Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1897)
- Date
- 1897-01-21
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXXVIII. Jahrgang. Zweite Beilage M M 6 des „Israelit". Literarisches. vst, nssr, w -£r,: •:-£ -n;n mnm yp'tt s"z:y::xs =pX“ -X7 rr. a "7tzze. M. Sziget 1826, v. Theile I. G. u. 500 Bl. Verlag von Mor. T a n n e n b a u m, Rabbiner in Verpelöt, Ungarn, Kom. Heves. Ein reichhaltiges, agadisches Werk, das wohl jedem Geschmack etwas bietet. Als Probe geben wir in Kürze eine geistreiche Erklärung des bekannten Verfassers vu zur dieswöchentlichen Sidra. Dem aufmerksamen Leser wird es nicht entgehen, daß die Verse in -r* 's Kap. 18. 21. 22, die den Rath enthalten, den Jithro dem Moscheh gab, sich wesentlich im Allsdruck von V. 25 u. 26 desselben Kapitels ilnterscheiden, in welchen Versen erzählt wird, wie Moscheh den Rath seines Schwiegervaters befolgte. Den Schlüssel zur Lösung der Schwierigkeit giebt der Verfasser in der Erklärung, warum Jithro Richter vom ganzen Volke (oj?h ^zs) verlangte, während Moscheh nur (brriv" bzz) von ganz Israel Richter auserwählt. Jithro wollte zum Richteramte Männer aus dem ganzen Volke, eingeschlossen des Mischvolks (rz^r), das mit aus Egypten gezogen war, zulassen; während Moscheh, der sowohl die hervorragenden Charaktereigenschaften seiner Stammesgenossen, als auch dieniedrige moralische Stufe des Mischvolks kannte, dieses vom Richteramte ausschloß; er nahm sie nur von ganz Israel. Sofort verstehen wir jetzt, warum Jithro nrs: sagt, was Raschi mit r-pn rr-z, dem Worte entsprechend, erklärt, auf prophetische Weise auswählen, während t:-: Moscheh sie aus gewöhnliche Weise aussuchte. Wrr verstehen auch, warum Jithro neben b" auch die anderen nothwendigen Eigenschaften des Richters nennt, gotteSfürchtig, Männer der Wahrheit, Gewinn hassend, und Moscheh nur auswählt, ohne scheinbar das Andere zu berücksichtigen. Der Verfasser meint nun, wegen der anderen Eigenschaften hätte Moscheh einen Jeden aus Israel fast zum Richter niachen können, da jene Tugenden das ganze Israel der damaligen Zeit zierten; nur auf Muth und llnerschrockenheit (b'n nr:«), Eigenschaften, die nicht jeder genügend besaß, um als Richter dem Höherstehenden fest entgegenzutreten, darauf milßte er sehen. Unerschrockene und muthige Männer auf der anderen Seite sind bekannt gerade durch diese ihre Eigenschaften, um solche zu finden hatte Mosche keinen tr-prr rr? nöthig, dazu genügte einfach das Auswahlen (nnzp). Von derselben Voraussetzung ausgehend, erklärt der Verfasser auch den Wechsel von ‘rnn -zti bz, „jede große Sache" bei Jithro in V. 22 und istn ntt -xp- „eine schwierige Sache" bei Moscheh V. 26. Jithro, der in die Rechtlichkeit der zu wählenden Richter kein volles Vertrauen hat, schließt große Dinge, d. h. Prozesse, wo es sich beispielsweise um große Geldsummen handelt, von ihrer Competenz aus; während Moscheh den israel. Richtern volles Vertrauen schenkt nno nur bei schmierigen Materien auf Ansuchen der Richter ihnen Belehrung und Auskunft gibt. Damit erklärt sich auch das fehlende Pz bei Moscheh und der Wechsel von 'S'z* und px*z\ Ersteres ist Befehl, letzteres schildert nur die Gewohnheit der Richter, wie sie es nach eigenem Ermessen zu thun pflegten. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen Deutschland. Main;, 18. Jan. Die Dresdener „Deutsche Wacht", der „Voigtländische Anzeiger" in Plauen und wie die antisemitischen Blätter alle heißen, faseln einmal wieder von einem „großkapitalistisch-jüdischen Attentat auf die sächsische Prooinzialpresse", das durch eine jüdische Firma „Hachfeld, Schmitz u. Cie." verübt worden sein soll, indem solche an allen kleinen Plätzen Concurrenzdlätter gründen und durch ihr „großes Kapital" alle christlichen Blätter todt machen will. Vielleicht ist einer der Berliner Abwehroereine so liebenswürdig feststellen zu lassen, daß die genannte Firma bis in ihre entferntesten Urahnen hinauf arisch-teutonisches Blut in ihren Adern rollen hat, damit dann die Antisemitenblätler darüber mit der Bemerkung guittiren können, daß doch die Handlungsweise der Herren „jüdisch" sei. Sollte sich diese Act der Abwehrthätigkeit nicht etwas überlebt haben? Die armen verjudeten C h ri ste n muß man zu bessern suchen, die Juden sind leider in mancher Beziehung schon zu unjüdisch. E.R. Berlin, 17. Januar. Mit einfachen, aber liebevollen und kräftigen Worten begrüßte am heiltigeu Tage der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung, Herr Hermann Landsberg die neu gewählten Vorsteher und deren Stellvertreter, rühmte besonders die Tugenden des Herrn Julius Jaeoby, der seit 18 Jahren in der Verwaltung thätig, durch das Vertrauen der Repräsentanten auch jetzt wieder gewählt, die Finanzen in umsichtigster Weise verwaltet, bei weiser Sparsamkeit nie die Mittel verweigert, wo es nach seiner Ueberzeugung nothwendig war, erwähnte die unermüdliche Arbeit des Herrn Justizraths Meyer, den Fleiß und die stete Bereitwilligkeit des Herrn Martin Simon, gedachte in