Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 4 (14.2.1897)
- Date
- 1897-02-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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M 4. XSOCmt. Za-rgang. Der Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. ITe&matm in Msinr Do««erftag, de« 14. Januar S6S7 <1SV7). Leitender Artikel. SlMsm Ksphttl Mrstz mr dir IzmliMk KeWsisgeskLsAst r«FrMM i.M. Von Director Dr. Mendel Hirsch. XIX. Schon außerhalb des eigentlichen Gesetzes sehen wir, daß Gott sich des Symbols und der symbolischen Handlung als Werkzeugs der Mittheilung bedient. Fast bei jedem Epoche machenden Stadium der göttlichen Wallung bis zu Israels Erwählung und der Gesetzgebung, sehen wir, wird die Wahrheit, die verkündet wird, nicht bloß dem Worte anvertraut, vielmehr treten Symbol und symbolische Handlung dem Worte zur Seite. Und ebenso, als Israel durch Nichterfüllung des Gesetzes seine damalige Gegenwart verscherzt hatte und einer leiden- und prüfungsvollen Zukunft entgegenreifte, und Gott da Männer weckte, die als Boten seines Wortes die Vermittler dieser Zukunft sein sollten, sehen wir deren Berufung und die Wahrheit, die sie zu bringen hatten, nicht nur durch's Wort, sondern wiederum durch Symbol und symbolische Handlung vermittelt. Noah empfängt die Bundesverheißung für die Menschheit, unr sie allen kommenden Geschlechtern zu vererben. Da ruft Gott seinen Blick auf zum Himmel, zeigt ihm den Regenbogen und spricht: „Dies ist das Zeichen des Bundes. Mein Bogen, den ich in die Wolke gegeben, der soll fortan zum Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde!" — Ist der Regenbogen kein rm, kein Symbol? Abraham hatte die Bestimmung erhallen. Träger des Heiles für die Menschheit zu werden. Er war aber ein Greis geworden und hatte noch nicht den ersten Anfang für die verheißene Volkeszukunft erhalten. „Mein Gott und Herr! Was giebst Du mir, ich wandte ja kinderlos umher!" — Da führte Gott ihn hinaus und sprach: „Schau doch zum Himmel und zähle die Sterne, ob du sie zu zählen vermagst! Er sprach zu ihm: So soll dein Same werden!" — Setzte Gott da nicht die Sterne zum Symbol für den ganzen Ursprung und die Zukunft des ihm verheißenen Volkes? Und was liegt nicht alles in diesem „So!" Ebenso bei der Verkündigung, daß drei Geschlechter „heimathlos, sreiheitlos und widerstandlos" im fremden Lande hinschwinden werden, daß aber da» Gottesgericht das sie knechtende Volk treffen, und erst das vierte Geschlecht zurückkehren werde — in dem „Bund zwischen den Stücken", gehen symbolische Handlungen,Erscheinungen und Erlebnisse voran. Ebenso wird die Milah, die Beschneidung geradezu als ri'r«, als „Zeichen des Bundes" zwischen Gott und uns genannt. Ist die beschnittene Orlah nicht ein Symbol, die Beschneidung nicht eine symbolische Handlung, sind sie nicht rna jtk, das Jedem, der es an seinem Leibe trägt, die ewige Mahnung zuruft: Führe dich vor meinem Angesichte und sei „ganz"? Ebenso tritt in dem Traumgefichte Jakobbei seiner Berufung zum Stammvater, zu dem Worte Gottes das ihm im Traume Gezeigte hinzu. Die zwischen Himmel und Erde gestellte Leiter mit den auf- und absteigenden Engeln sind also eine von Gott durch Symbol vermittelte Mittheilung. — Und ehe ihm bei der Heimkehr durch den Namen J i s ra e l für alle Fvlgeschlechter mit diesem einen Namen durch den Hinweis auf den Einen, Alles Uebertagenden und Alles Lenkenden, felsenfestes Vertrauen gegeben werden soll, geht diesem Namen der