Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 37 (1896)
- Issue
- Heft 102-103 (23.12.1896)
- Date
- 1896-12-23
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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1968 akLes zu veranlassen, da nach dem württembergischen StaalSgesetz nur Rabbiner des Königreichs verhindert werden können, in einem andern als dem ihnen zugehörigen Bezirk Trauungen vorzunehmen, nicht aber auswärtige Rabbiner. — Die Ehe mit der Frau des verstorbenen Bruders, der Kinder hinterlasien hat, ist bekanntlich ein biblisches Verbot, auf welches die Ausrottungsstrafe gesetzt ist (III. B. M. C. 18, 16 u. C. 20, 21.), und die einer solchen Ehe entsprossenen Kinder sind als in Blutschande erzeugt zu betrachten; sie selbst sowohl als ihre Nachkommen sind für immer von der Gemeinde Israels ausgeschlosien. Die Reinheit des jüdischen Stammes zu erhalten, hat von jeher auch denen als Pflicht gegolten, die es sonst mit den jüdischen Religionsvorschriften nicht so genau nehmen; Herr Dr. Brüll bildet eine rühmliche Ausnahme. Es ist mir nicht bekannt, ob Herr Dr. Brüll bei der Trauung auch die gewöhnliche Trauungsformel hat aussprechen lasten: vielleicht weiß er Nicht, daß die von ihm vorgenommene Trauung „nach dem Gesetze Mosis und Israel" überhaupt keine Giltigkeit hot. Jedenfalls verdient es aber in weitesten Kreisen verbreitet zu werden, daß ein Mann, der die Jugend in der jüdischen Religion unterweisen will, in solcher Weise ein öffentliches Aergernis gibt und so die Uebertretung eines der wichtigsten biblischen Verbote, welche die Grundlage der Reinheit des jüdischen Familienlebens bilden, gewistermaßen sanktioniert. U. Köln, 20. Dez. Am 31. Dezember, Vormittags 10*/2 Uhr, findet zu Barmen im Schützenhaus (Allermarkt) die ordentliche Generalversammlung des „Vereins der jüd. Lehrer von Rheinland und Westphalen" statt. Tagesordnung: 1) Kaffenbericht und Dechargeertherlung. 2) Referate a) welche Methode ist die geeignetste für den hebräischen UebersetzungSunterricht? d) was können die Lehrervereine zur Besterstellung de« einzelnen Lehrers thun? c) wie kann bessere Fühlung zwischen Vorstand und Bezirkskonferenzen hergestellt werden? 3) Vortrag des Herrn Fab. Schach— Köln über „Neuhebräische Literatur." 4) Neuwahl für zwei statutengemäß ausscheidende Vorstandsmitglieoer. 5) Neuordnung der Conferenzbezirke. Wir laden zu dieser Versammlung alle lieben Collegen, sowie alle Freunde und Gönner unseres Vereins herzlichst ein und hoffen, wie früher, eine große Zahl derselben begrüßen zu können. Die Reisekosten werden den theilnehmenden Collegen ganz vergütet. Diejenigen Collegen, welche an dem gemeinsamen Mahle rheilzunehmen beabsichtigen, bitten wir, unserem Schriftführer Herr Lehrer Gut, Köln, Moltkestraße 58 bis zum 29. Dezember (Dienstag) davon Mittheilung zu machen. Der Vorstand. Kleiitbardorf im Grabfelde, 13. Dez. Obzwar Ihr Berichterstatter, Herr S. in Kl., Ihnen von der am 4. ds. dahier ftattaefundenen Synagogen- Emweihung bereits schon in Nr. 99 Mittheilung machte, so gestatte ich mir. Sie geehrter Herr Redakteur, höfl. zu ersuchen, zur Ergänzung erwähnten Berichtes, noch Nachstehendes in Ihr gesch. Blatt gütigst aufnehmen zu wollen: Die Erbauung einer neuen Synagoge dahier war ohne Frage ein schon längst gefühltes Bedürfniß, allein es bandelte sich immer nur darum, woher die ziemlichen Kosten eines Neubaues bestreiten, da die hiesige Cultus-Gemeinde nur aus 10—12 Familien besteht, unter denen noch manche, die gering bemittelt. Da war es allerdings unser erst vor ca. 1/2 Jahre neu gewählter Cultus-Vorstand, Herr Bernhard W i l d b e r g, der sich dieser heiligen Sache mit Energie annahm, eine äußerst rührige Thätigkeit hierin entwickelte und mit göttlicher Hilfe sein Werk auch so rasch vollendet sah. Allein, daß dies so schnell gelungen, haben wir, neben dem verehrten „Landesverein" in Fürth, hauptsächlich den Brüdern des hiesigen Cultus-Vorstandes, den Herren Ignatz und Joses Wildberg in München zu verdanken. Diese edlen, würdigen Herren — überhaupt zu jedem gemeinnützigen, wohlthätigen Zwecke stets hilfsbereit — haben von Anbeginn an den regsten Antheil und das lebhafteste Jntereffe am Synagogenbau dahier genommen. Dieselben haben nicht nur aus eigenen Mitteln hochherzige Spenden hierzu geleistet, sondern haben auch zu jeder Zeit und bei jeder Gelegenheit, gute Freunde und Bekannte aufgefordert und angeregt und zwar mit gutem Erfolge, zu diesem heiligen Zwecke mitzuwirken. Zur Einweihung selbst eilte der Eine dieser Herren eigens aus München hieher, ungeachtet der gegenwärtig nothwendigen Geschäftsthätigkeit, während der Andere aus Anhänglichkeit an seinen Heünathsort und insbesondere an die hiesige Cultus-Gemeinde, ein herzliches Glückwunsch-Telegramm sandte. Es sei daher diesen Herren für ihre eifrige Thätigkeit und Aufmerksamkeit wiederholt der wärmste Dank ausgesprochen. Daß das Fest der Einweihung äußerst gelungen verlief, den Glanzpunkt zur Feier die verschiedenen ausgezeichneten Reden unseres hochverehrten Herrn Distrikts-Rabbiners Dr. Bamberg er n in Burgpreppach, bildeten, der Antisemitismus in unserer Gegend, G. s. D., keinen Booen findet, wurde bereits, in dem Berichte Ihres ersten Herrn Einsenders, mitgetheilt. Möchten nun in unserem neuen Gotteshause,