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Der Israelit · 1896-12-31 · Heft 105 (31.12.1896) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 105 (31.12.1896)
Date
1896-12-31
Page
– (sequence 12)
Language
German
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^W^TMN^^WWGWWMWWMWMWWWMMWWW 1 2218 Ursache habe, zufrieden zu sein und schloß mit einem Hoch auf den Verein. Dieser äußerst gelungene Vortrag brachte eine sehr animirte Stimmung in die Versammlung, die auch bis zum Schlüsse anhielt. Nach einiger Zeit erhob sich Herr Dr. Maier zum zweiten Mal, um in ernsten Worten den Herrn Professor Dr. Ros in, Prorektor der hiesigen Universität, den eigentlichen Gründer und Vorsitzenden dieses Vereins zu feiern, seiner tüchtigen unermüdlichen Geschäftsführung gedenkend und ihm den Dank des Vereins aussprechend und theilte demselben mit, daß nach einstimmigem Beschluß des Vorstandes derselbe zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt sei und überreichte ihm das sehr künstlerisch ausgeführte Diplom. Herr Professor Dr. R o s i n dankte für die ihm erwiesene große Ehre mit der Versicherung, daß er auch für alle Folge als Vorstandsmitglied bemüht sein werde, das Interesse des Vereins zu fördern. Es wurden mehrere Musikstücke vorgetragen und zwei schöne, für die heutige Feier vom Herrn Vorsitzenden verfaßte Lieder nach bekannten Melodien von sämmt lichen Anwesenden mit Klavierbegleitung gesungen, noch mehrere Toaste ausgebracht, einige Gesangsstücke vorgetragen und nur zu schnell schlug die Mitternachtftunde. Nun wurde das „Benschen" versteigert und dabei der Betrag von M. 140.— erzielt zu Gunsten der Vereinskaffe. Der Vorsitzende, Herr Dr. C. M a i e r, hat seit seiner neunjährigen Amtsführung den Beweis geliefert, daß solche in geschickten Händen ruht und es ihm bei seinem guten Willen gelingen wird, den Verein immer mehr zur Blüthe zu bringen. Griechenland. Papa, Ende Dezember. Eine mto bv rrnyo in wahrem Sinne des Wortes fand in unserer Gemeinde am Schluffe des Ehanukafeftes statt. Tie Bachurim unserer rcn?' haben bei Gelegenheit eines cro auf dyidb roDö ein Banket veranstaltet, dem nicht nur unser ehrwürdiger Oberrabbiner, sondern auch alle min ya und die Intelligenz unserer Gemeinde anwohnten. Das Festmahl verlief in schönster Weise und wurde daffelbe durch viele und schöne min nan gewürzt und verschönert. BC" Berichtigung zum Preis-Räthsel in der heutigen Zweiten Beilage: In der letzten Zeile mutz es heitzen „Hängst Du ein n mir an." Letzte Nachrichten. Berlin, 29. Dez. An Pfarrer Naumann .hatte ein jüdischer Lehrer einen Brief gerichtet, worin er sich als begeisterter Anhänger der nationalsozialen Bestrebungen bekennt und die Frage stellt: „Kann ich, ohne zudringlich zu erscheinen, und ohne mir etwas zu vergeben, Mitglied der national-sozialen Vereinigung werden?" Pfarrer Naumann antwortet in der „Zeit": Ihre Frage heißt in kurzen Worten: Wird das Entgegenkommen, das in Erfurt auch gegen Nichtchristen ausgesprochen wurde, sich praktisch darin bewähren, daß nun auch die national-sozialen Vereine bereit sind, Israeliten als vollberechtigte Mitglieder auszunehmen? Auf diese Frage kann ich nur so antworten, daß ich als sicher annehme, daß der ' in Leipzig zentralirsite Verein, dessen Gründung wir in Erfurt beschlossen haben, in Ausführung der Resolution Trommershausen keinem Israeliten, der unserem Programm zustimmt, ein Hinderniß in den Weg legen wird. Diese Haltung hat Professor Sohm in seiner ersten Rede empfohlen und Niemand hat ihm widersprochen. In wie weit bestehende oder neu zu gründende national soziale Vereine in den verschiedenen Gegenden dieselbe Praxis üben werden, darüber kann von Seiten des Gesammtverems schwerlich etwas Allgemeingiltiges bestimmt werden, da in unseren Kreisen die gesellschaftliche Stellung zu den Israeliten eine sehr verschiedene ist. Was uns Allen gemeinsam ist, ist die Ablehnung jeder Verkürzung der staatsbürgerlichen Rechte und damit die grundsätzliche Abweisung des politischen Antisemitismus. Aus dieser grundsätzlichen Abweisung folgt noch nicht, daß die einzelne Vereinigung nun ohne Weiteres isr. Mitarbeit willkommen heißt. (?) Es ist also denkbar, daß Vereine selbst in benachbarten Städten eine verschiedene Praxis in dieser Hinsicht haben. Das mag als eine Schwäche erscheinen, kann aber beim heutigen Bestände unserer Bewegung kaum anders sein. Nun wird es außerdenr vielfach von den national-sozialen Israeliten selbst abhängen, welche Rolle sie in Zukunft in unserer Bnoegung spielen. Es muß, so glaube ich, gerade in jetziger Zeit ein Hauptbestreben der gebildeten jüdischen Elemente sein, den Beweis zu liefern, daß sie das? Vaterland des Volkes, unter dem sie leben, als ihre Heimath und die Macht dieses Volkes als Ziel ihrer Politik ansehen. Nicht Polilik des Judenthums, sondern Politik des Deutsch- > thums! Wenn Kaiser Wilhelm I. es für recht gehalten hat, am 18. Dezember 1870 ans Simsons Händen eine von , Laster verfaßte Adresse des Norddeutschen Reichstages an- * zunehincn. bü ihn bat, die deutsche Kaiserkrone zu ergreifen, so ist darin für die grundsätzlichen Vertreter der deutschen Rcicksverfassurg die Linie bezeichnet, innerhalb deren sie eine Mitwirkung nichtgermanischer Kräfte für nutzbringend halten können. Die Verschiedenheit der Religion wird kein Hinderniß des Zusammenwirkens sein, so lange sich beide Theile an den in Erfurt beschlossenen 8 7 halten. \ Frankfurt a. M. (Seltene Drucke und , Handschriften.) Bücherliebhaber dürfte es inj teressiren, daß das Antiquariat von I. Kauffmann - >)ier eine Reihe seltener hebräischer Handschriften und Drucke erworben hat. Wir nennen zuerst eine Handschrift aus dem Jahre 1494, ein Gebetbuch (Machsor) \ nach römischem Ritus, einen Pergamentband von 644 \ Seiten in 4°, geschrieben von Abraham Fariffol j (Ferrara), ein Kunstwerk ersten Ranges. Ferner ein! Pergament-Quartband, Machsor nach deutschem Ritus? aus dem Jahre 1508. Bemerkenswerth sind die Wiegendrucke aus den Jahren 1475 und 1484. Elfterer i ein 4?nr Eben haeser, gedruckt in Pieve de Sacco,

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