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Der Israelit · 1897-01-21 · Heft 6 (21.1.1897) · page 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 6 (21.1.1897)
Date
1897-01-21
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Wiesbaden. 12D Meinen geehrten Kunden und Gönnern hiermit dre er. gebene Anzeige, daß ich vielseitigen Wünschen entsprechend, neben meinem bisherigen großen Table d’hote Essen, welches auch in diesem Jahre von 1 Uhr ab stattfindet, ein Diner zwischen 12—1 Uhr _ zzz: lür 1.50 pro CJouvert ZHZH eingeführt habe. Hochachtend H. Hirschberger, Wiesbaden, Nerostraße 7. Gegründet 1818, Referenz Sr. Ehrw., Herr Rabbiner Dr. Kahn, hier. ie Synagogengemeinde Dierdorf, im Kreise Neuwied, unterhält seit fast 100 Jahren eine jüd. Elementarschule. Im Jahre 1889 erhielt dieselbe den Charakter einer öffentlichen Volksschule mit dem seitens der Schulbehörde ausgesprochenen Zwecke, zur Erhaltung der Schulgemeinde. Bei dieser Gelegenheit hat die kleine Gemeinde die schwere Verpflichtung übernehmen müssen, binnen 5 Jahren statt de8 jetzigen unzulänglichen, gemietheten Schullokals einen den sanitären und pädagogischen Anforderungen entsprechenden Bau hinzustellen. Die Gemeinde hat sich durch Rundschreiben, welches vom Lokalschulinspektor Herrn Pastor Schlett und vom Bürgermeister Herrn Argelander beglaubigt ist, Unterstützung heischend an die Oefsentlichkeit gewandt. Darauf konnte der angekaufte Platz zum größten Theile bezahlt und M. 2000 Baufonds gesammelt werden. Es fehlen aber noch ungefähr 4000 M. Nach deren Beschaffung wäre die Gemeinde in der Lage, jedoch auch nur unter Uebernahme einer noch immer schweren Schuldenlast, den geforderten Bau auszuführen. Der kleinen, ungefähr 26 Familien zählenden Gemeinde, von denen viele nicht beitragsfähig sind, ist es unmöglich, auS eigenen Mitteln zu bauen. Die politische Gemeinde ist zu diesem Bau nicht verpflichtet. Die Regierung zu Coblenz aber hat den letzten Termin zur Ausführung bis zum Frühjahr 1897 festgesetzt. So ist der Fortbestand unserer jüd. Schule aufs ärgste gefährdet. Die Schule wird aufgehoben, der Schulverband wird aufgelöst und die Gemeinde wird zrrfallkn, wenn nicht bis dahin ein genügender Baufonds gesammelt ist. Dazu kommt, daß in einem Umkreise um D., der wohl 8 Stunden im Durchmesser hat, viele kleine jüd. Landgemeinden vorhanden sind, aber kein jüd. Lehrer, keine jüd. Volks- oder RUigionsschule. Wird Dierdorf aufgehoben, dann ist die Gegend völlig verwaist. ES ist zu verwundern, daß dieser dringende Rothstanb so wenig erkannt wird. Hier gilt eS, eine jüd. Schulgemeinde zu erhalten, eine ganze Gegend vor dem religiösen Verfall zu bewahren. Wir lenken b«i Blick aller tteumelnenben Glaubensgenossen auf diese traurigen Thatsachen und bitten dieselben bringend, mit thatkräftiger Hülfe hier einzutreten, damit dem Judenthum eine säst 100 Jahre hindurch segensreich wirkende Schule erhalten bleibe. Gaben nimmt dankend entgegen der Unterzeichnete Vorstand der Synagogen-Gemeinde Dierdorf. Theodor Salomo«, Samuel Herz, Abraham Hirschberg. Auch die Expedition dieses Blattes ist gerne bereit, Gaben unter Nr. 307 in Empfang zu nehmen und wtiter zu befördern. Diese kleine, nur etwa 27 Familien zählende, dringend bedürftige israelitische Gemeinde des Westerwaldes wird zur Unterstützung hierdurch bestens empfohlen. Möge die Hülfe eine so schleun ge und wirksame sein, daß biS zum Frühjahre 1897 die nöüge Baufumme dargrreicht wird, um den Bau eine« den Anfoiderungen entsprechenden Schulgebäudes wenigstens beginnen zu können und den Fortbestand dieser Gemeinde dadurch zu sichern. Dierdorf, den 2. Januar 1887. F. Schlett, Pfarrer, Königlicher Lokalschutinspector. Erklärung. Um allem Zweifel rechtzeitig vorzubeugen, erklärt der Unterzeichnete, daß der in der heutigen Rümmer des „Israelit" enthaltene Aufruf bezw. „Herzliche Bitte um Hilfe-, datirt Rimbach, 12. Januar 1897, unierzeichnet von S. Wetterhahn und Jacob Hamburger, sich nicht auf ein Mitglied der israelitischen Gemeinde Rimbach bezieht. (831 Der Borstand der i-r Gemeinde Rimbach.

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