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Der Israelit · 1897-01-25 · Heft 7 (25.1.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 7 (25.1.1897)
Date
1897-01-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXXT11I Jahrgang. Srilage jit M 7 trs Lrv»M". Literarischer Bericht Gallia Jndaica. Dictionnaire gGographigue de Ja France d’apres les sources rabbiniques. Par Henri Gross. Traduit sur le manuscript de l’auteur par Moise Bloch. Publication de la sociötö des etudes Juives Paris. Leopold Cerf 1897, X u. 766 p. Lexiconformat. Durch außerordentlichen Fleiß, umfassende Belesenheit und wissenschaftlichen Takt, ist es dem Verfasser, Rabbiner in Augsburg, gelungen, die gelehrte Welt mit einem Werke zu beschenken, welches uns, dem heutigen Stande der Forschung entsprechend, ein fast vollkommenes Bild der jüdischen Geistesthätigkeit im mittelalterlichen Frankreich bietet. Wer sich irgendwie mit jüdischer Litteratur beschäftigt, weiß, wieviel Schwierigkeiten zu überwinden waren, um zu solchem Ziele zu gelangen. Auch das wird jeder Sachverständige zugestehen, daß mit der Geistesthätigkeit der französischen Juden im Mittelalter, zugleich ein hochbedeutender Theil der gesammten jüdischen Litteraturgeschichte dieses Zeitraums geschildert ist. Raschi und die Mehrzahl der Toßaphisten, R. Abraham ben David und R. Serachja Halevi, R. Salomo ben Aderet und Me'iri, die Tibboniden und zahlreiche andere allbekannte Geistesheroen, sie lebten ja in jenen herrlichen Ländern, die heute den Namen Frankreich tragen. Die Hauptaufgabe des Verfassers bestand darin, alle geographischen Begriffe, die in hebräischen Schriften vorkommend für die jüdische Geschichte und Wissenschaft von Bedeutung sind, zu entziffern und soweit wie möglich, mit den heutigen französischen Benennungen zu indentificiren. Gar oft wird dadurch der Schauplatz der Thätigkeit und des Lebens großer Männer, sowie bedeutender Gemeinden neu aufgefunden. Zum Guten hat der Verfasser noch Gutes hinzugefügt, indem er uns bei jeder Ortschaft knappe, doch meist erschöpfende Biographien der großen Männner giebt, die dort geboren und gestorben sind, die in derselben sich längere Zeit aufgehalten haben oder auch nur nach dem betreffenten Orte genannt wurden. Reiche Quellennachweise machen diese Notizen zn einer Fundgrube für den Forscher. Die Namen der bekannten Geisteszentren Nord- und Südfrankreichs werden so dem Verfasser unter den Händen die Titel bedeutsamer Abhandlungen. Wir nennen nur: Avignon, Orleans, Evreux, Arles, Dampiere sur Aube, Troyes, Montpellier, Marseille, Narbonne, Perpingnan, Falaise, Paris, Nancy, Eorbeil, Chinon, Carpentras, Ramerupt, Reims. „Wenn ich solche Worte singe, braucht es dann noch große Dinge, dich zu preisen Frühlingstag?" so singt Uhland in seinen Frühlingsliedern. Wir möchten nach Aufzählung dieser Städtenamen sagen: „Kann man die Fülle des in unserem Werke Gebotenen besser schildern, als durch die Mittheilung, daß der Verfasser der Bedeutung dieser, für unsere heilige Wissenschaft hochwichtigen Stätten möglichst gerecht zu werden versucht!" Das Werk wird durch diese biographischen Skizzen zu einem bibliographischen Handbuch ersten Ranges. Besonders für die Kenntniß des Lebens und Wirkens der Toßaphisten werden durch dasselbe, die trotz aller Vorarbeiten bis jetzt unbefriedigten Wünsche der Erfüllung wenigstens nahe gebracht. Peinlich genaue Jndices, die an hundert Seiten füllen, erleichtern in dankenswerther Weise die Benutzung des Buches. Wir vermissen jedoch unter den Beilagen eine historische Karte Frankreichs, etwa für die Zeit von 1100—1300, worin alle vom Verfasser besprochenen Ortschaften ihren Platz hätten finden müssen. Wir haben das umfangreiche Werk noch nicht genügend studirt, um schon angeben zu können, in welchen Parthien sich der Verfasser besonders stark oder schwach zeigt. Nur die eine Bemerkung sei uns ertaubt, daß wir von ihm über Lutter prriib) mehr zu hören erwartet haben. Diese Ausstellung sei aber sofort dadurch wieder beglichen, daß wir ganz besonderen Dank sagen über die gehaltreiche Abhandlung R. Gerson ben Jehuda, mit welcher wir bei Gelegenheit des Namens Lutter überrascht werden. Deutscher Fleiß und französische Munificenz haben die Herausgabe dieses Werkes ermöglicht. Mögen die Gelehrten beider Länder ihr Wissen durch dasselbe bereichern und möge diese hervorragende Schrift eine Grundlage neuer Forschungen werden. Zeitungsnachrichten rrnd Eorrespsndenze« Deutschland. Frankfurt a. M. Am 18. Januar sprach im Verein für jüdische Geschichte und Literatur Herr Professor Dr. Sulzbach von hier über „Roms Kultur und Sitte in Talmud und Midrasch". Rom habe zu gewaltig in Judas Schicksal eingegriffen, als daß es nicht häufig erwähnt werden sollte, als „Edom", „Babel", „die große Stadt", „das sündige Reich". Wir haben geschichtliche und culturhistorische, offene und verdeckte Hinweise auf Rom. Judäa und Rom, das Volk des Geistes und das Volk der rücksichtslosen Kraft und Macht, waren zwei Gegensätze, wie sie größer nicht gedacht werden können. Nachdem bei Bethar die jü-

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