld, beruhen dessen Angaben auf Unwahrheit und war derselbe dort gar nicht engagirt. Roos hat in zwei Wirthsckiaften Zechprellereien verübt, und auch noch bei einem Wirth Geld ausgeschwindelt. Er ist 30 Jahre alt, angeblich verheirathet und Vater zweier Kinder. Zuruckgesehte Stoffe im Ausverkauf. 6 Meter solider Stoff zum ganzen Kleid für 2k. 2.40 Pfg. CDcüiot5,Diagonal doppeltbreit in solider Qualität Pf. per Meter Master auf Verlangen franco in’s Haus. Damentuch olider Qualität ä 55 Pfper Meter Reinwollene Spaffiiolette Flanelle u 85 Pfennig pr. Meter versenden in einzelnen Metern franco ins Haus, neueste Modebilder gratis OETTINWKR & Clo., Frankfurt am Main. Separat-Abthellung für Herrenkleiderstoffe. Buxkin v. M. 1.35 Pfg., Cheviots v. M 1.95 Pfg. an pr. Meter.

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