Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 7 (25.1.1897)
- Date
- 1897-01-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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124 theilung des SchulsondS vorgebeugt. Das Blatt verräth uämlich, daß die Anzahl der gegenwärtig das Seminar besuchenden Schüler um 2/3 weniger als noch vor ö Jahren ist; daß die erste Klaffe der oberen Abtheilung keinen einzigen Schüler habe, die ganze ober. Abtheilung im Ganzen nur 10 Zöglinge zähle, währeno in der Unterabtheilung es Klaffen gäbe, welche blos vier Hörer aufweisen. Nach zwei Jahren, schreibt das genannte Blatt, dürfte das Seminar überhaupt keine Zöglinge mehr haben. -> Versonatten. ~f Wien. Freitag, den 1. d. M-, verschied in seiner Wohnung Hierselbst, Gumpendorferstratze 133, Herr Simon Fleckles im 87. Lebensjahre. Der Verblichene, der einer altjüdischen Prager Familie entstammte, war ein Neffe des weittcrühmten Rabbiners Eleasar Fleckles in Prag Herr Simon Fleckles, welcher zwei Söhne und eine Tochter hinterläßt. war der Typus des braven, glaubensstarken Juden, ein Mann voller Biederkeit, von makellosem Charakter. Gesegnet ist das Andenken des Gerechten. Vermischtes. Berlin Ein Synagogcndiener hatte die Vorrechte eines Kirchendieners hinsichtlich der Kommunalbesteuerung in Anspruch genommen, ist aber, nach einem Berichte der „D. Jur.-Ztg.* mit diesem Ansprüche vom Oberverwaltungsgerichte abgewiesen worden. Wo überall auf dem Gebiete in der Gesetzgebung von den Vorrechten der Geistlichen aus dem Gebiete der Kommunalbesteuerung die Rede ist — so sagt das Gericht u. A. — hat der Gesetzgeber lediglich die Geistlichen der vom Staate privilegirten Kirchengcsellschaften der christlichen Kirchen (8 90 II 11 A. L.-R.) im Auge und mit dieser Beschränkung ist der Begriff auch in das Kommunalabgabengesetz vom 14. Juli 1893 übernommen. Ebenso begreift die Gesetzgebung unter Kirchendiener nur gewisse, bei einer vom Staate anerkannten Kirche angestellte Beamte. Der Vertreter einer jüdischen Kultusgemeinde ist nicht Geistlicher, die Synagogendiener sind nicht Kirchendiener im Sinne des Gesetzes. Berlin. Die Unterrichts-Commission des Abgeordnetenhauses verhand lte am Freitag über eine Petition des Vorstandes der Synagogen-Gemeinde Aachen um Einrichtung jüdischen Religions-Unterrichtes am dortigen Kaiser-Wilhelm- Gymnasium auf Kosten der Anstalt. Auf Antrag des Centrumsvertreters ging die Commission zur Tagesordnung über, da der jüdische Religions-Unterricht an höheren Schulen als allgemein verbindliches Fach nicht anerkannt sei und deshalb eine Verpflichtung zu seiner Einrichtung nicht bestehe, nach der Verwaltungspraxls aber den Synagogen-Gemeinden unter allen Umständen die Hälfte der Kosten bei der Einführung auferlegt würde. Posen. Vor Kurzem feierte das I. Koppenheim'sche Ehepaar in Grätz bei Posen das Fest der „goldenen Hochzeit." Der Vorsteher der dortigen Gemeinde hob bei einer Ansprache die Verdienste des Jubilars um Gemeindeangelegenheiten hervor und überreichte im Namen der Gemeinde ein Ehrengeschenk. — Alsdann folgte die Uebergabe der von Sr. Majenät dem Kaiser verliehenen Ehejubiläumsmedaille begleitet von einem Handschreiben. Ein großer Theil der Bürger ließ es sich nicht nehmen, seine Glückwünsche persönlich darzudringen und Viele, die daran verhindert waren, thaten cs auf schriftlichem