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Der Israelit · 1897-01-04 · Heft 1 (4.1.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 1 (4.1.1897)
Date
1897-01-04
Page
– (sequence 12)
Language
German
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dem Hausirer Händel an, und als dieser flüchtete, setzte ihm bald eine ganze Rotte nach, die den Aermsten mit Knütteln und Steinen fürchterlich zurichtete. Es gelang dem Verwundeten, eine Scheune zu erreichen, aber die Rotte der Helden ließ nicht nach und der Besitzer der Scheune beeilte sich gleichfalls, den ungebetenen Gast trotz seiner verzweifelten Bitten an die Luft zu setzeil. Wieder hieb man auf den Wehrlosen ein, bis einer seine Hacke schwang und dem alten Mann den Schädel spaltete. Dann ließ man ihn liegen, bis er von der Behörde nach dem Ofener Johannes-Spital gebracht wurde, wo er starb. Anfangs war es schwer, aus den; Rudel die Hauptthäter herauszufinden, aber das ist nun doch gelungen und zwei von ihnen, darunter auch der tapfere Hackenschwinger, sitzen bereits hinter Schloß und Riegel. Aber Bnda-Förs ist doch judenrein geblieben, und in Zukunft werden sich wohl die armen Teufel von Hausirern hüten, den christ-katholischen Ort wieder zu betreten. Den hier lebenden Deutschen sind derartige Vorfälle, abgesehen von ihrer Abscheulichkeit auch darum fatal, weil die magyarische Rasse tolerant, gutmüthig und ritterlich ist, und die ungarische Redensart: „der Schwab bat nur Kurasche, wenn er zu viel siebt ist", ohnehin schon genug die Verachtung gewisser Charaktereigeuthümlichkeiten verräth. Die Heldenthat der Hundert gibt dem Aorurtbeil der stolzen Magyaren, die immer nur Einer gegen Einen kämpfen, neue Nahrung. Die Buda Förster 'Bauern sind übrigens infolge der Neblausseuchc total verarmt, und vielleicht hat das Elend mit dazu beigetragen, die rohen Instinkte der Masse obenauf zu bringen. (;) Abauj-Szanto, 2l. Dez Unsere Gemeuwe hat schon vor einiger Zeit beschlossen, anläßlich der Millenniumsfeier ein neues unserer Stadt und dem großen Baterlande würdiges Gotteshaus zu erbauen und dasselbe auch mit der erforderlichen Pracht auszustatten. Man war sich sehr bewußt, daß der Bau eines solchen Gotteshauses große pecuniäre Opfer erfordern werde; unsere Gemeindemitglieder steuerten jedoch ihr Scherflein ohne Murren bei, so daß der Bau rasch vorwärts schreiten konnte. Heute steht nun das neue Gotteshaus vollendet da, unb in den nächsten Tagen schon wird dasselbe seinem heiligen Zwecke feierlich übergeben werden. Besonders veroient um diesen Bau haben sich die Herren Salomo n Teitelbau m, Leopold Z i m m e r m a nn und Jacob Groß gemacht und wird es nun Aufgabe unserer Gemeinde sein, diesen edlen Männern ihre Anerkennung für ihre Opfer an Zeit und Geld in einer passenden Weise zum Ausdrncke zu bringen. Rußland. Moskau. Der Director der Elementarschulen des Bezirks von Pskof hatte verordnet, daß die jüdischen Schüler dieser Anstalten am Samstag zu denselben Arbeiten wie die christlichen Zöglinge gezwungen werden müßten. Die israelitischen Eltern protestirten gegen diese Maßnahmett und zogen ihre Kinder zurück. Als dem Curator des öffentlichen Unterrichts zu Petersburg dieser Umstand bekannt wurde hat er alle Direktoren der Elementarschulen seines Ressorts benachrichtigt, das; kraft des Artikels 73 vom 4 Bande der Gesetze, es den jüdischen Zöglingen ganz freigestellt werden müsse, ttach der Schule 31t kommen, oder sich jeder Arbeit zu enthalten. England. London. Eines der interessantesten Einrichtungen im Ostend Londons ist das neu eingerichtete Schiedsgericht unter Vorsitz des Rew. Schewzik. Mitunter kommt es vor, daß bei Streitigkeiten zwischen den Juden dieses Stadtviertels von den englischen Gerichten falsche Entscheidungen getroffen werden, weil dieselben weder die Sprache, noch die Denkweise der russischen und polnischen Juden verstehen. Das Schiedsgericht erfüllt daher eine sehr segensreiche Mission, wenn cs ihm gelingt, die Klagen dieser Leute unter einander zu erledigen, ohne daß die Gerichte in Anspruch genominen werden. P a l ä st i n a. Jerusalem. Endlich ist der seit langer Zeit erwartete stiegen gefallen und die Gefahr einer Wassernoth beseitigt. Auch die Touristen fangen an sich häufiger einzusinden, und das etwas monotone Leben in Jerusalem belebt sich durch die fremden Elemente. Leider ist in jedem Jahre aufs neue zu konstatiren, daß die Inden sozusagen incognilo nach Palästina reisen. Das heißt, das; sie es geflissentlich vermeiden, sich als Juden erkennen zu geben, und deßhalb mit Vorliebe die christlichen Hotels aufsnchen. So kann es kommen und kommt wirklich oft genug dazu, daß in den gut eingerichteten, jüdischen Hotels von Kaminitz in Jaffa und Jerusalem große englische und amerikanische Gesellschaften, aus lauter Christen bestehend, logireu, aber kein einziger Jude, während diese in den christlichen Hotels Jerusalems ihren Aufenthalt nahmen. — Hier hat sich eine Gesellschaft Jischonb Erez-Jisroel gebildet, der auch viele der biesigen Rabbiner angehören, mit dem Zweck durch monatliche Beiträge einen Fonds anszubringen, ans dem eine neue Ackerbankolonie für eingeborene Juden errichtet werden soll. Afrika. Salisbury. Während der Rebellion der Reger in Mashona und Aratabelle-Land traten ans unserer Stadt nicht weniger als 14 Freiwillige in die Armee ein utü? machten die meisten der viele;: Scharmützel mit. In einem derselben siel ein gewisser Rubin chapirv. Derselbe hinterließ ein Vermögen von

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