Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 104 (28.12.1896)
- Date
- 1896-12-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXXVII. Jahrgang. M 104 Ein Gentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von . - l>r. ITeTjmratm in fföatni. Montag, de« 28. Dezember 5657 (1896). Da mit dem 1. Januar 1897 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1897 eingetragen unter Nr. 3605. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten unser Blatt bis Ende Dezember gratis. Leitender Artikel. „Sabbat und Feiertage geschlossen.^ Ei« Dorschlag zur Selbsthilfe. Von geschätzter Seite schreibt man uns: In den politischen Blättern ist augenblicklich viel die Rede davon, wie dem Miltelkaufmann in seinem Kampfe gegen die großen Waarenhäuser geholfen werden kann. Derselbe beansprucht in immer steigendem Maße die Aufmerksamkeit aller derjenigen, welche die Entwickelung im geschästlichen und gewerblichen Leben sorgsam beobachten und die ein Interesse daran haben, sei es nun politischer oder volkswrrthschaftlicher Natur, daß der Kleine nicht von dem Großen verschlungen werde. Es werden da allerhand Vorschläge gemacht, gute und schlechte, wie der drohenden Gefahr zu entweichen sei, und wenn wir heute in dieser Zeitschrift dieses Thema berühren, so geschieht dies, weil diese die Allgemeinheit treffenden Calamitäten das gesetzestreue Judenthum besonders stark berühren. Sind seit Einführung der Sonntagsruhe ohnehin den Sabbat feiernden Ladengeschäften schon enorme Opfer auferlegt, so werden solche im Hinblick aus die Concurreuz der großen Bazare gerade zu unerträglich. Wer, wie Schreiber dieser Zeilen, mitten im Geschäfte stehend, es gerade in diesen Tagen, die doch die Erntezeit der Läden sein sollte, mit angesehen hat, wie die ganze Woche hindurch der Verkauf durch die Großbetriebe geschmälert, sich oft erst gegen Ende der Woche zu entwickeln begann und da^— Freitag um 4 Uhr plötzlich es hieß, Schluß, Rouleaux herunter! es ist ra& — der wird mir gewiß beipflichten, wenn ich für uns den Vers aus dem Minchagebet des Sabbat in Anspruch nehme, in dem es heißt: to •pr nx wnp» DfitTJö. Aber, wie können sich die GotteSfürchtigen und Glaubensstarken vor Verlusten schützen, wie können sie sich stärken, um den Kampf erfolgreich aufzunehmen, wie können schwankende Elemente vor der großen Versuchung am Sabbat zu öffnen bewahrt werden? Noch meiner Ansicht gibt es nur ein Mittel hierfür und das ist die Vereinigung der betreffenden Geschäfte, je nach Branchen behufs gemeinsamen Einkaufs. Man mißverstehe mich nicht. Ich verlange keine Utopien, wie etwa eine große Association aller frommen Ladengeschäfte, auch keine gemeinsame Abrechnung, keine Genossenschaftsbank und keinen Consumverein. Keiner soll für den Anderen haftbar sein, weiter nichts, als etwa eine Centralstelle, ein Bureau, eine Art Kaminer, die im Namen von so und soviel Firmen die Einkäufe von großen Quantitäten Waaren bei den Fabriken besorgt. Es ist wohl überflüssig zu bemerken, daß man vortheilhafter einkauft, wenn man einer solchen Fabrik einen Waggon voll oder gar die ganze Produktion abkaust, als wie, wenn hundert Geschäfte ihr je einige Päckchen bestellen. Die Regulirung und Abrechnung könnten ja dann durch die einzelnen Firmen direkt geschehen. Auch ein Fonds könnte durch diese Kammer angesammelt werden, der im Nothfalle erwerbsunfähige Mitglieder unterstützt und dem durch Reichthum gesegnete Verbändler bei Gelegenheit Zuwendungen machen. Ein Austausch der