Wege. Auch vom In- und Auslande trafen überaus zahlreiche Gratulationen ein. — Diese vielseitigen Kundgebungen bezeugten. in welcher Achtung uno Liebe das Jubelpaar stehen und dies mit Recht; besonders zeichnet sich dasselbe jederzeit durch Frömmigkeit und Wohlthätigkeit aus. Der Jubilar ist im Talmud sehr bewandert; er war ein eifriger und beliebter Schüler des weilberührnten hochseligen Rabbiners Guttmacher in Grätz. Wir wünschen dem Paar, daß es ihm noch vergönnt sein möge, dereinst das Fest der „diamantenen Hochzeit" in geistiger und körperlicher Rüstigkeit zu begehen. Tas walte Gott! Bromberg, 19 Januar. Ueber einen eigenthümlichen Pfandgegenstand wurde vor Kurzem von hier berichtet. Die Asche eines in Gotha verbrannten Tobten, des in Berlin verstorbenen Bromberger Bankiers Arons, war von einem Gerichtsvollzieher gepfändet und dann in öffentliche, Auktion an einen Pfandleiher L. für 15 Mk. veräußert worden. Die später von anderer Seite ausgegangenen Bemühungen die Urne zurückzuerlangen, scheiterten an den hohen Forderungen des jetzigen Besitzers. Im Aufträge der Staatsanwaltschaft (!) holte gestern ein Polizeibeamter die Urne von dem Ersteher ab und übergab sie der jüdischen Gemeinde zur Beisetzung. Willmars (Unlieb verspätet.) Einen schweren Verlust!)«' die hiesige jüdische Gemeinde erlitten. Am rüun 'üt verschied nach kurzem Krankenlager infolge einer Lungenentzündung der langjährige und hochverdiente Kultusvorstand, Herr Moses Winter und heute haben mir seine sterbliche Hülle der Erde übergeben Welchen Ansehens und welcher Beliebtheit sich der Verblichene erfreute, das zeigte sich bei seinen: Leichenbegängniß. Ein Trauerzug, wie ihn unser Ort noch selten gesehen, folgte seiner Leiche, die Gesammt- Feuerwehr in Uniform, der Kriegerverein mit Fa ne und Ehrenzeichen, die gcsammte Kulubgemeinde und zahlreiche Andersgläubige, Neben dem jüdischen Lehrer schritt der evangelische G istliche in, Zuge. Infolge d,s Chanukkafestes mußte von einen, "?£Dn Abstand genommen werden und nur in kurzen Worten wurde an: Grabe seiner Frömmigkeit, seines opferfreudigen Wirkens gedacht. Fast zwei Dezennien stand er an der Spitze unserer Gemeinde, gehörte dem Armenpflegschaftsrath und der Ortsschulbchörde an und 25 Jahre lang war er Kornmandant der hiesigen Feuerwehr. Mit seltener Treue und Aufopferungsfähigkeit waltete er all' dieser Aemter, wie sein Leben, so war auch sein Scheiden und seine Bestattung ein DtPH n"2Bjn Bombay Der hiesige Sherfff berief eine große Versammlung ein, damit beschlossen werde, wie den von der Hungersnoth Betroffenen rasche und wirksame Hilfe zu Theil werden könnte. Der Gouverneur Lord Sand; urft präsidirte. Unter denjenigen, die Ansprachen hielten, befand sich Herr S. M. Moses in der Finna David Sassoon, besten Rede einen großen, nachhaltigen Eindruck auf die Anwesenden machte. Es wurde sofort eine Subscription cingeleitct, welche eine Summe von 40 000 Rupien ergab; davon hatte Mr. Jacob Sassoon 5000, Mrs. S. D. Sassoon 2000 Rupien gezeichnet. Briefkasten -er Redaetion. S. A. G. r Dr. jur. David Farbstein, Zürich-Oberstraß, Sonreggftraße 7011. B. in Hamburg: Gewünschte Adresse in Afrika ist uns nicht bekannt. Wenden Sie sich einmal an unsere Collegin, die Redaction des jüd. B altes: The Light 23 Bree Street Cape Town, Kape der guten Hoffnung. .. A in Zürich: Wir glauben die Stadt, auf die Sie