Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 6 (21.1.1897)
- Date
- 1897-01-21
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nur sechs Monate für ein Menschenleben! Wie billig muß das Leben eines Inden in Rußland sein! . . . Argus. Zeitungsnachrich t en und Correspondeirzeir. O e st e r r.- U n g a r. M o n a r ch i e. Lemderg» Unter reichen Ehren und ungewöhnlichen Ovationen wurde hier vor eingen Tagen der siebzigste Geburtstag Salomon Buber's gefeiert. Die Stadt und die israelitische Gemeinde haben sich in gleichem Maße an der Feier dieses Festes betheiligt, denn der Jubilar gehört zu den besten und angesehensten Bürgern der Stadt, der als Mitglied und Förderer aller Humanitären Institute sich allgemeiner Verehrung erfreut und er hat noch ganz insbesondere der Eultusgemeinde durch Jahrzehnte hindurch mit seinen geistigen und materiellen Kräften gedient. Aber damit wäre die Bedeutung dieses Festes noch lange nicht nach Gebühr gewürdigt. Männer von Charakter, Humanitätsgefühl und Opferwilligkeit für die öffentlichen Interessen verdienen sicherlich den Tribut der allgemeinen Achtung, aber Salomon Buber hat noch überdies Verdienste, welch von Wenigen gelheilt werden. Er gehört durch seine Leistungen aus dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft zu jenen seltenen Männern, die sich Anspruch auf den Dank des ganzen Judenthums erworben haben. Buber gehört dem Kaufmannsstande an, allein sein ganzes Herz, sein Denken und Fühlen gebürt der jüdischen Wissenschaft, die er durch unertnüdliche Arbeit um viele Schätze bereichert hat. Er reiht sich noch jenen leuchtenden Erscheinungen des Judenthums an, deren Lebensberuf in praktischen Gebieten wurzelt, die aber mit bewunderungswürdigem Idealismus nebenbei der Pflege der Wissenschaft sich widmen, die in ihnen die edelsten und erfolgreichsten Förderer gefunden. Vor nahezu drei Jahrzehnten erschien die erste größere Arbeit Buber's, durch welche die wissenschaftliche Welt auf die Größe seiner Gelehrsamkeit und die Tiefe seines kritischen Geistes aufmerksam wurde. Was Buber seit damals geschaffen und gearbeitet, ist mit unverlöschbaren Leitern in der Geschichte der jüdischen Literatur verzeichnet. Ein Verzeichniß seiner größeren Arbeiten gibt ein Bewunderung erregendes Zeugniß für den Fleiß und die Unermüdlichkeit dieses Gelehrten, das überwältigender wirkt, als alle rühmende Worte es vermögen. Das Verzeichniß enthält 22 bedeutende hebräische Werke, welche wissenschaftliche Perlen bilden. Damit aber ist das geistige Lebenswerk Buber's noch nicht erschöpft Er hat eine große Anzahl werthvoller Aufsätz; in verschiedenen jüdischen Zeitschriften veröffentlicht und einige größere Arbeiten liegen in seinem Schreibtische vollendet und werden demnächst im Drucke erscheinen. Ein seltenes, dem Dienste der Wissenschaft und der Hunianität geweihtes Leben ist das Buber's, auf das nur ein schwerer, düsterer Schatten gefallen ist durch den kürzlich erfolgten Tod seines Sohnes. Möge der edle Mann durch die Zeichen der allgemeinen Verehrung, die ihm anläßlich seines Jubiläums zukamen, Kraft und Verjüngung gefunden haben zu weiteren Arbeiten und Schaffen, die ihm zur Freude und seiner Wissenschaft zur Ehre gereichen. Die tiefe Trauer um einen im kräftigsten Mannesalter verstorbenen Sohn hatte alle geplanten Festlichkeiten, Empfänge und laute Ovationen ausgeschlossen. Dennoch gestaltete sich dieser Tag zu einem wahren Ehrentage. Von den hervorragendsten Vertretern der jüdischen Wissenschaft, von Hochschulen und Vereinett, von Rabbinern und Gelehrten, aus allen Theilen der Welt trafen Telegramme, Briefe, Adressen und Diplome ein, alle in den herzlichsten und die Verdienste des Jubilars feiernden Worten abgefaßt. Der Vorstand der Cultusgemeinde ließ eine prachtvoll ausgestattete Adresse überreichen. Rabbiner Dr. Caro widmete dem Jubilar eine schwungvolle hebräische Rede und fast alle hiesigen und wissenschaftliche Vereine brachten ihre Huldigung dem Manne dar, auf den nicht nur Lemberg und Galizien, sondern die gesamntte jüdische Welt mit Stolz, Achtung und Verehrung zu schauen das Recht hat. Mögen ihm an der Seite seiner edlen hochsinnigen und gelehrten Gattin gesunde und schassensfreudige Jahre beschieden sein! Personalien. Birstein Am to 's rat? ’nsid wurde dahier eine Frau in's bessere Jenseits abberufen, welche durch Charakter, Biedersinn und gottessürchtigcn Lebenswandel zu den in unserer Zeit so selten gewordenen mjp*75f O’tw gehörte, daß