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Der Israelit · 1897-01-25 · Heft 7 (25.1.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 7 (25.1.1897)
Date
1897-01-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVIII. Jahrgang. M 7. Der Israelit. Ein Genlrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. fe^mann in Mstnr Montag, den 25. Mrrvkr abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate kvbrusr nnä März auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSschalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Are Expedition des „Israelit-. Leitender Artikel. Drei inhaltsschwere Morte. (Zu Paraschat D'BDn:.) Mainz, den 24. Januar. I. Unsere dieswöchentliche Sidra enthält drei Worte, deren Beherzigung genügte, um alles Weh und Leid aus der Welt zu schaffen und deren praktische Verwirklichung eine ganze Umgestaltung und vollständige Umwälzung zum Guten zur Folge haben müßte. Es sind die drei Worte: prrw ipg* -ziz „V o n jedem Worte d e r L ü g e h a l t e d i ch fern". (II. B. M. Cap. 23. V. 7.) Aller Jammer über alles Trübe unter dem Einzelne, Völker und die ganze Metlschheit leiden, hat die Lüge als Wehemutter. Ohne Sünde gäbe es keinen Tod und ohne Lüge gäbe es keine Sünde. Unsere Welt, in der wir unser zeitliches Leben hinleben, heißt nicht erst seit heute und gestern „eine Welt der Lüge" K'ip'Bn Als Gott den ersten Menschen schaffen wollte, erklärte sich, wie die Weisen lehren, die Wahrheit dagegen, „weil der Mensch voller Lügen ist." Januar? 5657 (1897). Die Propheten und Weisen aller Zeiten haben für die Wahrheit ihr Wort erhoben und haben gegen die Lüge geeifert. Die erste Sünde auf Erden war eine Lüge und die letzte wird auch eine sein. Wenn wir mit diesen Zeilen der Wahrheit das Wort reden möchten und einige der greifbarsten Lügen Revue passiren lassen, welche das Licht der Wahrheit trüben und seinen siegreichen Durchbruch erschweren, so wollen wir damit nicht unsere Zeit schlechter, als die frühere hinstellen. Unsere Zeit ist vielleicht sogar an Wahrheiten reicher als frühere Zeiten, an Wahrhaftigkeit ist sie aber ärmer geworden. Wenn wir unsere Zeit nach dem Umfang von Wahrheit und Lüge beurtheilen, io ie sie in ihr zum Ausdruck kommen, so ergiebt eine nüchterne Umschau sogar eine Besserung in vielen Hinsichten, wenn auch wesentliche Momente auf einen entschiedenen Rückgang Hinweisen. Auf eine philosophische Erklärung deffen, was man unter Wahrheit versteht, brauchen wir uns hier nicht einzulassen. Wir verstehen hier unter Wahrheit die Uebereinstimmung zwischen unserem Denken und Reden, zwischen Wort und That, zwischen unseren! Wollen und Sollen und unter Lüge das Gegentheil, die Störung dieser Harmonie. Wenn aber überall die Lüge waltet, wo man nicht redet was man denkt und nicht denkt was man redet, wo zwischen dem Wort auf den Lippen und der That der Hände eine tiefe Kluft gähnt, wo man nicht will was man soll und nicht soll was man will, wie ist denn rexn die Wahrheit aus dem eigentlichen Leben geflohen, um der Lüge Platz zu machen! Bevor wir dafür einige greifbare Belege aus dem täglichen Leben herausgreifen, wollen wir zunächst von den Aussprüchen unserer großen Weisen, welches sie an diese drei inhaltsschweren Worte knüpfen, das"Ideal der Wahrheit zu veranschaulichen suchen, wie es ihnen nicht nur vorschwebte, sondern wie sie es in ihrem Thun und Lasten in herrlichster Weise selber verwirklichten. Sie waren eben die nean «zn, die Wei-

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