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Der Israelit · 1896-12-31 · Heft 105 (31.12.1896) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
37 (1896)
Issue
Heft 105 (31.12.1896)
Date
1896-12-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXV» Jahrgang. M JOS. Dtr Israelit. Ein Kentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dp Lrhmrrrrrr in M«tnz Donnerstag, den 31. Dezember 5657 (18S6). Leitender Artikel. Kamstii Kaphiel Mrsch und die IrrüklitWkKrlWnMskWüst rxFmiilsilN o.W. Von Director Dr. Mendel Hirsch. XVII. Dem Aufsatze über die Minorität (s. Schluß des vorigen Llrtikels) sei noch ein Gedanke entnommen. Es wird dort an eine besondere Ausgabe erinnert, die aus einer Minoritätsstellung erwachse. Ist die Sache nämlich, welche eine Minorität vertritt, nicht rein theoretischer Natur, gewinnt sie vielmehr eben in Gestaltung und Beherrschung des praktischen Lebens ihr wirkliches Dasein, so muß in natürlicher Folge eine solche Minorität auf diese praktische Verwirklichung ihrer Grundsätze das bedeutendste Gewicht legen, ja sie wird eben an dieser entsprechenden Lebenshaltung die Ihrigen erkennen und erkennen müssen. Sie wird, wenn das Princip, das sie durchdringt, ein wahres ist, mit der ihr gegenüberstehenden Majorität in Verwirklichung alles Guten und Wahren, das sie beide gemeinschaftlich anerkennen, wetteifern. Allein sie wird doch, eben weil die Majorität dieses Princip verleugnet, auf dessen Verwirklichung in ihrem Kreise mit doppeltem Nachdruck bestehen. Daraus aber erwächst ihr das Gebot, mit demselben Nachdruck dem Jrrthum vorzubeugen, als wäre die Verwirklichung dieser streitigen Grundsätze ihre einzige Aufgabe, hinter der die anderen Principien an Bedeutung zurückstehen könnten. „Wir wollten nun noch die Gefahr der Zersplitterung einerseits und des Juste-Milieu- Wahns anderseits betrachten, wollten noch eine und die andere Klippe beleuchten, die eine Minorität zu fürchten, Berge, die sie zu ersteigen, Prüfungen, die sie zu bestehen hat; allein das nahende Makkabäerfest mahnt mit seiner heiteren, immer steigenden Lichtfeier, diesen ernsten Gedanken nicht allzusehr sich hinzugeben. Es tritt in unfern Kreis, mtd wie ernst und gefahrdrohend auch die Zeiten für unsere „Minorität" sich gestalten, und wie sehr auch, was nur immer durch Zahl- und Macht-Uebergewicht imponirt, auf die andere Seite tritt und seinen Einfluß in die entgegengesetzte Schale wirft — „Nicht durch Mafien, nicht durch Gewalt, sondern durch meinen Geist!" rief Gott ein? den Führern seiner winzigsten rität zu, mit welcher er den Wiederaufbau seines in Schutt liegenden Heiligthums beginnen ließ, dasselbe wiederholt uns das Prophetenwort zur Würdigung der Bedeutung des Siegesfeftes eines Minoritätenhäufleins über eine auf Bildung, Macht, Einfluß und Anhang trotzende Majorität, dasselbe ruft Gott auch dem Häuflein seiner heutigen Treuen zu — Und wenn sie im Geiste dieses Rufes leben, im Geiste dieses Rufes sterben, was sind da die Klippen, die sie zu fürchten, die Berge, die sie zu ersteigen hätten! Vor diesem Geiste werden Klippen und Berge zur Ebene!"- Wir möchten im Anschluß an die im vorigen Artikel mitgetbeilte Ankündigung des Jeschurun noch eine Bemerkung nicht zurückhalten. Wir glauben nicht allein zu stehen mit der Empfindung, daß die Art und Weise, in welcher der Ankündigung, daß diese Zeitschrift der Pflege und Vertretung des „orthodoxen" Judenthums gewidmet sei, „entschieden und offen" Ausdruck gegeben wurde, den gegenwärtigen Leser etwas eigenartig berühren mußte, zumal bei einer Zeitschrift, deren eigentliche Tendenz als eine zunächst nach innen gewandte bezeichnet wurde. So spricht doch nur derjenige, der es weiß, daß er auch im engeren Kreise seiner Leser mit dieser Erklärung auf gegensätzliche Strömungen stößt und Vorurtheile zu über

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