Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1897)
- Date
- 1897-01-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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X&XVUI Jahrgang. Zmelle ZellKste;u M 2 ües ,Jsmeür\ Literarisches. Die Beschrrerdung in ihrer geschichtlichen, ethnographischen, religiösen und medizinischen Bedeutung. Zum ersten Male umfassend vargestellt und unter Mitwirkung von Pros. Dr. M. Steinschneioer, I. Steinschneider, Pastor I. Rauchstein, Dr. W. Kämpf, Dr. A. Malter, A. Glaßberg uno den DDr. med. Glastberg, Lome und Kamitzki herautzgegeben von A. Glaßberg, Berlin i'. Verlag C. Boas Nachf. 1896. Unseres Wissens hat seither kein Werk existirt, welchen den obengenannten Gegenstand in so erschöpfender und ausführlicher Weise behandelt. Daß die angeführten Gelehrten jeder seinen Stofs ganz unabhängig uno selbstständig behandelt, ist für das Werk kein Nachtheil, erhöht vielmehr den Werth desselben. Jeder Mohel sollte sich unbedingt dieses bedeutungsvolle Buch anschaffen, er findet darin Alles was für seinen Beruf nothnwndig ist: Vertheidigung oer Mika gegen innere und äußere Feinde, die religiöse uud sanitäre Nothwendigkeit derselben, deren Behandlung vom med'zinischen Standpunkt aus, die Geschichte der Mila von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart u. f. w. Unter Umständen kann die Kenntniß des vorliegenden Werkes den Mohel vor großen Gefahren schützen, indem es auf die gesetzlichen Vorschriften, die der Mohel zu beobachten hat, hinweist und die noch nicht allgemein bekannt zu sein scheinen. Wenn wir irgend etwas an dem Buche zu tadeln haben, so ist es der sehr breite Raum, den die Behandlung der Verhältnisse des Heidenthnms und namentlich des Christenthums zur Circumcision einnimmt und das Buch hierdurch unnöthig oertheuert. Mohelim sind meistens solche Leute, die den Mizwoth und nicht den Reichthümern nachjagen und ihnen, namentlich den Mohelim auf dem Lande, sollte man die Anschaffung, die es vielleicht am Nötigsten gebrauchen können, nicht erschweren. Vielleicht entschließt sich die Verlagsbuchhandlung einzelne wichtige Theile separat herauszugeben. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. E. R. Berlin, 3. Jan. So eben komme ich aus der alten Synagoge, in welcher der Verein Schomer laboker umrfchar Abelim sein Stiftungsfest begangen. Herr Cantor Marksohn, der Einzige, welcher die Melodien des seligen Lichten stein sich zu eigen geinacht, betete Jom Kippur Katon genau in rer Weise d.s Verstorbenen und manchem Besucher traten die Thräueu in oie Augen. Alsdann hielt Herr Rabbiner Dr. Weiße eine schlichte, jedem versiäudltche Reoe, iu welcher er die Ziele des Vereins klarlegte. Derselbe besteht über 200 Jahre und hat den Zweck Trauernde, währen) der Schiwoh in feinfühliger Weise zu trösten und beim Grauen des Morgerrs Golk. durch Rccitirung bestimmter Gebete zu preisen. Mögen auch in der Zukunft jüdische Herzen dem Verein ihre Theilnahme nicht versagen! Wreschen, 6. Jan. Einen ausländischen Inden hatte als Synagogenbeamten ohne die vorgcschriebcnc Genehmigung der Synagogenvorsteher W. in hiesiger Provinz angenonnnen und war deshalb in der Berufungsinstanz von dein Landgericht Posen verurtheilt worden. Die hiergegen eingelegte Revisivil wies der Strafsenat des Kammergerichts zurück. Cr interpretirte der „Post" zufolge den £ 71 des Gesetzes über die Verhältnisse der Juden vonr 26. Juli 1847 dahin, daß zur Annahme eines ausländischen Inden als Synagogenbeamten selbst dann die behördliche Genehmigung erforderlich ist, wenn dieser vom Minister des Innern die Crlaubniß zur Niederlassung erhalten hat, seine Naturalisation nach Maßgabe des Reichsgesetzes vom 1. Juni 18?o aber nicht erfolgt ist. Gailingen, 6. Januar. r:z 'b ir-irxr Tncis* "j1?; Wenn dieses Wort des königl. Sängers, des Psalmiften seit 50 Jahren bei uns zutraf, wenn wir uns stets freuen konnten die geheiligen Hallen unseres schönen Gotteshauses zu betreten, wo uns die herrl. P’s ’inp die Zionsgesänge entgegentönten, so war dies ganz besonders am vergangenen r'ci? 'z mt? der Fall, als wir unsere schön dekorirte Synagoge betraten und wo es galt nebst dem gewöhnlichen rse*; Gottesdienste, das Fest des fünfzigjährigen Bestehens des hiesigen Synagogen-Chors zu feiern, welches ich hier auf Wunsch des Vorstandes des Sunagogen- Chors in aller Kürze schildern möchte: Rach dem Einheben der Thora erscholl ein eigens zu diesem Feste bestimmter Choral, worauf Herr Rabb. Dr. Spitz die Kanzel bestieg und in trefflicher Rede die Bedeutung des Festes schilderte, anknüpfend an die Worte der mw, die lauten n:tr nx cnsrnp: nwm, in welchen er gleichzeitig die Verdienste des Mitbegründers des Synagogen-Chores, Herrn L. L i s - berger hervorhob, welcher die tot habe, als 85jähr. Mann in jugendlicher Frische dem Feste beizuwohnen. Der Haupttheil des Festes vollzog sich Abends von 8 Uhr an im Saale des Kaffee Biedermann bei einem solennen Mahle, wozu alle „Choristen" vom